GW Hamm feiert spektakulären 9:7-Derbysieg in Bönen

+
Gerrit Engemann und die Grün-Weißen mussten sich gegen die TTF Bönen gewaltig strecken.

BÖNEN - Es war ein Nachmittag ganz nach dem Geschmack des TTC GW Bad Hamm: Der Spitzenreiter der Tischtennis-Regionalliga feierte einen 9:7-Sieg und kam damit dem Aufstieg in die 3. Liga ein Stück näher. Und er darf sich weiterhin „Derbysieger“ nennen. Im Duell mit den TTF Bönen behielten die Grünweißen wie in der Hinrunde die Oberhand. Diesmal nach großem und dramatischem Kampf.

Die TTF hätten einen Punkt gut gebrauchen können. Sie schweben bei nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang weiter in Abstiegsgefahr. „Ich wäre bei unserer misslichen Personallage vorher mit einem 8:8 zufrieden gewesen. Dann ein so hochklassiges Derby zu gewinnen, macht uns richtig froh“, sagte GW-Vorsitzender Martin Vatheuer nach knapp vier Stunden Spielzeit.

Über die gab es viele Geschichten zu erzählen. Die erste schon vor der Partie. Denn die Hammer konnten nicht die Mannschaft ins Rennen schicken, die sie zum Tabellenführer gemacht hatte. Vallot Vainula fehlte ebenso wie Aleksandr Khanin, Vadim Yarashenka und der erkrankte Dennis Schneuing. Die formstarken Bönener rückten damit aus der Außenseiterrolle heraus. „Wir hatten uns mit Blick auf die Aufstellungen etwas ausgerechnet“, sagte TTF-Kapitän Andreas Rosenhövel.

Die Fotogalerie zum Spiel:

Tischtennisderby TTF Bönen gegen TTC GW Bad Hamm

In einem mitunter hochklassigen Derby hatten beide Teams ihre guten und ihre schlechten Phasen. Der erste Schlagabtausch ging an Hamm: Die Gäste gewannen nicht nur zwei Doppel, darunter das bedeutende dritte durch Benjamin Jüdt/Andrei Fiodarau gegen Rosenhövel/Jan Lüke im fünften Satz, sondern auch die ersten Spiele des oberen Paarkreuzes. Illia Barbolin drehte die Partie gegen Bönens Nummer eins Christoph Waltemode nach 1:2-Satzrückstand, Youngster Gerrit Engemann behauptete sich gegen den Ex-Grünweißen Anton Adler ebenfalls im fünften Durchgang.

„Diese drei knappen Niederlagen haben uns richtig weh getan“, so Rosenhövel. Nicht so weh jedoch, als dass die TTF nicht auch ihre Stärken ausspielten: Rosenhövel (3:0 gegen Cosmin Stan), Jens Berkenkamp (3:0 gegen Jüdt) sowie Lüke (gegen Amin Nagm) glichen zum 4:4 aus.

Als sich bei den Bönenern Aufbruchstimmung hätte breit machen können, setzte es einen Tiefschlag – durch Schiedsrichter Friedrich Ladwig (Fröndenberg). Der zeigte dem Bönener Christopher Pläster nach einem Schlägerwurf im Spiel gegen Fiodarau die Rote Karte. Damit ging nicht nur diese Partie verloren, sondern auch dessen zweites Einzel. Der Bönener war für das restliche Spiel disqualifiziert. „Das war eine klare Fehlentscheidung. Da hat der Schiedsrichter kein Fingerspitzengefühl bewiesen und den Verlauf des Spiels unnötigerweise beeinflusst“, sagte Rosenhövel zu der Szene, über deren Bewertung Einigkeit herrschte: „Das war sehr unglücklich vom Schiedsrichter“, fand auch Vatheuer.

Diese Entscheidung half den Gästen. Die bauten ihre Führung in ihrem Hoheitsgebiet aus: dem oberen Paarkreuz. Dort deklassierte Barbolin Abwehrmann Adler, während Engemann bei seinem beeindruckenden 3:0-Erfolg gegen Waltemode glänzte. Hamm führte also mit 7:4 – und wusste den achten Punkt durch die Disqualifikation Plästers bereits auf seiner Habenseite. „Wir standen mit dem Rücken zur Wand“, so Rosenhövel.

Sein Team nutzte diese Situation zu einer spektakulären Schlussphase. Berkenkamp (gegen Stan) und Rosenhövel (gegen Jüdt) siegten in je fünf Abschnitten. Der gute Lüke egalisierte mit einem Sieg über Fiodarau zum 7:7, aus dem durch Nagms kampflosem Erfolg gegen Pläster ein 7:8 wurde.

Die Aufholjagd der Bönener beendete Hamm im Schlussdoppel: In einer „unglaublich hochklassigen“ (Vatheuer) Partie waren Barbolin/Engemann gegen Waltemode/Berkenkamp im entscheidenden Moment zur Stelle: Mit einem 11:8 im Entscheidungssatz machten die beiden besten Spieler des Tages Hamm zum Derbysieger. - jan

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare