Fußball-Oberliga

Hakan Sezer - darum kehrt er zum SV Westfalia Rhynern zurück

Hakan Sezer ist zum SV Westfalia Rhynern zurückgekehrt.
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Hakan Sezer ist zum SV Westfalia Rhynern zurückgekehrt.

Das Abenteuer Regionalliga ist für Hakan Sezer beendet – vorerst. Zur Rückrunde heuert der offensive Mittelfeldspieler erneut beim Fußball-Oberligisten Westfalia Rhynern an.

Hamm - 53 Kilometer trennen Hakan Sezers Wohnort Bönen vom Stadion am Bruchbaum, der Spielstätte des Regionalligisten SV Lippstadt 08. Eine Strecke, die Sezer zuletzt an sechs Tagen pro Woche auf sich nahm, um pünktlich zum Training zu erscheinen. Unter diese Hetzerei setzt er nun einen Schlussstrich, was die Rhyneraner Verantwortlichen freut.

Denn mit Sezer bekommen die Rhyneraner genau das Puzzlestück, das sie seit seinem Abgang im Sommer 2019 nicht zu kompensieren wussten: einen technisch starken Mittelfeldspieler mit Offensivqualitäten. „Wir freuen uns, dass er zurück ist“, erklärt der Sportliche Leiter des Oberligisten, Andreas Kersting. „Hakan war bei uns ein absoluter Leistungsträger und hat sportlich sowie menschlich super in unsere Truppe gepasst“, blickt Kersting auf die Spielzeit 2018/19 zurück, in der Sezer für Rhynern auf Torejagd ging. 

Sechs Treffer und vier Vorlagen markierte er damals trotz einer langen Verletzungspause in der zweiten Halbserie, weshalb Kersting seine Rückholaktion als „Glücksfall“ bezeichnet.

Arbeitszeiten geben den Ausschlag

Hinter dem Glücksfall stehen vor allem private Gründe, denn eine sportliche Perspektive hatte Sezer in Lippstadt durchaus. Bei 14 von 16 möglichen Spielen stand der vielseitige Mittelfeldmann auf dem Platz. „Ich habe fünf Partien von Anfang an gemacht. Und war sonst meistens der erste, der eingewechselt wurde“, schildert Sezer. Der Grund, sich schneller als geplant wieder aus der Regionalliga zu verabschieden, war also ein anderer: „Ich bin jetzt nicht mehr in der Ausbildung und habe andere Arbeitszeiten“, betont Sezer, der in Lippstadt nur einmal die Woche trainingsfrei bekam. An den anderen sechs Tagen spulte er für Hin-und Rückweg jedes Mal über 100 Kilometer ab. Ein Zeitaufwand, der mit seinen Arbeitszeiten „nicht mehr kompatibel ist“, wie Sezer sagt.

Es musste also wieder ein näher gelegener Verein her – und da fiel dem Deutsch-Türken die Auswahl nicht schwer. „Ich brauchte nicht lange überlegen“, gesteht der 25-Jährige. „In Rhynern hatte ich ein gutes Jahr, bin ohnehin im Sommer im Guten gegangen“, betont Sezer, den die Gespräche mit Andreas Kersting und Trainer Michael Kaminski obendrein überzeugten. Am Papenloh hat Sezer nun eine ganze Reihe an Zielen mit seiner neuen, alten Mannschaft. „In der Rückrunde wollen wir natürlich so viele Punkte wie möglich holen“, gibt sich der Mittelfeldspieler entschlossen. Doch es sind nicht nur die sportlichen Mannschaftsziele, die ihn antreiben. „Ich möchte so schnell wie möglich wieder ankommen und die Führungsrolle einnehmen, die ich vor meinem Wechsel schon in Rhynern hatte.“

"Als wäre er nie weg gewesen"

Sich wieder ins Team einzufügen, scheint für Sezer jedoch keine große Herausforderung zu sein. „In der Kabine ist es jetzt so, als wäre er nie weg gewesen“, kommentiert Kersting die gelungene Integration des Rückkehrers, der von seiner Erfahrung in der Regionalliga nun profitieren will: „Ich habe in Lippstadt viel gelernt. Bin im Kopf reifer geworden“, so Sezer. „Und natürlich habe ich mir von den anderen Spielern Einiges abgeguckt und mich sportlich verbessert.“ Das Gelernte will er nun an die jungen Spieler aus der Mannschaft weitergeben, „die vielleicht auch noch einmal in der Regionalliga Fuß fassen wollen.“

Denn die Liga sei eine ganz andere, der Fußball viel schneller. „Das ist mit der Oberliga nicht zu vergleichen“, erklärt Sezer. Am meisten begeistert hat ihn jedoch nicht das Spieltempo, sondern vielmehr die Atmosphäre in den einzelnen Spielstätten: „Es hat mich gereizt, gegen Gegner mit großen Namen zu spielen.“ Prompt kommt ihm da der Tivoli in Aachen in den Sinn. „Da haben wir vor einer beeindruckenden Kulisse gespielt“, erinnert sich Sezer.

Ab Februar zieht es den 25-Jährigen dann wieder nach Sprockhövel, Erndtebrück oder zum Stadtderby in den Hammer Osten. Dem Kapitel Regionalliga ist damit vorerst ein Riegel vorgeschoben.

Doch das muss nicht für immer so sein. „Wenn ich es mit dem Job unter einen Hut bekomme, gerne“, kommentiert Sezer eine mögliche Rückkehr in die Viertklassigkeit. Doch die spiele, für den Moment zumindest, keine Rolle. „Ich habe Fuß gefasst in der Berufswelt. Das hat Vorrang. Die Regionalliga ist deshalb nicht mehr das konkrete Ziel.“

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