Viertelfinale um den nationalen Tischtennis-Pokal:

TTC GW mit "größtmöglicher Vorfreude" zu Borussia Düsseldorf 

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Der Belgier Laurens Devos führt das Hammer Team am Sonntag in Düsseldorf an.

„Unter den gegebenen Umständen versuchen wir, trotzdem mit der größtmöglichen Vorfreude in die Partie zu gehen“, sagt Martin Vatheuer, Vorsitzender des Tischtennis-Zweitligisten TTC GW Bad Hamm, vor der Pokalpartie am Sonntag (15 Uhr) beim deutschen Tischtennis-Rekordmeister Borussia Düsseldorf.

Hamm – Die Euphorie ist leicht gebremst. Überschwängliche Glücksgefühle wollen aufgrund der Begleiterscheinung aufgrund der Corona-Pandemie nur in Maßen aufkommen. Eigentlich hätte die Begegnung bereits am 1. November in Hamm stattfinden sollen. Doch da Hamms Spitzenspieler Laurens Devos zuvor positiv auf Covid-19 getestet worden war und er in den Tagen vor der Begegnung gemeinsam mit seinem belgischen Landsmann Olav Kosolosky trainiert hatte, mussten sich beide in Quarantäne begeben. „Und wenn zwei Akteure in Quarantäne sind, wird die Partie laut Spielordnung abgesagt“, erklärt Vatheuer, der nun für die Nachholpartie das Heimrecht an die Düsseldorfer abgegeben hat. 

"Eventuell einen Mini-Heimvorteil gehabt"

„Wir hätten eventuell einen Mini-Heimvorteil gehabt, wenn wir in der kleinen Sporthalle des Gymnasiums Hammonense gespielt hätten. Aber Zuschauer hätten nicht dabei sein können.“ Nun aber können aufgrund der Tatsache, dass die Begegnung in der Düsseldorfer Arena ausgetragen wird, Hammer Tischtennisfans die Spiele per Livestream über die Webseite www.ttbl.de verfolgen. Und die Akteure des Zweitligisten kommen in den Genuss, auf rotem Tischtennis-Boden unter hochprofessionellen Rahmenbedingungen an die Platte zu treten. „Von daher ist das für uns schon eine tolle Sache“, meint Vatheuer, zumal es fast 40 Jahre her ist, dass die Grünweißen das letzte Mal in einem Pflichtspiel gegen die beste Tischtennis-Mannschaft Deutschlands angetreten sind. 

Überraschung scheint dieses Mal ausgeschlossen

Seit dem Abstieg der Hammer aus der 1. Bundesliga Anfang der 1980er Jahre gab es anschließend nur noch zwei Freundschaftsspiele gegen die Düsseldorfer. Klar ist dennoch, dass die Borussia als haushoher Favorit in die Partie gehen wird. Eine ähnliche Überraschung wie Anfang Oktober, als der TTC GW durch einen 3:1-Erfolg über den Erstligisten TTC Zugbrücke Grenzau ins Viertelfinale eingezogen war, erscheint dieses Mal so gut wie ausgeschlossen. Zum einen führen die Düsseldorfer die Tabelle mit 14:0 Punkten überaus souverän an, haben in dieser Spielzeit lediglich zwei Spiele abgegeben. Zum anderen weisen die Gastgeber Platzierungen in der Tischtennis-Weltrangliste auf, von denen die Hammer nur träumen können. 

Timo Boll wieder im Einsatz

Timo Boll, der nach seiner Verletzung zuletzt wieder zum Einsatz gekommen war und auch am Sonntag gegen Hamm vielleicht antreten wird, wird an Position zehn geführt. Zudem gehören die beiden Schweden Kristian Karlsson (24) und Anton Källberg (57) sowie der deutsche Nationalspieler Ricardo Walther (89) zum Team. Die Hammer werden derweil – wie im Vorfeld besprochen – im Pokal ohne Pavel Platonov, in der vergangenen Saison stärkster Spieler der 2. Bundesliga, antreten. „Pavel befindet sich zu Hause in Weißrussland“, sagt Vatheuer, der daher neben den beiden Belgiern Devos (218. der Weltrangliste) und Kosolosky (283) auf Gerrit Engemann (291) und als Ersatzmann auf den jungen Andre Bertelsmeier (nicht geführt in der Weltrangliste) setzt.

"Hoffentlich findet die Partie statt"

 „Allein diese Platzierungen sagen ja schon alles aus. Wir sind da krasser Außenseiter und werden uns über jeden einzelnen Satzgewinn freuen“, betont Vatheuer und fügt hinzu: „Düsseldorf ist einfach eine Hammer-Mannschaft, egal, ob Timo Boll am Ende mitspielen wird oder nicht.“ Als Trainer werden Wim van Breenen und Niklas Ostrowski die Hammer Mannschaft begleiten. Außerdem reisen Vatheuer, Uwe Witte als Betreuer, David Lemke, der sonst den Liveticker bedient, und Rainer Fänger, der bei den Heimspielen für die musikalische Untermalung sorgt, mit nach Düsseldorf. „Inklusive Spieler dürfen wir da mit zehn Leuten auflaufen“, sagt Vatheuer, der letztlich nur noch eine Sorge hat: „Hoffentlich findet die Partie statt. Derzeit weiß man ja nie, was aufgrund von Corona noch alles passiert.“

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