ASV Hamm-Westfalen: Mit breiter Brust nach Dormagen

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Jakob Macke

Hamm - Vier Siege in Folge – bei den Spielern des ASV Hamm-Westfalen sind Zweifel und Unsicherheit derzeit aus dem Vokabular gestrichen. „Wir sind jetzt gefestigter“, sagt ASV-Coach Niels Pfannenschmidt. „Ich habe ja immer gesagt, dass nur irgendwann der Knoten platzen muss – das ist jetzt geschehen.“ Und das soll am Samstag auch der Vorletzte der 2. Handball-Bundesliga, Bayer Dormagen, zu spüren bekommen, wenn die Hammer zum letzten Auswärtsspiel des Jahres im Bayer-Sportcenter antreten (19 Uhr).

Ohnehin haben sich die Hammer ihre Auszeiten im Verlauf der aktuellen Saison fast nur in eigener Halle genommen. 13:3 lautet die beeindruckende Bilanz in fremden Hallen – damit ist der ASV zumindest nach Minuspunkten das stärkste Auswärtsteam der Liga. Nur beim zuhause verlustpunktfreien EHV Aue setzte es eine deutliche Niederlage, der dritte Punkt wurde in Bietigheim liegen gelassen. Vom Papier her also eine leichte Aufgabe, die die Hammer beim schwächsten Heimteam der Liga erwartet? Mitnichten, sagt Pfannenschmidt: „Dormagen hat zuletzt völlig überraschend in Bad Schwartau gewonnen und im Spiel davor beim Tabellenführer in Erlangen nur mit drei Toren verloren“, warnt der Coach vor den Rheinländern. „Das zeigt, dass Erlangen dieses team vielleicht nicht so ernst genommen hat – und dann wird Dormagen ganz schnell saugefährlich.“

Vor allem die Variabilität im Abwehrsystem des Bayer-Teams ist Pfannenschmidt aufgefallen. Auf ständige Wechsel zwischen 3:2:1-, 1:5- oder gar kompletter Manndeckung müssen sich die Hammer einstellen. „Und wenn man da nicht fokussiert ist, konzentriert anzugreifen, wird es ganz schwer“, sagt Pfannenschmidt. „Die stellen dich mit ihren wechselnden Systemen immer wieder vor neue Aufgaben. Das wird ein heißer Kampf.“

Entsprechend gut muss das Rückzugsverhalten der ASV-Spieler sein, um keine Gegenstoßsituationen zuzulassen. Beruhigend für den Trainer, dass er sich in Sachen Defensivverhalten im Laufe dieser Saison zunehmend mehr auf seine Mannschaft verlassen kann. „Das ist ganz wichtig, dass die Abwehr jetzt gut und sicher steht – mit den beweglichen Abwehrchefs Markus Fuchs und Jakob Macke“, lobt Pfannenschmidt. „Dazu kommt die starke Leistung der Torhüter, die ja auch von der guten Arbeit ihrer Vorderleute profitieren.“

Ein wenig Sorge bereitet dem Hammer Coach aber ausgerechnet Kapitän Macke, der sich beim Kantersieg gegen Eintracht Hagen am Sonntag eine schmerzhafte Knöchelblessur zugezogen hat, nachdem er mit dem Ex-Hammer Matthias Aschenbroich zusammengerasselt war. Bis Donnerstag hat der Abwehrchef im Training ausgesetzt, dann aber eine Einheit unbeschadet überstanden und Entwarnung gegeben. „Es wird gehen“, atmet Pfannenschmidt auf, der allerdings weiterhin auf die Langzeitverletzten Jan-Lars Gaubatz (Handverletzung) und Savvas Savvas (Knie) verzichten muss. „Diese beiden Ausfälle haben wir bisher zum Glück gut kompensieren können“, sagt der Coach, der zudem positive Nachrichten zu Linksaußen Fabian Huesmann vermelden kann. „Fabian wird am Wochenende die ersten Gehversuche nach seinem Kreuzbandriss mit der zweiten Mannschaft im Spiel gegen Gevelsberg machen“, meldet er. „Und im Januar wird er dann wieder die komplette Vorbereitung bei uns bestreiten.“

Behutsam aufbauen heißt die Devise – so wie es auch bei Marian Orlowski geschehen ist, der allerdings schon schneller als erwartet wieder zu einer Stütze der Mannschaft geworden ist. Im Angriff, wo er dem Team mit seinen Treffern hilft – aber auch im Defensivverbund, wo er in den letzten Wochen „richtig viel gelernt hat und für uns zu einem wichtigen Spieler geworden ist“, lobt Pfannenschmidt. Einer, dessen Spielstärke schon in Dormagen wieder gefragt sein dürfte. Um die Auswärtbilanz auszubauen, und um in der Tabelle weiter zu klettern.

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