Fußball

Gessingers Abschied schmerzt die SpVg Bönen

Stürmer Robin Gessinger wird die SpVg Bönen verlassen und nach Lohauserholz wechseln.
+
Stürmer Robin Gessinger wird die SpVg Bönen verlassen und nach Lohauserholz wechseln.

Gerne würde die SpVg Bönen in der kommenden Spielzeit auf den aktuellen Kader setzen. Ein Abgang schmerzt aber besonders.

Bönen - Vier Spiele, keine Niederlage. So sieht die Bilanz des Fußball-A-Ligisten SpVg Bönen in der Saison 2020/21 aus. „Wir stehen auf Platz fünf, nicht schlecht“, sagt Niclas Arenz. Der Sportliche Leiter des Vereins sieht folglich keine Not, am Kader zu basteln. „Es ist eigentlich alles in trockenen Tüchern“, meint er. Ein paar Veränderungen werde es geben, aber das Gros der Mannschaft bleibe.

„Dieses Jahr ist ja tatsächlich ein bisschen anders als die letzten“, beschreibt er das merkwürdige Gefühl, irgendwie planen zu wollen oder gar zu müssen, aber nicht zu wissen, ob und wie es überhaupt weitergeht. „Es ist ja eigentlich kein Resümee möglich. Man kann doch nach den wenigen Spielen keine Schwachstellen erkennen“, erklärt Arenz. Er verstehe auch nicht dieses Verhalten einiger Mannschaften, die „ihren halben Kader wechseln. Warum?“ Bei der SpVg bestünde gar kein Bedarf nachzurüsten.

Oder doch? „Leistungsträger wie Berat Özgüc, Cengiz Güner, Serkan Cengiz und Patrick Heller bleiben“, bestätigt Arenz. „Allerdings wird uns Robin Gessinger Richtung TuS Lohauserholz verlassen.“ Die Entscheidung sei dem Bönener Jungen schwer gefallen, beschreibt Arenz. „Uns tut es auch weh, da Robin sich nach Startschwierigkeiten sehr gut entwickelt hat. Aber er hatte den Wunsch, mit 26 Jahren doch noch einmal höher zu spielen“, erklärt der Sportliche Leiter. „Er wollte in der Bezirksliga den nächsten Schritt machen. Das ist total legitim.“ Das könnte die sportliche Leitung der Bönener mit Trainer Tayfun Basyigit, Hendrik Dördelmann und ihm gut nachvollziehen. „Wir haben ja alle einmal höher gespielt.“ Die Trennung verlaufe also im Einvernehmen. „Anders wäre es gewesen, wenn jemand innerhalb der Liga gewechselt wäre“, sagt Arenz. Das sei aber nicht der Fall.

Björn Kempe hört auf

Ein weiterer Abgang passiere berufsbedingt. „Björn Kempe hört ganz auf bei uns. Er schafft es von seiner Arbeit her nicht“, begründet der Sportliche Leiter, „er hat ja schon in der kurzen Saison nur ein Spiel mitgemacht. Das war auch von ihm anders geplant gewesen, aber es hat eben nicht geklappt.“ Ein Wackelkandidat ist Defensivmann Burim Losay. „Wir würden ihn gerne behalten. Aber es ist unsicher, wie sich die Coronasituation weiter entwickelt. Das Virus wird im Sommer ja nicht verschwunden sein, eine Quarantäne ist nicht auszuschließen“, erklärt Arenz. Nicht jeder finde dafür Verständnis bei seinem Arbeitgeber.

Vor allem der Abgang von Gessinger sei schwer zu kompensieren, meint der Kaderplaner der Bönener. Stürmer seien rar gesät. Die meisten Mannschaften würden ja nur noch mit einem spielen. „Wir sind mit drei, vier Spielern im Gespräch“, bekennt Arenz. Darunter ist aber wohl kein Knipser. Die Entscheidung Gessingers fiel erst kürzlich.

Wandervögel nicht erwünscht

Die Verantwortlichen der SpVg hoffen darauf, dass bei großen Kadern von potenziellen Aufstiegskandidaten wie dem VfL Kamen etwas abfällt. „Der 16. oder 17. Mann in deren Kader würde uns doch gut zu Gesicht stehen. Wir gucken, wer auch bei anderen Teams in der jüngeren Vergangenheit nicht soviel Einsatzminuten bekommen hat“, sagt Arenz zum Stand der Dinge. Ins Gespräch zu kommen, sei aber wegen der Situation nicht einfach. „Das lockere Pläuschchen am Platz fehlt ja völlig“, erklärt er. Anschauen könne man auch niemanden. „Und wir werden auch im kommenden Jahr nicht ins Risiko gehen.“

Die SpVg will auf keinem Fall Spieler holen, die häufig wechseln, die berühmten Wandervögel eben. „Unsere Mannschaft zeigt Charakter, hält in dieser Situation zum Verein, da sind wir auch stolz drauf. Wir haben in den Verhandlungen und Gesprächen gemerkt, dass niemand pokert.“

Hendrik Dördelmann wird den Posten des Co-Trainers aufgeben. „Er hat während der Coronazeit gemerkt, dass ihm der Platz nicht fehlt“, sagt Niclas Arenz. „Er wird sich mit mir künftig das Amt des Sportlichen Leiters teilen. So steht er nicht in der Pflicht, immer dabei sein zu müssen.“ Ein neuer Co-Trainer werde gesucht. „Aber letztlich muss da Tayfun entscheiden. Ein Neuer muss ja zu ihm passen“, erklärt Arenz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare