Box-Talent Kristian Stang startet bei der U 17-WM

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MBR-Talent Kristian Stang (links) startet ab Mittwoch bei der U 17-Weltmeisterschaft in St. Petersburg.

Hamm - Der Boxer Kristian Stang vom MBR Hamm steht vor dem Höhepunkt seiner noch jungen Karriere. Zusammen mit sieben weiteren Athleten und drei Trainern des Nationalteams fliegt der 16-Jährige am Mittwoch zur U17-Weltmeisterschaft nach St. Petersburg (Russland).

Dort hofft er auf eine erfolgreiche Platzierung oder „vielleicht sogar auf die Goldmedaille in meiner Gewichtsklasse“, sagt der junge Athlet selbstbewusst.

Das Ticket für die WM löste der Schüler bei den Deutschen Meisterschaften im Mai, als er den dritten Platz belegte und Bundestrainer Hansi Birka überzeugte. Bevor es am Mittwoch mit dem Flieger von Frankfurt aus in die russische Metropole geht, traf sich die Nationalmannschaft zunächst am Montag in Heidelberg, um sich gemeinsam den letzten Feinschliff zu holen und auf das Turnier einzustimmen.

Damit sich das vielversprechende Talent voll auf seinen Sport konzentrieren kann, lebt Stang seit Anfang 2014 im sportartenübergreifenden Internat des 1. FC Köln und wird für seine Wettkämpfe und Turniere von der Schule – er besucht in der Domstadt das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium – freigestellt. Dennoch ist für ihn die Schule wichtiger als der Sport: „Ich möchte auf jeden Fall das Abitur machen“, sagt der 16-Jährige. An das Leben im Internat musste er sich jedoch erst einmal gewöhnen: „Am Anfang hatte ich natürlich Heimweh, das hat sich mittlerweile aber gelegt. Durch das Leben am Stützpunkt kann ich Schule und Sport besser kombinieren.“

Auch die Trainingsbedingungen sind in der Stadt am Rhein – in Köln trainiert Stang zweimal am Tag – besser als beim MBR. Zunächst steht in den Morgenstunden eine Laufeinheit an, bevor der Unterricht beginnt. Abends geht es für den Kaderathleten in die Halle. Beim MBR boxt er üblicherweise am Wochenende. Im Jahr kommt Stang so auf „30 bis 35 Kämpfe“, erklärt Trainer Ralf Gerards, der den Schüler in Hamm betreut.

Stang begann an seinem zehnten Geburtstag mit dem Boxen. Die Initiative ging dabei von seinem Vater Eduard aus, der „unbedingt wollte, dass ich Sport treibe“, sagt der junge Athlet. Zuvor hatte der 16-Jährige einige andere Sportarten ausprobiert, doch Fußball, Tischtennis, Schwimmen und Tennis waren nicht das Richtige für Stang, der im russischen Ankam geboren wurde. Beim Boxen blieb er hängen und feierte rasch Erfolge.

Seine bisher größten Auszeichnungen sind für Stang der Deutsche Meistertitel im vergangenen Jahr in der Gewichtsklasse U54 und die erfolgreiche Teilnahme an der Europameisterschaft, die ebenfalls im zurückliegenden Jahr ausgetragen wurde. Nun soll bei der WM, die bis zum 13. September dauert, der nächste Schritt gelingen. Besonders freut sich Stang darauf, gegen Kontrahenten aus aller Welt zu boxen: „Ich hoffe, eine unvergessliche Zeit mit dem Nationalteam zu verbringen und freue mich, mich mit der Weltelite messen zu können.“ - csp

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