Rothenpieler sicher: „Haben überall eine Chance“

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Aufmunternder Applaus: ASV-Coach Kay Rothenpieler.

HAMM - Es war ein Treffer, der ungemein gut tat. Als Björn Wiegers zwei Sekunden vor dem Ende der Partie gegen Leipzig das erlösende 28:28 erzielte, fiel der ganze Ballast der vergangenen Wochen von den Spielern des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen ab. Es war ein befreiender Punktgewinn nach zuvor vier Niederlagen in Serie.

Von Frank Heidenreich

„Ich freue mich ungemein für die Mannschaft, dass sie das mit Leidenschaft und Kampf geschafft hat“, sagt Trainer Kay Rothenpieler. Und hätte dieses kleine Erfolgserlebnis gerne noch ein wenig mit seinem Team ausgekostet.

Aber die Zeit dafür gibt der Spielplan momentan nicht her. Mit dem Schlusspfiff begann bereits die Vorbereitung auf die nächste Aufgabe. Denn auch die hat es wieder in sich. Am Sonntag (17 Uhr/Kreissporthalle Euregium) gastiert der ASV bei der HSG Nordhorn-Lingen. Die ist als Tabellenvierter ein Liga-„Schwergewicht“ – und der nächste Aufstiegsaspirant, mit dem sich die Hammer messen müssen.

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Wie sie einem solchen Paroli bieten können, hat das Duell mit Leipzig exemplarisch gezeigt. „Da haben wir den ersten Schritt getan, daran müssen wir anknüpfen“, weiß Rothenpieler und meint: Leidenschaft, Kampf und Wille sind – gepaart mit einer stabilen Deckung – die Grundvoraussetzungen, um in Nordhorn zu bestehen. Vor allem aber: Selbstvertrauen.

„Natürlich ist das Spiel am Sonntag eins, in dem bei uns sehr viel passen muss“, sagt der Coach. „Aber keine Mannschaft ist in dieser Liga unschlagbar. Wir haben überall eine Chance. Wir müssen die richtige Emotionalität hinbekommen und mit dem Glauben da hinfahren, etwas bewegen zu können.“

Der ist seit Mittwoch wieder ein ganzes Stück größer geworden. Dass handballerisch derzeit längst nicht alles funktioniert, weiß der 43-Jährige. Erst recht nicht, wenn Mittelmann Ondrej Zdrahala einen derart rabenschwarzen Tag erwischt wie am Mittwoch. „Ihn müssen wir wieder da hinbekommen, dass er der Mannschaft richtig hilft“, erklärt Rothenpieler, verweist aber nochmals darauf, dass die Probleme, die das Team begleiten, weitaus umfangreicher sind.

„Es haben viele Aspekte dazu beigetragen, dass wir ein wenig aus dem Gleichgewicht geraten sind. Wir sind im Moment einfach nicht so eingespielt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir jede Partie wie ein Endspiel sehen und immer Vollgas geben“, so Rothenpieler. „Das andere kommt irgendwann wieder dazu.“

Fotostrecke - Das Remis gegen Leipzig

Handball 2. Bundesliga, ASV Hamm-Westfalen - SC DHfK Leipzig 28:28

Vielleicht ja schon morgen. Schließlich gilt es, einen sehr robusten Innenblock (Frank Schumann/Paul Trodler) zu knacken. Und das Nordhorner Angriffsspiel nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, vor allem so wenig einfache Tore wie möglich zu kassieren.

Ob Jakob Macke die Deckung stabilisieren kann, ist fraglich. Gegen Leipzig musste der ASV-Abwehrchef früh das Feld räumen. Seitdem machen ihm Probleme mit der Patellasehne zu schaffen, die ersten Übungseinheiten ließ er deshalb aus. Erst im Abschlusstraining wird er sich einem Belastungstest unterziehen, dann wird sich klären, ob Macke für einen Einsatz in Frage kommt.

Falls nicht, ist Jan Brosch wie am Mittwoch die erste Option für den Posten. „Er hat eine gute Leistung abgeliefert. Dass die Abstimmung fehlte, als es etwas dynamischer wurde, ist normal“, sagt Rothenpieler. „Aber in solchen Situationen muss Jan einfach ins kalte Wasser geworfen werden. Er kann aus solchen Spielen auch eine Menge Erfahrung mitnehmen.“

Fest steht, dass die mit einem Zweitspielrecht ausgestatteten Markus Fuchs (Minden) sowie David Wiencek und Julian Possehl (beide Lemgo) zum Aufgebot zählen werden. Was die Zahl an Alternativen für Rothenpieler erhöht – und die Hoffnung darauf, etwas mitzunehmen. Diesmal blieben immerhin auch ein paar Tage mehr zum Auskosten.

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