Für HSE und ASV II fällt der Derby-Vorhang

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Zum letzten Mal treffen der ASV II um Moritz Schertl (Mitte) und die HSE Hamm um Nils Korte (links) und Dominik Weigel als Gegner aufeinander.

HAMM - Es ist das letzte Stadtduell. Es ist das letzte Mal, dass sich die Handball-Verbandsligisten HSE Hamm und der ASV II als Kontrahenten gegenüberstehen – zumindest auf dem Papier. Denn vor der anstehenden Kooperation „wird alles gemeinschaftlicher. Das wird nicht so sein wie früher“, sagt HSE-Trainer Christof Reichenberger vor dem Duell am Samstag (19.30 Uhr/Friedensschule).

Dass die HSE die Punkte im Kopf schon vorher auf ihr Konto bucht, weil sie als Spitzenreiter die deutlich besseren Karten auf einen möglichen Aufstieg hat – davor warnt Reichenberger eindringlich: „Es ist das letzte Derby, und das will ich gewinnen. Keiner, vor allem nicht meine Spieler dürfen denken, uns könne ohnehin nichts passieren und wir bekämen etwas geschenkt“, sagt er. „Der ASV wird agil agieren – zumal sich sicherlich auch einige für die kommende Spielgemeinschaft empfehlen wollen.“

Ähnlich äußert sich auch sein ASV-Pendant Heiko Schumann: „Natürlich ist es etwas Besonderes. Wir wollen engagiert zur Sache gehen und alles versuchen, um in diesem letzten Derby noch einen Punkt, vielleicht sogar zwei für den ASV zu holen.“

Doch wenn sich der Coach des Liga-Elften auf die sportlichen Aspekte konzentriert, sieht er den Gastgeber klar im Vorteil. „Die Tabelle und der bisherige Saisonverlauf sprechen für sich“, meint Schumann, der sich aber Außenseiterchancen ausrechnet. Schließlich gab der überraschende Punktgewinn beim 31:31 in Hattingen seinen Mannen noch einmal einen Extra-Schub. „Das hat mich sehr für die Jungs gefreut“, sagt der ASV-Trainer.

Viele der Zähler sammelte sein Team aber gegen direkte Konkurrenten aus dem unteren Drittel des Verbandsliga-Tableaus, betont Schumann. „Und die HSE ist Spitzenreiter, das ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Und ein junges Team wie unseres macht nun mal noch Fehler“, ergänzt er. „Was nicht heißt, dass wir nicht engagiert zu Werke gehen werden. Wir werden alles tun, was uns möglich ist.“ Dass man sich untereinander kennt, könnte auch von Vorteil sein. Daher hat Schumann schon einen Plan, wie seine Mannen das letzte Derby vielleicht doch für sich entscheiden können.

Davon geht auch Reichenberger aus, der mit der HSE das Hinspiel zum Saisonauftakt 33:29 gewann. „Die werden sich sicherlich etwas einfallen lassen gegen uns“, sagt der Coach, dem die jüngsten Erfolgserlebnisse des Kontrahenten natürlich nicht entgangen sind. Die hat er mit seiner Truppe aber auch. Dazu zählt etwa der klare 42:16-Sieg gegen Schlusslicht Telgte. Weil Konkurrent Haltern gleichzeitig in Ferndorf verlor, grüßt die HSE die Liga nun wieder von ganz oben. Da wundert es kaum, dass die Laune im HSE-Lager kaum besser sein könnte. Die Gefahr, dass seine Mannen nach dem klaren Erfolg wieder in Überheblichkeit verfallen – wie nach einer langen Siegesserie in der Hinrunde – sieht Reichenberger derzeit indes nicht. „Wir haben schon sechs Tage später ein schwieriges Auswärtsspiel beim HSC Recklinghausen“, sagt er.

Daher fordert der Trainer, die Konzentration hochzuhalten. Und zwar über die gesamte Spieldauer. Wie zuletzt gegen Telgte. „Wir können uns jetzt nicht erlauben, die Arroganz heraushängen zu lassen, nur weil wir einmal so hoch gewonnen haben“, beteuert Reichenberger, der weiterhin auf den verletzten Alexander Bicker verzichten muss. Beim ASV fehlen Max Doller und Lucas Schittek. Aus dem Zweitliga-Kader wird diesmal wohl keiner aushelfen. - mg

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