Stefan Hengst heiß auf die Premiere im Weltcup

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Stefan Hengst vom Kanu-Ring Hamm feiert in La Seu d'Urgell seine Premiere im Kanu-Slalom-Weltcup.

La Seu d'Urgell - Er stand bei Junioren-Welt- und Europameisterschaften schon auf dem höchsten Treppchen, verfügt also über reichlich internationale Erfahrung. Doch die Premiere im Kanu-Slalom-Weltcup, die Stefan Hengst vom KR Hamm am Freitag im spanischen La Seu d’Urgell feiert, ist für ihn doch noch etwas ganz Besonderes.

„Weltcup in der Herren-Leistungsklasse ist schon eine ganz andere Geschichte. Das ist alles eine Nummer größer“, freut sich der 21-jährige Heessener auf sein Debüt. „Ich kann mich jetzt mit den besten der Welt, mit Olympiasiegern und Weltmeistern messen“, fiebert das Hammer Talent seiner bisher größten Herausforderung entgegen.

Hengst, der 2012 Junioren-Europameister im Einer-Kajak und ein Jahr später U23-Weltmeister mit der Mannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes wurde, bereitet sich bereits seit einer Woche intensiv auf La Seu D’Urgell vor. Wenige Tage, nachdem er bei den Deutschen Meisterschaften in Augsburg gemeinsam mit seinen Vereinskollegen Sebastian Schubert und Lukas Stahl überraschend den Teamwettbewerb gewonnen hatte und in der Herren-Klasse den sehr guten siebten Platz belegte, zog es ihn ins Trainingslager ins französische Pau. Am Mittwoch folgte die viereinhalbstündige Busfahrt über die Pyrenäen nach La Seu d’Urgell, wo am Freitag zunächst einmal die Qualifikation stattfinden wird.

„Die will ich auf jeden Fall schaffen. Ich will am Samstag im Halbfinale der besten 40 Herren dabei sein“, beteuert Hengst. Der Slalom-Fahrer, der auf einen Platz als Sportsoldat in der Förderkompanie in Augsburg hofft, derzeit aber noch auf der Warteliste steht, hat nach Auffassung seines Heimtrainers Jürgen Schubert sicherlich die Qualität dafür. Mit Platz sieben bei der DM in Augsburg bewies er auch vor zwei Wochen, dass er an einem guten Tag mit den deutschen Spitzenfahrer mithalten kann. Und die gehören ausnahmslos zur Weltklasse.

Hengst selbst ist eigentlich schon ein bisschen überrascht, dass er bereits wieder den Anschluss gefunden hat. Denn die Saison 2014 verlief für den Heessener nicht nach Wunsch. Eine Viruserkrankung, die für eine Lähmung in der Schulter sorgte, warf ihn weit zurück. „Ich konnte zwei Monate lang überhaupt nicht im Boot sitzen, musste danach erst wieder ganz langsam alles aufbauen“, erzählt der 21-Jährige. Auch aktuell spürt er noch leichte Kraftprobleme in der erkrankten Schulter, doch wird es von Tag zu Tag besser.

Die Strecke in La Seu D’Urgell, auf der die Kanu-Ring-Athletin Jasmin Schornberg 2009 mit der Weltmeisterschaft im Einzel ihren größten Triumph feierte, ist laut Hengst sehr anspruchsvoll, weil sich die Geschwindigkeit des Wassers ständig verändert. „Daran muss man sich erst gewöhnen“, meint er, sieht aber keine große Schwierigkeiten, weil die Technik zu seinen großen Stärken zählt. Den einen oder anderen Tipp wird er sich auch noch von Schornberg holen. „Sicherlich schaut man sich das eine oder andere bei den Teamkollegen ab, doch im Wasser selbst ist man auf sich allein angewiesen, muss man die eigene Linie finden“, sagt der Hammer, dessen Ziel es ist, in den kommenden Jahren einmal in die Phalanx der deutschen A-Kader-Fahrer einzubrechen, zu denen seit langem sein Vereinskamerad Sebastian Schubert gehört, der allerdings nicht in Spanien sondern erst eine Woche später in Pau dabei ist. Schornberg nimmt dagegen an beiden Weltcups teil.

Sollte Hengst unter die besten 40 im Weltcup fahren, darf er Samstagmittag das Halbfinale bestreiten. Den Endlauf erreichen allerdings nur die besten Zehn. „Das wird dann natürlich sehr hart“, meint Hengst, der aber zumindest alles versuchen wird.

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