Handball

Glanzauftritt des ASV Hamm-Westfalen in Bietigheim

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Traumstart für den ASV Hamm-Westfalen in die Saison der 2. Handball-Bundesliga: Mit 27:18 (15:9) gewann die Mannschaft von Trainer Kay Rothenpieler am ersten Spieltag beim hoch gehandelten Erstliga-Absteiger SG BBM Bietigheim und sendete damit ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz.

Bietigheim-Bissingen – Schon um 8.30 Uhr hatte sich der ASV-Tross auf den Weg in Richtung Süddeutschland gemacht – ein wenig früh, wie Geschäftsführer Franz Dressel später feststellte, als der Bus noch vor Hallenöffnung sein Ziel, die EgoTrans-Arena in Bietigheim-Bissingen erreicht hatte. „Wir sind noch ein wenig spazieren gegangen, haben uns einen schönen Teich angesehen...“ sagte er. Baden gehen mochten die Spieler aber nicht – nicht im Teich, nicht im direkt neben der Halle liegenden Freibad und auch nicht auf der Platte beim Bundesliga-Absteiger aus Bietigheim – was sieanschließend eindrucksvoll bewiesen.

Dabei waren die personellen Voraussetzungen für dieses Topspiel der Liga nicht perfekt: Oliver Milde (Rückraum links/Knöchelprobleme) und Linksaußen Vyron Papadopoulos (muskuläre Probleme) machten sich erst gar nicht mit der Mannschaft warm. Für Papadopoulos stand Nachwuchsmann Alex Rubino-Fernandez im Kader, David Spiekermann hatte ebenfalls die lange Fahrt in den Süden mitgemacht. Zudem ging Kapitän Jakob Schwabe, der sich vor zwei Wochen eine Verletzung am Zeigefingergelenk seiner Wurfhand zugezogen hatte, angeschlagen in die Partie.

Dennoch gaben sich die Gäste eine Woche nach dem überraschenden Pokalerfolg gegen Erstligist GWD Minden (31:21) im Vorfeld selbstbewusst. „Wir müssen eine sichere Deckung stellen und eine gute Torhüterleistung auf die Platte bringen“, zeigte sich ASV-Coach Kay Rothenpieler verhalten optimistisch. „Aber natürlich wird es schwer – Bietigheim gehört zu den Topfavoriten.“

Die Mannschaft setzte die Trainervorgabe von Beginn an konsequent um. Bietigheim, das mit dem 2007-Weltmeister Michael Kraus und dem Ex-Hammer Tim Dahlhaus begann, fand in den ersten Minuten keine Lücke im unglaublich präsenten und beweglichen ASV-Bollwerk.

Auf der anderen Seite hatten es die Gäste etwas leichter, gingen mit zwei Treffern von Stefan Lex in Führung, und als Jan Brosch und Sören Südmeier nachlegten, hieß es nach sechs Minuten 0:4 – die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen.

Auch in der folgenden Phase, in der dem ASV acht Minuten lang kein weiterer Treffer gelang und Bietigheim auf 4:3 verkürzte, überstand das Rothenpieler-Team, weil es konsequent weiter in der Deckung zupackte und vorne nicht von seiner besonnenen Spielweise abwich. Dazu ein sehr gut aufgelegter Felix Storbeck im Tor – die Zutaten für den perfekten Saisonstart stimmten.

Kraus trifft nur vom Punkt

SG-Spielmacher Jonas Link und Kraus fanden auch in der Folge keine Mittel, um ihre Kollegen entscheidend in Szene zu setzen. Imposante Bilanz zur Pause: Null Tore Kraus, neun Bietigheim und 15 für den ASV.

„Das war bis jetzt eine ganz starke Abwehrleistung“, war Dressel vom ersten Durchgang begeistert, wusste aber auch, dass trotz der 15:9-Führung nichts entschieden war. „Wir haben sie schon einmal auf Abstand gebracht, aber jetzt müssen wir das bis zur 45. Minute so halten, sonst wird es noch richtig eng.“

15 gespielte Minuten weiter durfte sich Dressel beruhigt auf der Bank zurück lehnen. Der ASV hatte seinen Vorsprung noch weiter ausgebaut – das 14:24 kommentierte der Hallensprecher nur noch mit einem ungläubigen Unterton in der Stimme. SG-Coach Hannes Jon Jonsson nahm entnervt seine letzte Auszeit – selbst sein zwischenzeitlicher Versuch, die Gäste durch eine offene Manndeckung zu entzaubern, war ins Leere gelaufen.

Der ASV wich keinen Deut von seiner Strategie ab, und so traf zudem stets vorne. Der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.

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