GC Stahlberg wird von Lockerungen überrascht, öffnet aber schnell seine Driving Range

Während das Greenkeeper-Team des Golfclubs Stahlberg im Lippetal die Reste des Winters verschwinden lässt, fliegen erstmals seit Mitte Dezember wieder Bälle.
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Während das Greenkeeper-Team des Golfclubs Stahlberg im Lippetal die Reste des Winters verschwinden lässt, fliegen erstmals seit Mitte Dezember wieder Bälle.

Erst am Freitag, 19. Februar, verkündete die NRW-Landesregierung kleinere Lockerungen für den Freiluftsport. Der Golfclub Stahlberg hat gleich reagiert. Schon am Montag flogen die ersten Bälle.

Hamm – Schlechte Laune? Corona-Blues? Nicht am Montag auf der Anlage des Golfclubs Stahlberg im Lippetal. „Endlich, toll – jetzt, wo auch noch das Wetter mitspielt“, freute sich Hannelore aus Hamm, die mit ihrem Mann Ingolf am ersten Tag der kleinen Lockerungen im Sport unbedingt spielen wollte, denn: „Ich habe zu Weihnachten neue Schläger bekommen, jetzt kann ich sie endlich ausprobieren.“ Und auch Profitrainer Peter Wiethoff war hörbar gut gelaunt: „Ich freue mich, dass ich ab heute wieder arbeiten darf – und dann stimmt auch noch das Wetter; morgen kommen bestimmt die ersten in kurzer Hose.“

Kurzprogramm mit Mattenabschlägen

Während beim Golfclub Hamm Drechen die Mitglieder über die Homepage gebeten wurden, „bei aller Vorfreude von einem Besuch der Golfanlage in der kommenden Woche noch abzusehen“, öffnete der Club im Lippetal zumindest seine Driving Range – aber selbst dieses Kurzprogramm hielt zahlreiche Golferinnen und Golfer nicht davon ab, Mattenabschläge zu üben.

„Ich war das letzte Mal am 12. oder 13. Dezember zum Spielen hier, als dicht gemacht werden musste“, sagt Hannelore und freute sich einfach nur, „auf der schönsten Driving Range Deutschlands“ Ball um Ball auf die Grünfläche zu befördern. Zwar sei sie in der Zwischenzeit mit ihrem Mann auf dem 80 Hektar großen Clubareal mal spazieren gegangen, „aber das ist ja ganz etwas anderes.“

Hoffnung auf Platzrunden ab dem 1. März

Der Andrang am Montag war zunächst nicht so groß, wie ihn Clubsekretärin Anja Hake erwartet hatte. „Beim Restart im vergangenen Mai, nach dem ersten Lockdown, war der Parkplatz bereits morgens um 7.15 Uhr rappelvoll“, sagt sie. Gegen Mittag bekam sie in ihrem Büro aber mehr zu tun – wobei sich alle wohltuend an die Abstands- und Hygieneregeln hielten.

Die Nachricht der NRW-Landesregierung, dass ab dem 22. Februar tatsächlich Freiluftsport zu zweit oder innerhalb eines Hausstandes mit mehreren Personen wieder möglich ist, „hat uns völlig überrascht. Wir haben eigentlich mit dem 8. März gerechnet“, sagt Anja Hake.

Dass nur die Driving Range geöffnet wurde, sei alternativlos gewesen, denn: „Die starken Niederschläge und nicht zuletzt der vergangene Wintereinbruch haben ihre Spuren hinterlassen. Die Bahnen sind zu nass.“ Und wie zum Beweis bleibt gleich einmal das Golfcart bei einer kleinen Besichtigungstour mit durchdrehenden Rädern stecken. Der Rasen schmatzt beim Aussteigen, Schuhe und Hose – nun ja. Die Hoffnung bleibt dennoch, dass spätestens zum 1. März auch die 18-Loch-Anlage geöffnet wird; dann unter den bekannten Hygiene- und Abstandsmaßnahmen aus der vergangenen Saison.

Noch viel Arbeit für die Greenkeeper

Bis dahin hat Greenkeeper Andreas Albert-Schwarte mit seinem Team noch viel zu tun, auch „wenn wir sehr gut aus dem Winter gekommen sind. Es hätte uns härter treffen können.“ Vor allem die üblichen Vorfrühlingstätigkeiten wie Baumschnitt und Arbeiten, die von den Wegen aus machbar sind, werden derzeit durchgeführt. „Mit großem Gerät ist da nichts zu machen“, sagt Albert-Schwarte mit seinen 21 Jahren Berufserfahrung, während ein Kollege das Grün am 18. Loch mit einem Laubbläser von den unzähligen Regenwurm-Häufchen befreit.

Hannelore und Ingolf, früher beim TuS 59 auf dem Tennisplatz aktiv, hoffen derweil, wie wohl alle der 600 Aktiven unter den 700 Mitgliedern, dass möglichst schnell wieder das alte Club-leben Einzug hält – mit den Männer- und Ladiesturnieren unter der Woche oder dem After-Work-Event am Freitag: Vorab ein vier- oder fünfstündiger Wettbewerb über die 18 Bahnen, danach reden, essen und etwas trinken mit Freunden im schmucken Clubhaus oder auf dessen Terrasse. „Es ist einfach nur schön“, sagt Hannelore – und es hat für sie auch nach mehr als 20 Jahren im Golfclub Stahlberg nichts von seinem Reiz verloren.

Auch Trainer Wiethoff hofft auf mehr Normalität

Auch Trainer Peter Wiethoff hofft auf mehr Normalität. Die Nachfrage sei da und es sei schön zu wissen, dass er wieder arbeiten kann – auch wenn das jetzt noch kein richtiges Training ist so auf Abstand und ohne größere Korrekturen, bei denen Körperkontakt gelegentlich unvermeidbar ist. „Aber“, sagt der PGA Professional, „es hilft im Moment, auch wenn es nicht das ist, was wir gewohnt sind. Die Vorfreude überwiegt bei uns allen.“

Auch beim Golfclub Drechen ist die Hoffnung groß, dass der Platz schnell abtrocknet. Eine Umsetzung der Öffnung nach der kurzfristigen Lockerung sei nicht möglich, da die Platzverhältnisse keinen Spielbetrieb noch den Greenkeepern das Befahren mit den Maschinen zur Platzpflege zulassen. Über den Öffnungstermin, die Aktivierung der Online-Startzeitenbuchung sowie über die Corona-Maßnahmen werde gesondert informiert.

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