Gold: Sebastian Schubert wiederholt DM-Triumph

+
Sebastian Schubert verteidigte in Augsburg seinen DM-Titel im Kanu-Slalom.

AUGSBURG -  In der Qualifikation war er Zweiter, im Halbfinale Dritter, doch im Finale war Sebastian Schubert voll da. Der 26-jährige Slalom-Kanute vom KR Hamm fuhr bei der Deutschen Meisterschaft die Konkurrenz in Grund und Boden. Mit unglaublichen 1,56 Sekunden Vorsprung verteidigte er in Augsburg seinen Titel. Schuberts Teamkollegin Jasmin Schornberg war dagegen tief enttäuscht. Sie hatte nach einem  Torfehler das erste DM-Einzel-Gold ihrer Karriere verpasst.

Am siebten Tor hatte sich die 28-Jährige eine 50-Sekunden-Strafe eingehandelt. Die Torrichter monierten, dass die Weltmeisterin von 2009 nicht mit vollem Kopfumfang durch das Längstor gefahren sei. Ihr Heimtrainer Jürgen Schubert bezeichnete die Entscheidung als „strittig“ und erwog einen Protest. Es zeichnete sich jedoch schnell ab, dass der nicht erfolgreich sein würde. Schornberg, die mit Bestzeiten in beiden Läufen die Qualifikation gewonnen hatte, war verärgert. Denn ohne die Strafe wäre sie nicht Zehnte geworden, sondern hätte statt Melanie Pfeifer (Augsburg) Einzel-Gold gewonnen. Die Silbermedaille, die sie zuvor am Sonntagvormittag gemeinsam mit Katja Frauenrath (Köln) und Anna Faber (Dormagen) gewonnen hatte, war nur ein schwacher Trost.

Ganz anders war die Befindlichkeit bei Sebastian Schubert nach dem Endlauf. „Ich bin an den ersten drei Toren gleich gut reingekommen. Es lief von oben bis unten sehr gut“, sagte der Sieger. „In den ersten Läufen bin ich solide gefahren, aber so richtig schnell fand ich mich nicht. Da muss noch mehr kommen, dachte ich mir. Also habe ich ein bisschen mehr Gas gegeben“, so Schubert. Und wie er das tat. Er fuhr kontrolliert aggressiv und hatte am Ende mit 95,62 Sekunden gegenüber den ebenfalls fehlerfreien Augsburgern Fabian Dörfler (97,18) und Hannes Aigner (99,23) deutlich die Nase vorn.

„Eineinhalb Sekunden sind ein recht großer Vorsprung. Das ist nicht alltäglich“, sagte der Heessener cool. Sein Vater Jürgen bezeichnete die Steigerung von gut vier Sekunden gegenüber dem Halbfinallauf dagegen als „phänomenal“. „Seine Leistung zeigt, dass er mit Hinblick auf die zwei ausstehenden Weltcups und die Weltmeisterschaft auf einem guten Weg ist“, so Jürgen Schubert. Die nächste internationale Aufgabe für die heimischen Kanuten ist der Weltcup im spanischen La Seu d’Urgell (1. bis 3. August).

Die dritte DM-Medaille für den Kanu-Ring Hamm steuerte das große Talent Lukas Stahl in der Jugend-Klasse bei. Der 14-Jährige, im vergangenen Jahr Sieger bei den Schülern, steuerte sein Kajak gegen die ältere Konkurrenz sicher ins Finale und schlug auch dort alle – fast alle. Lediglich der Augsburger Thomas Strauß, mit dem er vor wenigen Wochen Team-Gold bei der EM gewonnen hatte, war schneller als Stahl, der mit der Silbermedaille jedoch hochzufrieden war. Mit seiner Zeit durfte er auch im Halbfinale der Leistungsklasse starten, doch dort wurde ihm dasselbe Tor zum Verhängnis wie wenige Stunden später Jasmin Schornberg. Auch er kassierte eine 50-Sekunden-Strafe und schied aus. Stahl war für einen Start im Leistungsklassen-Team mit Sebastian Schubert und Stefan Hengst vorgesehen. Hengst fiel jedoch aus gesundheitlichen Gründen aus.

Ebenfalls im Jugendbereich am Start waren Felix Holtmann, Luc Schulz und Vincent Hachmann vom KR Hamm. Schulz und Hachmann schieden als Zwölfter und 19. im Halbfinale aus. Für Holtmann war bereits die Qualifikation Endstation gewesen. Im Teamwettbewerb wurden Stahl/Hachmann/Schulz Neunte. - sst

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare