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Aus alter Verbundenheit: Uentroper drückten Nina Mittelham die Daumen

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Von: Patrick Droste

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2010 spielte Nina Mittelham an der Seite von Carina Lehmköster im Trikot des TuS Uentrop.
2010 spielte Nina Mittelham an der Seite von Carina Lehmköster im Trikot des TuS Uentrop. © © Andreas Rother / Digitalfoto

Nina Mittelham stand am Sonntag bei den European Championships in München im EM-Einzelfinale der Frauen, musste darin verletzt aufgeben. Beim TuS Uentrop wurde das mit großem Interesse verfolgt. Schließlich spielte sie für ein Jahr in Hamm.

Tischtennis? Na klar. Aber Nina Mittelham hatte, als sie zur Saison 2009/10 vom SC Bayer 05 Uerdingen zum TuS Uentrop wechselte, in einem Fragebogen auch Rubiks Zauberwürfel als Hobby angegeben und damit preisgegeben, dass sie schon in jungen Jahren Spaß daran hatte, kniffelige Aufgaben zu lösen. Das wollte die mittlerweile 25-Jährige, die im zarten Alter von zwölf Jahren nach Hamm gekommen und eine Saison lang in der zweiten Uentroper Mannschaft in der Tischtennis-Regionalliga an die Platte getreten war, auch am Sonntag im Europameisterschaftsfinale, dem bislang wichtigsten Spiel ihrer Karriere, gegen die Österreicherin Sofia Polcanova beweisen. Doch unter dramatischen Umständen musste Mittelham ihr Vorhaben unter Tränen beenden und aufgrund von Schulterproblemen an ihrem rechten Schlagarm beim Spielstand von 9:11, 2:11, 0:3 vorzeitig aufgeben.

European Championships Munich 2022 am 19.08.2022 in der Rudi-Sedlmayer-Halle in München Nina Mittelham ( GER ) jubelt *
Nina Mittelham jubelt bei den European Championships in München. © IMAGO/Revierfoto

„Kennen uns ein paar Jährchen“

„Nina hatte früher auch schon unter Verletzungen zu leiden. Aber jetzt hat man gesehen, zu was sie im Stande ist, wenn sie fit und gesund ist“, sagt Nadine Sillus, aktuell Spielertrainerin der Zeitliga-Damen des TuS Uentrop und früher Wegbegleiterin der drei Jahre jüngeren Mittelham. „Nina und ich kennen uns schon ein paar Jährchen – nicht nur aus der einen Saison, als sie bei uns in der zweiten Mannschaft gespielt und ein-, zweimal im Zweitliga-Team ausgeholfen hat, sondern auch von Turnieren und Lehrgängen beim Westdeutschen Tischtennis-Verband“, betont Sillus, die ihrer früheren Teamkollegin, die derzeit für den TTC Berlin Eastside in der 1. Bundesliga aufschlägt, am Sonntag kräftig die Daumen gedrückt hat. Dass es am Ende nicht geholfen hat, fand die TuS-Trainerin sehr schade: „Ich hatte das Spiel nicht live gesehen, habe aber immer wieder auf den Spielstand geachtet und dabei sogar Gänsehaut gehabt. Ich hätte es ihr sehr gegönnt“.

Mit 13 Jahren erste Zweitliga-Spiele

Ihr Können hatte die in der Nähe von Düsseldorf geborene Mittelham schon damals mehr als nur angedeutet. So gewann sie im Trikot des TuS Uentrop im Mai 2010 an der Seite von Perissa Solja bei den Tischtennis-Jugendmeisterschaften in Blaustein im Doppel die Goldmedaille und absolvierte mit 13 Jahren für den TuS sogar schon ihre ersten Spiele in der 2. Bundesliga. Der Kontakt zu ihr war über die damals für den TuS aufschlagende Ildiko Imamura zustande gekommen, die nicht nur ihre Tochter Yuko, sondern auch Mittelham trainierte. „Wir waren damals mit drei Damenmannschaften in der 2. Bundesliga, in der Regionalliga und in der Oberliga sehr gut aufgestellt. Daher war es keine schlechte Idee, dass sie zu uns gekommen ist und sich bei uns in der Regionalliga an der Seite von Annika Störte oder Heike Niebossia weiter entwickeln konnte“, erklärt Sillus, die sich daran erinnert, dass die damals Zwölfjährige verständlicherweise noch sehr schüchtern sowie zurückhaltend und sehr auf ihre Eltern fixiert war: „Ihre Familie war immer bei den Spielen dabei und hat sie unterstützt.“

Von Uentrop nach Holzbüttgen

Nach einem Jahr in Uentrop wechselte die damals 13-Jährige im Sommer 2010 für die nächsten zwei Jahre in die 2. Bundesliga zu DJK Holzbüttgen, wo sie den nächsten Schritt ihrer Karriere machte. „Da sie in Willich wohnte, war der Weg nach Holzbüttgen für sie kürzer als zu uns“, hat Sillus auch heute noch Verständnis dafür, dass Mittelham nur ein Jahr lang für den TuS Uentrop an die Platte trat.

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