Tischtennis

Grünweiß und TuS Uentrop: In der neuen Saison ist Flexibilität gefragt

Alex Daun, Trainer der Zweitliga-Damen des TuS Uentrop.
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Alex Daun, Trainer der Zweitliga-Damen des TuS Uentrop.

Die Tagungen der Tischtennis-Bundesliga sind abgewickelt – ein Zeichen dafür, dass ein Stück Normalität in den Wettkampfsport einkehrt.

Hamm - Auch wenn die Gefahr eines Lockdown in der Corona-Krise allgegenwärtig ist, zeigen sich der Deutsche Tischtennis-Verband (DTTB) und die Klubs zuversichtlich, dass die neue Saison abgewickelt werden kann.

„Wir fangen relativ spät an“, sagt Martin Vatheuer, Vorsitzender des Zweitligisten TTC GW Bad Hamm – seine Mannschaft wird sogar erst am zweiten Spieltag mit der Partie am 19. September beim 1. FSV Mainz in das Geschehen eingreifen. „Das wird eine richtig schwere Aufgabe. Denn Mainz war vor zwei Jahren Meister, ist in der vergangenen Saison Zweiter geworden und hat auch dieses Jahr wieder eine tolle Truppe am Start. Da erfolgreich zu sein, wäre schön für einen guten Saisonverlauf.“

Den traut der GW-Vorsitzende seinem neu formierten Team zu. „Allgemein ist die Liga extrem ausgeglichen, vielleicht noch einen Tick stärker als im Vorjahr“, sagt Vatheuer. „Wir haben eine sehr starke Mannschaft. Aber viel wird von der Tagesform abhängen. Es gibt keine Mannschaft, wo du sagen könntest, die sind Favorit – jedes Spiel kann Überraschungen bereit halten.“ Entsprechend schmal könne der Grat zwischen „oben mitspielen“ und „in Abstiegsnot zu geraten“ sein.

Pokal-Vorrunde ist ausgelost

Auch die Pokal-Vorrunde des DTTB ist bereits ausgelost. Hier wird das Team am 6. September beim Drittligisten TSV Schwarzenbek auf das Team des Ausrichters sowie den ebenfalls in der 3. Liga antretenden SV Union Velbert sowie Zweitliga-Konkurrent TTC indeland Jülich treffen. Jülich, das in den vergangenen zwei Spielzeiten in der 1. Bundesliga antrat, ist freiwillig in Liga zwei zurückgegangen, weil der Verein in der höchsten Klasse nicht in der Lage war, ein wettbewerbsfähiges Team zu stellen. „Wir haben uns in den vergangenen zwei Jahren für die Hauptrunde qualifiziert – im vergangenen sogar ohne unseren Spitzenspieler Pavel Platonov“, sagt Vatheuer. „Aber wir nehmen das erstmals als Kennenlernen und Trainingslager für das Team. Wir wollen nicht mit aller Macht in die Hauptrunde, würden es aber mitnehmen, wenn es klappt.“

Während die Grünweißen zwei Doppelspieltage zu absolvieren haben, ist diese Zahl für die Zweitliga-Frauen des TuS Uentrop deutlich höher. „Ich habe mich darum bemüht, das so hinzubekommen“, sagt TuS-Trainer Alex Daun. „Zum Glück passte das in diesem Jahr extrem gut. Denn so müssen unsere Spielerinnen Airi Avameri und Bernadett Balint weniger reisen. Außerdem ist das Team dann an diesen Wochenenden länger zusammen – das schweißt zusammen.“

Neuverpflichtungen zur Rückrunde möglich

Neben den corona-bedingten Modulationen gibt es eine markante Änderung im Regelwerk. „In den Bundesligen sind jetzt auch Neuverpflichtungen zur Rückrunde erlaubt“, sagt Daun. „Das ging bisher nur bis zum 31. Mai. Dann war der Kader für die Saison eingefroren.“

Auch durch eine mögliche Verschiebung der Weltmeisterschaft von Ende September in den Frühling hinein kann es zu Terminverschiebungen kommen.

Zu sportlichen Höhepunkten werden das erste (3. Oktober/Auswärts) und das letzte Saisonspiel der Uentroperinnen (2. Mai 2021/Heim). Dann ist der Gegner jeweils mit dem TTC Weinheim das Überteam der Liga. „Die sind nominell unfassbar stark“, weiß Daun. „Weinheim war letztes Jahr schon Meister, hat sich noch verstärkt. Ein fulminanter Auftakt.“

Änderungen am Spielsystem während der Saison denkbar

Spielbetrieb geht vor festem Regelwerk: In seinen Bundesligen setzt der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) auf Flexibilität. In einem Umlaufbeschluss des Bundestags des DTTB sowie der Gremien und Landeverbände hat sich der Verband dazu entschieden, besondere Maßnahmen für die unsichere Corona-Zeit einzuleiten. „Wir haben den Weg gewählt, so zu arbeiten, dass wir für die jeweiligen Spielebenen Gremien festsetzen, die dazu berechtigt sind, die Wettspielordnung kurzfristig anzupassen“, sagt Matthias Vatheuer, Generalsekretär des DTTB. „Für die Bundesligen ist das DTTB-Präsidium entscheidungsberechtigt.“

Durch die unterschiedlichen Corona-Verordnungen in den Bundesländern bestehen verschiedene Regelungen, an die der Spielbetrieb angepasst werden soll. Wenn etwa in einem oder mehreren Bundesländern das Austragen von Doppeln verboten ist, kann der Verband aktiv werden und die Spielordnung modifizieren. „Wenn die Situation schlechter wird, was ja theoretisch vorstellbar ist, kann der Verband etwa nach drei oder vier Spieltagen sagen: Ab jetzt verzichten wir auf die Austragung der Doppel und spielen nur noch Einzel“, so Matthias Vatheuer. „Wichtig ist, dass wir flexibel Änderungen am Spielsystem vornehmen können, um die Saison möglichst zuende zu bringen.“

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