Start-Ziel-Sieg

ASV schlägt Eintracht Hildesheim

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David Wiencek

HAMM - Diesmal „traf“ es David Wiencek. Der Youngster saß vor den Fans des ASV Hamm-Westfalen und stimmte die „Humba“ an. Und das voller Inbrunst. Schließlich hatten der Mittelmann und seine Teamkollegen in 60 temporeichen Zweitliga-Minuten Eintracht Hildesheim vor der Saison-Rekordkulisse von 2202 Zuschauern verdient mit 38:31 (19:16) bezwungen – und damit ihrem Trainer „das richtige Geburtstagsgeschenk“ überreicht, wie Kay Rothenpieler lächelnd bemerkte.

Womit der Coach nicht nur das Ergebnis meinte. Die Vorstellung insgesamt hatte den nun 43-Jährigen sehr zufrieden gestimmt, agierte der ASV doch – abgesehen von kleinen Durchhängern – sehr konstant, stellte die Niedersachsen vor allem mit variablen, druckvollen Angriffsaktionen immer wieder vor Probleme. „Das war ein sehr gutes Spiel von uns. Es hat alles gepasst“, sagte Rothenpieler, während sein Gegenüber Gerald Oberbeck noch Minuten nach Spielende auf der Bank der Westpress-Arena saß und die Freudentänzchen der Hammer sichtlich geknickt verfolgte.

Der Hildesheimer Coach hatte an der Diskrepanz zwischen Offensiv- und Defensivleistung seines Teams zu knabbern. „In vielen Phasen haben wir vorne gar nicht so schlecht gespielt. Aber mit der Deckung und der Torhüterleistung hatten wir keine Chance“, monierte er.

Von Beginn an war beim ASV der unbedingte Wille erkennbar, die unglückliche Vorwochen-Niederlage in Bietigheim wettzumachen. „Man hat schon unter der Woche gemerkt, dass die Jungs richtig heiß waren“, sagte Rothenpieler. Die Gastgeber agierten konzentriert, rissen immer wieder Lücken in die Hildesheimer Abwehr, hatten aber selbst damit zu kämpfen, dass die eigene 5:1-Deckung längst nicht so effektiv agierte wie in der Partie davor.

Rothenpieler reagierte, stellte beim Stand von 6:6 auf die 6:0-Variante um (12.), was der Defensive prompt mehr Stabilität verlieh. Der ASV verschaffte sich ein kleines Polster (9:6/15.), und auch, als dieses kurz darauf wieder zusammengeschmolzen war, warf dies die Hammer überhaupt nicht aus der Bahn.

Lars Gudat hatte mit vier Treffern in Folge entscheidenden Anteil daran, dass der Vorsprung zwischenzeitlich auf vier Tore anwuchs (17:13/27.) und auch zur Pause recht deutlich war. „Wir waren in der ersten Halbzeit schon gut, sind aber nicht richtig weggekommen“, passten für Rothenpieler die Vorstellung seines Teams und das Resultat noch nicht recht zusammen.

Das änderte sich nach dem Wechsel schnell. Vor allem, weil die Hammer Abwehr nun gut zehn Minuten lang auf Hochtouren arbeitete. Der ASV ging in der Deckung sehr aggressiv zu Werke, war sehr beweglich und bot der Eintracht so kaum Räume. Die Folge: Gerade einmal zwei Gegentreffer kassierten die Gastgeber in dieser Phase, während sie vorne weiter gegen die schwachen und sichtlich entnervten Hildesheimer Schlussmänner Dennis Klockmann und Pascal Kinzel zuverlässig trafen. Das 26:18 (39.) sollte die Vorentscheidung sein.

„Uns war klar, dass wir den Hildesheimern den K.o. versetzen können, wenn wir nach der Pause zwei, drei schnelle Tore machen“, sagte Markus Fuchs, der sieben Treffer erzielte. Obwohl die Eintracht nicht aufsteckte, zwischenzeitlich den Rückstand auf fünf Tore verkürzte, brachte sie den ASV nicht mehr ins Wanken. Auch, weil sich auszahlte, dass Rothenpieler viel wechselte und einigen Akteuren so die wichtigen Verschnaufpausen verschaffte.

„Wir hatten das Spiel im Griff“, sagte der Coach – und wusste ebenso um den Effekt der stimmungsvollen Halle wie Oberbeck. „Das sind die paar Prozentpunkte, die den kleinen Unterschied ausmachen“, so der Hildesheimer Trainer, dem letztlich nur der doppelte Glückwunsch an den Kollegen blieb. Zum Sieg. Und zum Geburtstag. Den wird Rothenpieler nach dem trainingsfreien Wochenende am Montag mit dem Team feiern. „Dann“, so der Coach, „gibt es ein kleines Kabinenfest.“ Kein Wunder. Bei dem Geschenk.

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