TTC GW Bad Hamm: Die Nummer Eins bleibt

Tischtennis
+
Pavel Platonov

Der Terminkalender von Pavel Platonov ist prall gefüllt. Eigentlich. Durch Corona ist die Saison allerdings auch für die Tischtennisspieler vorzeitig beendet. Wiedersehen werden die Hammer Fans ihre Nummer Eins. Denn der Weißrusse wird den Grünweißen in der kommenden Spielzeit an der selben Position erhalten bleiben.

. Ein Umstand, der Martin Vatheuer sehr stolz macht. „Dass wir ihn halten können, hätte ich nicht erwartet“, gibt der GW-Vorsitzende offen zu. „Denn es gab sicherlich einige Vereine, bei denen er mehr Geld hätte verdienen können.“ Schließlich ist Platonov mit einer Bilanz von 25:5 Siegen in der nun abgebrochenen Spielzeit der stärkste Spieler der 2. Liga gewesen. Und Erfolg weckt bekanntlich Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz.

Ein Umstand, um den der mittlerweile 36-Jährige auch weiß. Doch nach Abwägen aller Angebote hat er sich entschieden, zu bleiben. „Die Saison in Hamm war sehr gut für das Team und für mich auch“, sagt er. „Und im Klub habe ich mich sehr wohl gefühlt und ein gutes Verhältnis zu den Verantwortlichen, dem Team und den Fans. Es war mein erstes Jahr in Deutschland, eine neue Situation, aber eine gute Erfahrung, in der 2. Bundesliga zu spielen. Und ich hoffe, im nächsten Jahr wird es wieder gut sein oder noch besser – für den Verein und für mich.“

Normales Training in Weißrussland

Derzeit arbeitet der Tischtennis-Profi dafür, dass das gelingt. Denn während die Konkurrenz durch die Pandemie ausgebremst und zum Stillhalten verurteilt ist, herrschen in Weißrussland für Sportler noch paradiesische Verhältnisse. „Bei uns gibt es derzeit keine Ausgangssperre. Wir können uns theoretisch frei bewegen, können einkaufen, ausgehen“, sagt Platonov, der seit 19 Jahren in der weißrussischen Hauptstadt Minsk lebt. „Hier wurden bisher auch einige Wettbewerbe gestoppt, aber Fußball und Eishockey spielen ihre Saison weiter. Daher ist der Unterschied zur Zeit vor dem Virus im Land nicht so groß.“

Anders ist es trotzdem, versichert Platonov, der nach 18 Jahren Ehe nun in einer neuen Beziehung lebt. Denn obwohl es weiter die Möglichkeit gibt, Restaurants oder Kinos zu besuchen, tut dies kaum jemand. „Die Leute bleiben zuhause“, sagt der Nationalspieler. „Es sind nur wenige in den Einkaufszentren, auch wenn vielleicht mehr draußen sind als irgendwo anders in Europa. Wie es in einer Woche oder in einem Monat bei uns sein wird, weiß aber keiner hier.“

"Trainieren, nach Hause fahren, trainieren."

Zur mittlerweile auch in Weißrussland üblichen Hygiene-Routine kommt für Platonov der Sport-Alltag dazu. „Trainieren, nach Hause fahren, trainieren“, sagt er lachend. „Das ist nicht groß anders als sonst, wenn ich hier bin.“

Zuhause ist er unter normalen Umständen allerdings eher selten. Vor zwei Wochen war er noch bei den Oman Open am Start. „Das war noch relativ sicher. Es gab nur zwei Leute, die das Virus hatten“, erzählt er. „Und als ich nach Hause gekommen bin, habe ich innerhalb von 14 Tagen zwei Tests gemacht. Beide negativ.“

Stand jetzt sind laut offiziellen Mitteilungen in Weißrussland 300 Menschen mit dem Virus infiziert. Mit offiziellen Mitteilungen im von Präsident Alexander Lukaschenka autokratisch regierten Land ist es allerdings so eine Sache. „Alle versuchen, wenig Kontakt zu haben“, sagt Platonov. „Das Essen bestellen wir im Supermarkt. Das muss man mittlerweile allerdings schon am Tag vorher ordern, weil dieser Weg immer beliebter wird. Aber es ist kein Problem, an die Sachen zu kommen.“

Mit Grünweiß will der Weißrusse, dessen Eltern immer noch in seinem Heimatort Babrujsk, 100 Kilometer von Minsk entfernt, wohnen, in der kommenden Serie Platz drei mindestens bestätigen, auch wenn er nicht weiß, „ob wir ganz oben mitreden können.“ Für Vatheuer ist es jedenfalls keine Frage, dass seine Nummer Eins weiter konstant liefern wird. „,Was mir bei ihm im Vergleich zu vielen anderen Spielern auffällt, ist, dass er einer der professionellsten ist, die wir in den vergangenen Jahren hatten“, lobt der Vorsitzende seinen alten und neuen Spitzenspieler. „In Sachen Matchvorbereitung plant er jede Partie minutiös. Und taktisch ist er überragend. Wir haben es schon ein paar Mal erlebt, dass er erst gar nicht zurecht kam und Spiele noch gedreht hat durch taktische Umstellungen. Er weiß, was er zu machen hat und kann das umsetzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare