Faustballer des Hammer SC wollen in die 2. Bundesliga

Große Ziele nach langer Pause beim HSC

Es ist schon lange her, dass die Hammer Faustballer zum letzten Mal um Punkte auf dem Rasen spielten. Nun hoffen sie auf einen Saisonstart im Juni und haben viel vor.
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Es ist schon lange her, dass die Hammer Faustballer zum letzten Mal um Punkte auf dem Rasen spielten. Nun hoffen sie auf einen Saisonstart im Juni und haben viel vor.

Bevor Corona auch den Faustballsport lahmgelegt hatte, gab es für die Abteilung des Hammer SC noch Grund zum Jubeln: Die Damen und die Herren-Mannschaft des traditionsreichen Vereins, der unter dem Namen TV Westfalia zahlreiche Deutsche Meisterschaften feierte, hatten Anfang des Jahres 2020 den Aufstieg zurück in die 2. Bundesliga geschafft.

Hamm – In diese Liga wollen sie jetzt – mit einem Jahr Verspätung – auch draußen vorstoßen, falls die Sommersaison wie geplant losgeht. Zusätzliches Know-how in Person eines erfahrenen Trainers zur Unterstützung haben sich die Hammer für dieses Vorhaben auch an Land gezogen.

„Wir haben das Ziel Aufstieg schon letzten Sommer ausgeschrieben. Das haben wir nun ein Jahr verschoben und wollen wir jetzt nachholen“, sagt Christopher Hafer, einer der Spieler aus dem erfolgreichen Herrenteam. In der Hallenrunde 2019/2020 marschierten er und seine Kollegen souverän ohne Niederlage durch die Verbandsliga. Seitdem fielen zwar Freiluft- und Wintersaison der Pandemie zum Opfer, der eigene Anspruch allerdings blieb: „Wir sehen uns selber in der zweiten Liga“, sagt Hafer selbstbewusst, fügt aber wegen der Pause hinzu: „Nach dem großen Cut müssen wir erstmal schauen.“ Die Mannschaft, die wie die Frauen draußen (noch) in der Verbandsliga antritt, wird soweit zusammengebleiben, darüber hinaus wurden Gespräche geführt, um mit externen Kräften personell aufzurüsten.

Doch zunächst einmal muss überhaupt wieder gespielt werden. Da haben die Faustballer allerdings einen Vorteil im Vergleich zu den meisten anderen Ballsportarten. Sie gelten im Gegensatz zum Volleyball zum Beispiel nicht als Kontaktsportler, da auf dem Feld – vor allem draußen – die Abstände eingehalten werden können. „Wir blocken ja nicht“, erklärt Ludwin Hafer, der Abteilungsleiter, einen entscheidenden Unterschied. Daher können die HSC-Teams eher als andere Mannschaftssportler normal trainieren. Durch die stabilen Infektionszahlen können sie zeitnah wieder auf den Platz gehen. Kinder waren in Fünfergruppen sogar schon in der vergangenen Woche aktiv.

Bevor es dann für die Seniorenteams in der Verbandsliga um Punkte geht, haben sich die Vereine darauf geeinigt, allen eine vierwöchige Vorbereitung zu ermöglichen. Der erste Spieltag könnte im besten Fall am 19./20. Juni ausgetragen werden, rechnet Ludwin Hafer vor.

Ein alter Bekannter unterstützt das Trainerteam

Für die großen Ziele hat der HSC seinen Trainerstab erweitert. Hartmut Maus wird die Arbeit unterstützen. Er war lange Jahre in Solingen und Wuppertal tätig, derzeit betreut er das Bundesligateam des TSV Hagen und die U 21-Nationalmannschaft und wird ab sofort auch in Hamm sein Wissen einbringen. „Ich kenne ihn, seit ich elf bin“, sagt Christopher Hafer, der unter Maus schon in verschiedenen U-Nationalteams spielte: „Er wird viel Know-how mitbringen.“ Maus war in den 90er Jahren auch für den TV Westfalia auf dem Platz am Tierpark als Spieler aktiv.

Hafer ist im Übrigen einer von drei HSC-Faustballern, die schon längere Zeit ihrem Sport wieder nachgehen können. Als U 21-Nationalspieler hat er dazu ebenso wie seine Vereinskolleginnen Jana Ehrhardt und Michelle Rienermann in der U 18 eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Damit hätten sie schon seit Januar trainieren dürfen, in Hamm bekamen sie die Erlaubnis vom Gesundheitsamt später als anderswo, aber immerhin ab März. „Das hat eine ganze Zeit gedauert“, sagt er. Ebenfalls schon im Einsatz ist Heike Hafer als U 18-Nationaltrainerin.

Lange Pause nagt an der Motivation

Die lange Zwangspause, unterbrochen nur von einer kurzen Zeit im Sommer, haben die Erwachsenenteams der Faustball-Abteilung nach eigenen Angaben ganz gut verkraftet. „Schwierig war es aber mit der Motivation der Spieler. Und bei den Übungsleitern war das auch so“, meint Ludwin Hafer. Immer nur Videotraining ist dann auch nicht das Wahre.

Größere Auswirkungen befürchtet er aber im Jugendbereich, besonders in den höheren Jahrgängen. Abitur, Ausbildung, Studiumsbeginn, Berufsaufnahme führen schließlich schon zu normalen Zeiten zum Verlust von Aktiven. Betroffen sei zum Beispiel das U 18-Mädchenteam – ausgerechnet, findet der Abteilungsleiter. Denn im März 2022 richtet der HSC die DM in dieser Altersklasse aus und ist als Veranstalter automatisch qualifiziert.

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