2:0 – Wiescherhöfen beendet Hölzkens stolze Serie

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Durchaus intensiv war das Derby zwischen dem TuS Germania Lohauserholz und dem TuS Wiescherhöfen.

Hamm - Als die Spieler des TuS Wiescherhöfen ausgelassen feierten, stapfte Michael Scheffler missmutig vom Platz. „Wir haben das Spiel ganz klar in der ersten Halbzeit verloren“, sagte der Trainer des TuS Germania Lohauserholz nach der verdienten 0:2 (0:2)-Heimniederlage im Bezirksliga-Derby. „Die ersten 45 Minuten waren gar nix.“

Steven Degelmann war umso zufriedener. „Die Jungs können richtig stolz auf sich sein“, freute sich der Wiescherhöfener Coach, der selbst aufgrund einer Muskelverletzung nicht mitwirkte. „Sie haben die Aufgaben super erfüllt.“ Und so ganz nebenbei eine stolze Serie beendet, schließlich waren die Hözkener seit fast einem Jahr in der Meisterschaft ungeschlagen. Doch hätten die Germanen diese beeindruckende Bilanz ausbauen wollen, „dann musst du ganz anders auftreten“, so Scheffler.

Den Grundstein für ihren Erfolg vor rund 200 Zuschauern am Hahnenbach legten die Gäste vor dem Wechsel. Die Wiescherhöfener präsentierten sich kompakt, waren aggressiv in den Zweikämpfen, machten die Räume eng, zeigten insgesamt die bessere Spielanlage. Und sie kreierten gegen die stärkste Defensive der Liga Chancen. Tobias Fahle (6.) und Andre Chart (22.) gingen leer aus, Dominik Degelmann nicht: Seinem platzierten Schuss ins lange Eck von der Strafraumkante war ein feiner weiter Pass von Jan Greitemeier auf Andre Budde vorausgegangen, der den Ball auf den Kapitän abgelegt hatte (27.). Dem schönen Spielzug vor dem ersten folgte ein Hölzkener Geschenk vor dem zweiten Wiescherhöfener Tor: Budde roch ein Missverständnis zwischen Dennis Hübert, dessen Einwurf zu kurz geriet, und Schlussmann Marcel Klemmer, spritzte dazwischen und spitzelte den Ball in den Kasten (32.). Alles, was die Platzherren zunächst offensiv zustande brachten, war ein harmloser Kopfball von Timo Hilse (38.). „Das war ein Sonntagsausflug mit Begleitung“, schimpfte Scheffler über die Darbietung im ersten Abschnitt, die aber nicht zuletzt der Wiescherhöfener Stärke geschuldet war.

Immerhin: Nach der Pause schaltete auch Lohauserholz in den Derby-Modus. Die Gastgeber waren nun wacher, aggressiver – aber sieben Minuten nach dem Wechsel in Unterzahl. Schiedsrichter Luca-Noél Perschke, der in der ersten Halbzeit bereits Steven Degelmann hinter die Bande geschickt hatte (31.), zeigte Daniel Riemer die Rote Karte, weil er seinen Gegenspieler beleidigt hatte. Trotz des Platzverweises waren die Hölzkener bemüht, dem Spiel eine Wende zu geben. Die Aktionen blieben indes zu ungefährlich, weil zu ausrechenbar. Denn zumeist versuchten es die Platzherren mit hohen Bällen auf Innenverteidiger Lukas Hulboj, der ab Mitte des intensiven zweiten Abschnitts fast nur noch in der Offensive zu finden war. „Halbe“ Chancen für Hulboj (65.) und Serkan Adas (72.) waren die magere Ausbeute der Hölzkener Aktivitäten, auf der Gegenseite machten die Wiescherhöfener aus ihren Kontermöglichkeiten allerdings gar nichts. „Die haben wir unkontrolliert ausgespielt“, befand Degelmann, wollte sich darüber aber nicht ärgern und erklärte lieber mit Blick auf die defensive Stabilität: „Wir wollten unbedingt zu null spielen. Das bedeutet einfach was.“ Wie der Derbyerfolg insgesamt: „Das sind richtig schöne drei Punkte.“

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