Tischtennis

Ohne Maskottchen für Grünweiß nichts zu holen

Hamms Belgier Olav Kosolosky war gegen Routinier Timo Boll chancenlos.
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Hamms Belgier Olav Kosolosky war gegen Routinier Timo Boll chancenlos.

Wie erwartet hatte Tischtennis-Zweitligist TTC Grünweiß Bad Hamm im Pokalviertelfinale beim Rekordmeister Düsseldorf nicht den Hauch einer Chance. Die Hammer blieben ohne Satzgewinn und unterlagen 0:3.

Düsseldorf – Die Spieler hatten gerade ihre Aufwärmphase beendet und waren zu einer letzten Besprechung in die Kabine verschwunden. Da durchfuhr es Martin Vatheuer siedendheiß. „Wir haben unser Maskottchen Gwendolin vergessen“, musste der Vorsitzende des Tischtennis-Zweitligisten TTC GW Bad Hamm vor dem Pokalviertelfinale im DTTB-Pokal beim deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf zu seinem Schrecken feststellen.

Doch eine Stunde später war auch Vatheuer klar, dass selbst der in den Vereinsfarben grün und weiß gehäkelte Glücksbringer in Form eines Tischtennisballs mit Armen an diesem Tag nicht viel geholfen hätte. Denn die Hammer unterlagen dem ungeschlagenen Spitzenreiter der 1. Bundesliga glatt mit 0:3 und durften dabei noch nicht einmal einen Satzgewinn bejubeln.

Trainer stolz auf seine Jungs

Unzufrieden waren die Gäste nach dem einseitigen Aufeinandertreffen im Arag Centercourt aber trotzdem nicht. „Die Düsseldorfer waren zu heiß. Wenn die Normalform haben, dann hat man keine Chance“, sagte GW-Trainer Wim van Breenen. „Ich bin aber trotzdem unheimlich stolz auf meine Jungs. Alle drei haben super gekämpft und ihr Bestes gegeben.“ Auch Vatheuer gab ehrlich zu, dass das Beste, was der Zweitligist zu bieten hatte, gegen die stärkste deutsche Tischtennis-Mannschaft in keiner Weise reichte: „Das Ergebnis gibt den Klassenunterschied wieder. Die Düsseldorfer waren immer und überall einen Tick besser.“

Dass die Gastgeber die Partie nicht auf die leichte Schulter nahmen, zeigte sich schon im ersten Einzel, in dem der zuvor lange verletzte Timo Boll zum Einsatz kam. Und Deutschlands Nummer eins ließ im Duell mit dem Belgier Olav Kosolosky keine Zweifel aufkommen, warum er auch mit seinen mittlerweile 39 Jahren noch auf dem zehnten Platz der Weltrangliste steht. Lediglich im dritten Durchgang durfte der junge Hammer ein wenig an einem Satzgewinn schnuppern, am Ende aber setzte sich der Routinier mit 3:0 (11:8, 11:6, 14:12) durch. Beeindruckend war dabei vor allem, wie nah Boll immer am Tisch stand und dadurch permanent Druck auf Kosolosky ausübte. Lediglich mit den Angaben des Belgiers hatte der Deutsche zwischenzeitlich seine Probleme. „Diese Erfahrung, genau dann da zu sein, wenn es drauf ankommt, zeichnet Timo einfach aus“, zeigte sich van Breenen beeindruckt.

Keine Schwächen gezeigt

Gerrit Engemann, der beim Düsseldorfer Masters noch mit seinem Sieg über den deutschen Nationalspieler Patrick Franziska für Aufsehen gesorgt hatte, kam im zweiten Einzel nicht einmal in die Nähe eines Satzgewinns. Gegen den Schweden Anton Källberg verlor er glatt mit 0:3 (6:11, 6:11, 7:11) und hielt die Partie nur in den ersten beiden Durchgängen bis zum 4:4 offen. Während Engemann um jeden Punktgewinn hart kämpfen musste, spielte der Weltranglisten-57. fast fehlerfrei auf. „Gerrit hat das eigentlich ganz ordentlich gemacht. Aber es ist am Ende des Tages eine andere Liga. Källberg hätte mal Schwächen zeigen müssen. Aber die hat er nun mal nicht gezeigt“, meinte Vatheuer. „Man hat gehofft, dass auch Gerrit mal zu leichten Punkten kommt. Aber die bekam er nicht.“

So ruhten die Hoffnungen auf einen Satzgewinn letztlich auf Laurens Devos, der mit Kristian Karlsson auf den 24. der Weltrangliste traf. Nach einem verlorenen ersten Durchgang mit 3:11 berappelte sich der Belgier, führte im zweiten Abschnitt mit 3:0, 5:3 und 6:5 sogar. Am Ende aber verlor er den Durchgang mit 7:11. Auch im dritten Satz lag eine Überraschung kurz in der Luft bei einem 7:5 für Devos. Dann aber drehte Karlsson auf, schickte den Belgier mit einem 9:11 zurück in die Spielerbox und besiegelte damit die 0:3-Niederlage der Hammer.

„Am Ende können wir zwar keinen Sieg mitnehmen, aber wir haben viel gelernt. Wir haben gesehen, wie schnell und schlau man Tischtennis spielen kann“, erklärte van Breenen. Und auch Vatheuer gewann dem Tag letztlich noch etwas Gutes ab. „Vielleicht war es gar nicht schlecht, dass wir unser Maskottchen vergessen haben. Dadurch behält Gwendolin noch seinen Nimbus“, sagt er angesichts der Tatsache, dass der TTC Grünweiß seit dem Tag im Frühjahr, als die Hammer den Glücksbringer das erste Mal dabei hatten, keine Partie mehr verloren hat.

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