Luis Hages führt deutsches U20-Team als Kapitän zur WM

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Luis Hages ist zum SKG zurückgekehrt – und reist nun als Kapitän des deutschen Teams zur U20-WM.

Hamm - Luis Hages hat den Job bereits im vergangenen Jahr bei der Europameisterschaft ausgeübt. Doch eine Selbstverständlichkeit ist es für den 19 Jahre alten Rollhockey-Spieler des SK Germania Herringen keineswegs, dass er die deutsche Nationalmannschaft bei der U20-WM, die ab Samstag im spanischen Villanova in der Nähe von Barcelona stattfindet, wieder als Kapitän auf das Feld führen wird.

„Für mich ist das eine besondere Ehre. Und gleichzeitig auch ein Lob von den Trainern Jordi Molet und Nicole Paczia, dass sie mir diese Aufgabe erneut anvertrauen“, sagt Hages.

Während seine Teamkollegen bereits am Donnerstag Richtung Spanien aufbrechen, wird der Hammer einen Tag später abreisen. „Ich habe von der Arbeit nicht frei bekommen“, betont der Auszubildende zum Elektriker für Betriebstechnik. Da aber am Freitag sowieso nur ein Testspiel auf dem Programm steht und die deutsche Nationalmannschaft ihre erste Partie der Gruppenphase erst am Sonntag gegen Kolumbien bestreitet, ist die verspätete Anreise des Kapitäns kein großes Problem.

Zum Problem sollten auch die ersten Partien der Titelkämpfe für Hages und seine Teamkollegen nicht werden. Denn neben den Südamerikanern treffen die Deutschen noch auf Spanien und England. „Die ersten beiden qualifizieren sich für das Viertelfinale. Spanien ist in unserer Gruppe sicher der Favorit, daher ist unser Ziel der zweite Platz. Mein persönliches Ziel ist es, einfach geiles Rollhockey zu zeigen. Ich möchte alles geben und das ein oder andere Tor schießen“, sagt der Herringer, der im Alter von drei Jahren beim SK Germania mit dem Rollhockeyspielen begann und im Hammer Westen alle Jugendmannschaften durchlief. Bereits mit 16 Jahren gehörte er zum Kader des Bundesliga-Teams, saß aber fast ausschließlich auf der Bank.

Als dann vor etwas mehr als drei Jahren die Verantwortlichen der IGR Remscheid anfragten und ihm anboten, dort in einer Jugendmannschaft und gleichzeitig auch im Bundesliga-Team aufzulaufen, nahm er diese Offerte an. „Anders als in Herringen gab es dort Spieler in meinem Jahrgang“, erinnert sich Hages, der dann in seinem zweiten Jahr in Remscheid gleich den Sprung zum Stammakteur in der Erstliga-Formation schaffte: „Dadurch habe ich viel Erfahrung gesammelt und Gegner wie Iserlohn und Cronenberg schon früh kennen gelernt.“

Daher nahm er die Pendelei zwischen seinem Wohnort in Herringen, seiner Arbeit und eben Remscheid auch gerne auf sich – obwohl sein Herz nach eigener Auskunft auch während dieser Zeit immer für den SK Germania schlug. „Ich habe das als eine Ausleihe gesehen“, verrät er.

Als er dann aber von SKG-Trainer Hans-Werner „Alfredo“ Meier angesprochen wurde, ob er sich eine Rückkehr zu seinem Stammklub vorstellen könne, nahm er das Angebot dankend an. „Ich stand mit den Jungs und den Leuten aus dem Verein ja immer in Kontakt. Es ist einfach schön, wieder zuhause zu sein. Denn der SK Germania ist wie eine Familie. Dort macht es Spaß zu spielen, jeder kämpft für jeden, jeder ist für den anderen da“, sagt Hages, der daher das Auftaktmatch vor zehn Tagen in der Glückauf-Sporthalle gegen den TuS Düsseldorf-Nord sichtlich genoss: „Ich habe direkt ein Tor gemacht. Und ich durfte in der eigenen Halle vor heimischem Publikum auflaufen – das war einfach nur schön.“ Am vergangenen Samstag ging es dann zu seinem Ex-Verein nach Remscheid, wo er sich als durchaus „fairer“ Rückkehrer präsentierte. Denn beim 11:0-Kantersieg trug er sich nicht in die Torschützenliste des SKG ein.

Aber so zurückhaltend will der Cousin von Herringens Stamm- und Nationalspieler Liam Hages nicht immer sein. Auf nationaler Ebene hat Luis Hages ein klares Ziel vor Augen, will mit den Germanen in Sachen Meisterschaft und Pokal mächtig angreifen. „Im Jugendbereich habe ich ja schon einige Titel geholt. Aber im Seniorenbereich wäre es das erste Mal, so einen Pott zu gewinnen und in der Hand zu halten“, sagt er. Und natürlich will er jetzt auch bei der U20-WM für Furore sorgen. Um mit dem Nationalteam weit zu kommen. Und um sich in Herringen für einen Stammplatz zu empfehlen.

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