Ungewöhnliches Wechselspiel

Hahnemann und Hunnewinkel jeweils für vier Partien im Rhyneraner Tor

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Alexander Hahnemann (links) wird in den ersten vier Saisonspielen das Tor des SV Westfalia Rhynern hüten. Christoph Hunnewinkel (rechts) muss sich daran gewöhnen, nicht mehr in jeder Partie zwischen den Westfalia-Pfosten zu stehen.

Hamm - Es ist ein Wechselspiel der besonderen Art. Jeweils vier Partien in Folge werden die beiden Torhüter des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern, Alexander Hahnemann und Christoph Hunnewinkel, bestreiten, dann ist der jeweils andere an der Reihe. „Die beiden sind absolut auf Augenhöhe, deshalb haben wir uns für diesen Weg entschieden“, erklärt Trainer Björn Mehnert.

Dass eine Mannschaft über zwei gleichstarke Keeper verfügt, ist nichts Ungewöhnliches. Beim FC Barcelona durfte zum Beispiel Marc-André ter Stegen in der vergangenen Saison im Pokal und in der Champions League zwischen den Pfosten stehen, der Chilene Claudio Bravo war Stammkeeper in der Meisterschaft.

Und bei Borussia Dortmund hat Trainer Thomas Tuchel nach eigenen Worten auf sein „Bauchgefühl“ gehört und sich festgelegt, dass Neuzugang Roman Bürki in der Bundesliga spielen darf. Routinier Roman Weidenfeller wird dagegen als „Trostpflaster“ in der Europa League in den zwei Begegnungen gegen den norwegischen Vertreter Odds BK auflaufen.

Auch der SV Westfalia verfügt nach der Verpflichtung von Hahnemann, der vom SC Wiedenbrück an den Papenloh gewechselt war, und Hunnewinkel, der in der vergangenen Saison die unumstrittene Nummer eins der Rhyneraner war, über zwei Torhüter, die sich leistungsmäßig auf einem ähnlichen Niveau bewegen. „Beide haben eine starke Vorbereitung absolviert“, sagt Mehnert. „Der eine ist da ein bisschen besser, der andere hat da seine Vorteile. Aber letztlich hatten es beide einfach verdient zu spielen.“

Daher haben sich Mehnert und sein Co-Trainer Rafal Krumpietz mit den beiden Torhütern darauf geeinigt, dass jeder Keeper vier Partien am Stück bestreiten darf. „So hat jeder die Chance, sich bis zur Winterpause in den Vordergrund zu spielen“, erklärt Mehnert – und fügt hinzu: „Die beiden verstehen sich gut, haben keine Probleme mit dieser Regelung und pushen sich beim Training. Davon können sie dann wieder profitieren.“

Für Hunnewinkel war es im ersten Moment ein wenig „komisch“, als ihm sein Coach die Entscheidung mitteilte. Denn der 24-Jährige, der vor der Saison 2014/15 vom Liga-Rivalen Hammer SpVg zur Westfalia gekommen war, stand in der vergangenen Spielzeit bis auf einmal (Auswärtsspiel beim TuS Ennepetal) in jeder Partie von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz. Aber der Münsteraner freundete sich schnell mit der neuen Konstellation an und kann ihr nun sogar etwas Positives abgewinnen. „Klar will man immer spielen. Aber wir sind wirklich auf Augenhöhe. Daher ist die Entscheidung völlig in Ordnung“, sagt er. „Alex und ich verstehen uns richtig gut. Wir können im Training viel voneinander lernen. Es macht echt Bock, wenn wir uns da antreiben.“

Ein wenig Sorge, dass er am fünften Spieltag, wenn er dann in der Heimpartie gegen den FC Eintracht Rheine zwischen den Pfosten stehen wird, nicht über genügend Matchpraxis verfügt, hat er nicht. „Vielleicht spiele ich ja schon am Mittwoch im Kreispokal bei der Hammer SpVg. Aber wir haben auch sonst im Training bei uns so viel Tempo drin, da mache ich mir keine Gedanken“, sagt Hunnewinkel – und fügt hinzu: „Wir haben das Glück, dass wir zwei gute Torhüter haben. Ich sehe das nicht als Problem.“

Auch Hahnemann kommt nach eigener Aussage mit dieser Regelung klar, ehe er ein vorsichtiges „erst einmal“ hinterher schiebt: „Natürlich wollen wir beide spielen. So ist das eine komische und unübliche Regelung. Aber bis zur Winterpause ist das okay, dann werden die Karten neu gemischt“, sagt der 23-Jährige, der in den beiden vergangenen Spielzeiten beim SC Wiedenbrück in der Regionalliga gar nicht zum Einsatz kam. „Es ist so auf jeden Fall besser als nur auf der Bank zu sitzen“, betont er: „Und es macht Spaß, mit Hunne zu arbeiten. Dadurch können wir uns beide verbessern.“

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