Dritter ASV-Sieg in Serie

ASV liefert eine „geile Abwehrschlacht“

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Grenzenlose Freude: Nach dem 23:19-Erfolg in Neuhausen jubeln die Spieler des ASV Hamm-Westfalen.

[Update] Neuhausen - Am Ende wollten sie gar nicht mehr aufhören zu feiern. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff gab es das erste Siegertänzchen. Wenige Sekunden später bildeten die Spieler des ASV Hamm-Westfalen zum zweiten Mal einen Kreis, drehten sich und sangen voller Inbrunst: „Auswärtssiege sind schön.“

Erfolgsserien sind es erst recht. Zum dritten Mal in Folge verließ der ASV als Gewinner das Parkett, beim TV Neuhausen gab es einen hart erkämpften, aber verdienten 23:19 (13:11)-Erfolg. „Ich bin unfassbar stolz auf die Leistung, die wir abgeliefert haben“, sagte Trainer Niels Pfannenschmidt.

Und meinte damit vor allem die Defensivvorstellung seines Teams vor 842 Zuschauern in der Metzinger Hofbühlhalle. „Das war sicher nichts für Freunde des Angriffsspiels“, resümierte der Coach mit einem Lächeln. „Aber dafür für Taktiker, die die Abwehr lieben. Das waren zwei richtig gute Deckungsvarianten – und eine richtig geile Abwehrschlacht.“

Dabei kam der ASV schwer in die Gänge. Der mitreißende Kraftakt am Freitag gegen Top-Favorit HC Erlangen (27:23), die lange Anreise in den Süden Deutschlands – der erste Doppelspieltag der Saison hatte es in sich. Und so fehlte den Angriffsaktionen zunächst der Zug – allerdings gegen eine Deckung, die eine extrem unangenehme 3:2:1-Variante praktizierte.

Auch der 6:0-Abwehr der Hammer mangelte es anfangs noch ein wenig an Aggressivität, während Tomas Mrkva nahtlos an seine Erlangen-Form anknüpfte, von Beginn an in bestechender Verfassung war und insgesamt 20 Paraden sammelte. „Zu ihm muss ich eigentlich nichts mehr sagen“, meinte Pfannenschmidt. „Er hat eine unglaubliche Präsenz.“

Auszeit nach elf Minuten

Weil die dem Rest der Mannschaft zunächst fehlte, griff der Coach beim Stand von 6:4 (11.) zum Mittel der Auszeit, ordnete unter anderem seinen Rückraum neu. Doch vor allem die Deckung fing sich nun, wurde immer kompakter und aufmerksamer.

Zehn Minuten lang ließen Mrkva und seine Vorderleute kein Gegentor zu, während dem ASV in diesem Zeitraum fünf Treffer gelangen. Die Hammer hatten das Spiel gedreht – und lagen zur Pause ebenfalls vorne.

Zerfahrener Start in Durchgang zwei

Auch der Start in Durchgang zwei gestaltete sich zerfahren. In zwölf Minuten schafften beide Teams jeweils gerade einmal ein Tor. „Die Leistung vorne ist mir scheißegal, weil wir mit vier Toren gewonnen haben“, sagte Pfannenschmidt und sah das Hauptziel erreicht: „Wir wollten die ganze Kraft in die Abwehr legen.“

Deren hochkonzentrierte Arbeit spiegelte sich im Ergebnis wider. Aus einer knappen wurde dank eines 5:1-Laufs eine deutliche 19:14-Führung (47.), wobei der Trainer zufrieden registrierte, dass „diesmal auch andere Leute wichtig waren als gegen Erlangen“. Wie Savvas Savvas. Oder Jan-Lars Gaubatz.

Zehnminütige Tor-"Auszeit"

Doch so gut die Deckung auch agierte – eine rund zehnminütige Hammer Tor-„Auszeit“ machte die Begegnung in den letzten Minuten noch einmal spannend, die Gastgeber kamen auf 17:19 heran, die Stimmung wurde hitzig.

Der wichtige 20. Treffer (57.) von Gaubatz stellte die Weichen dann aber endgültig auf Sieg – daran änderte auch die Manndeckung des TV Neuhausen in den finalen Sekunden der Partie nichts mehr.

„Hamm bei 23 Gegentoren zu halten, ist eine Top-Leistung, weil es eine Mannschaft mit sehr viel Offensivpower ist“, sagte Neuhausens Trainer Aleksandar Stevic zwar, haderte aber mit den 25 Fehlwürfen, die sich sein Team geleistet hatte: „Eins haben wir falsch gemacht: Wir haben den Ball nicht im Tor untergebracht.“ Weil die Hammer die stärkere Deckung stellten. In einer „geilen Abwehrschlacht“.

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