Grosser bärenstark: Elfter Platz bei der Straßen-DM

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Aaron Grosser

Erfurt - Was für ein Rennen, was für ein Erfolg: Das Hammer Radsport-Talent Aaron Grosser hat bei der deutschen Straßenmeisterschaft in Erfurt der nationalen Elite die Stirn geboten. Beim Sieg des Rostockers Andre Greipel wurde er im Massensprint Elfter – und war damit sogar drei Plätze besser als der Profi John Degenkolb. „Es ist ein irres Gefühl, mit 19 Jahren da vorne reinzufahren, denn da waren ja keine Pfeifen dabei. Es war ein hartes Rennen, am Ende habe ich schon Sterne gesehen“, sagte Grosser nach dem Zieleinlauf ausgepumpt, aber überglücklich.

Wenn der 19-Jährige am Montag, nur eine Nacht nach dem wohl größten Erfolg seiner jungen Karriere, ein Schulpraktikum antritt, wird er es mit schweren Beinen tun – „aber mit einem guten Gefühl“, wie Grosser sagte. Vergessen ist die Enttäuschung der U 23-DM am vergangenen Wochenende in Berlin, als er in aussichtsreicher Position liegend in einen Massensturz verwickelt wurde.

„Platz elf bei so einer Elite-Konkurrenz zählt 1000-mal mehr als ein U 23-Resultat, auch wenn ich nicht aufs Treppchen gekommen bin“, so Grosser, der nicht vergaß, seinen Kollegen aus dem Team Sauerland zu danken: „Die Mannschaft hat super gearbeitet. Ohne die Jungs wäre ich nicht so weit vorne gelandet“, sagte der Sprintspezialist.

Ihm und den anderen gut 230 Startern – darunter die deutschen Radstars Greipel, Degenkolb, Tony Martin und Marcel Kittel – machte auf der 215,5 Kilometer langen, tellerflachen Strecke rund um Erfurt der Wind zu schaffen. „Der hat ganz schön über die Felder geblasen“, sagte Grosser, dem auch das hohe Tempo (Schnitt: 47,42 Kilometer pro Stunde) zusetzte.

„Das war hammerhart. Auf der letzten Runde habe ich gemerkt, dass ich schon leicht schiele“, erzählte Grosser. Im Massensprint auf dem Juri-Gagarin-Ring gab er noch einmal alles – dass er gegen die routinierten Berufsfahrer letztlich wohl keine Chance haben würde, war ihm klar, doch er wollte unbedingt die Top-20-Position, die er sich zum Ziel gesetzt hatte. Am Ende überfuhr er den Strich als Elfter. „Das ist genial“, meinte Grosser und ergänzte: „Es nimmt den Druck ein bisschen raus. Ich kann jetzt ganz entspannt zur Frankfurt/Oder-Rundfahrt.“ Die beginnt am Donnerstag.

Im Juli folgt ein zehntägiger Trip ins kanadische Vancouver, wo Grosser einige Rennen bestreiten wird.

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