SG Hamm rüstet sich nach dem Abstieg für die 2. Liga

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Nächste Saison in der 2. Liga: SGH-Trainer Rudolf Jendrzejewski (links) im Gespräch mit Moritz Brunnenberg.

Hamm - Die Enttäuschung war groß im Moment der Entscheidung. Die Luftgewehr-Schützen der Schießgesellschaft Hamm sind aus der Bundesliga Nord abgestiegen – auf eine Art und Weise, wie sie bitterer kaum sein kann. Doch schon bald mischte sich in die Enttäuschung Trotz und neue Angriffslust: „Jetzt rocken wir die 2. Liga und steigen wieder auf“, sagte Trainer Rudolf Jendrzejewski.

Die Verantwortlichen und Aktiven der SGH hatten einiges zu verkraften nach einem rabenschwarzen Wochenende, an dem alles, wirklich alles, gegen sie lief. Es begann mit der Berufung der französischen Nationalkader-Schützen Pierre-Edmond Piasecki und Etienne Germond zu einem international wenig bedeutenden Turnier in ihrer Heimat. Zudem fiel Julia Budde wegen einer gebrochenen Kniescheibe aus.

Doch diese Ausfälle und selbst die klaren Niederlagen der geschwächten SGH gegen Mengshausen (0:5) und Kevelaer (1:4) wären kein Problem gewesen. Zum Verhängnis wurden der SGH die überraschenden Punktgewinne der direkten Konkurrenten SV Wieckenberg und Post SV Düsseldorf sowie der Erfolg von Buer-Bülse im Stechen gegen den SV Gölzau, für den es um nichts mehr ging und der daher nicht in bester Besetzung angetreten war.

So wurde das Horror-Szenario, das sich bereits am Samstagabend abgezeichnet hatte, Wirklichkeit. Als Tabellensiebte waren die Hammer in das letzte Wettkampf-Wochenende gegangen, als Elfte beendeten sie es. Wie Kevelaer, Düsseldorf und Buer hatten sie beachtliche 8:14 Zähler auf dem Konto, aber die schlechtere Einzelpunkt-Bilanz. Als wäre das alles nicht schon bitter genug, gaben die Düsseldorfer erst nach dem letzten Schuss bekannt, dass sie ihr Team abmelden werden. Hätten sie es vorher getan, wären sie zweiter Absteiger neben Schlusslicht Braunschweig gewesen – und nicht die SGH.

Die Luftgewehr-Schützen hatten also gute Gründe, ihr Schicksal zu beklagen. Doch nichts dergleichen tat Rudolf Jendrzejewski. „Wir sind abgestiegen, der Fehler liegt bei uns. Wir waren an den Positionen vier und fünf zu schwach besetzt. Wir hatten einfach keinen adäquaten Ersatz, wenn ein guter Schütze ausfällt“, sagte der 75-Jährige, der seinem Team – dem jüngsten der Bundesliga – keinen Vorwurf machte.

„Es fehlt bei den jungen Schützen an Konstanz und an der Erfahrung, mit Drucksituationen umzugehen. Vielleicht tut uns das Jahr in der 2. Liga ganz gut. Da lässt sich besser Selbstvertrauen aufbauen. Es ist eine tolle Mannschaft. Das Gefüge passt. Was fehlte, waren die Ringe“, so Jendrzejewski.

Bei der SGH wird es keinen personellen Umbruch geben. Im Gegenteil: Inken Plengemeyer, Dana Prüfe, Rike Furmanek, Moritz Brunnenberg, Veronique Münster und Jana Kurek unterschrieben noch am Sonntag für die kommende Saison. Julia Budde wird wohl folgen. Piasecki, der nach dieser Saison seine Karriere eigentlich beenden wollte, will sie nun bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio fortsetzen und hat bereits signalisiert, weiter für die SGH antreten zu wollen. Mit seinem französischen Landsmann Germond wird es Gespräche geben.

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