Rollhockey

Bitter und brutal: SKG Herringen zahlt Lehrgeld in Lissabon

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Lagebesprechung: In Lissabon unterlag der SK Germania deutlich.

18 Begegnungen hat der SK Germania Herringen in seiner Vereinsgeschichte in der Euroleague absolviert. Bei einem Unentschieden und 17 Niederlagen schnupperte das Team gleich mehrfach an einer Überraschung – zum Auftakt der aktuellen Runde in Europas Meisterliga zahlte es mit dem 0:14 bei Portugal-Vertreter Benfica Lissabon im 19. Match der internationalen Königsklasse Lehrgeld.

Lissabon – An ein Weiterkommen nach der Vorrunde hatten die Spieler des Deutschen Meisters bei ihren bisherigen Auftritten in der Euroleague in den Spielzeiten 2013/14, 2014/15 und 2018/19 nie einen Gedanken verschwendet. Dennoch waren die Herringer nach allen Begegnungen mit erhobenem Haupt aus der Halle gefahren. Nach dem 0:14 (0:4) beim portugiesischen Meister fiel ihnen das sichtlich schwer. Es war die höchste Niederlage, die die Mannschaft in der europäischen Topliga hinnehmen musste. „Das war bitter und brutal“, stellte der SKG-Vorsitzende Michael Brandt fest. „Aber unser Sportlicher Leiter Norbert Hages und ich haben schon nach wenigen Minuten der Partie festgestellt, dass diese Aufgabe absolut nicht zu lösen sein würde.“

Gegen den Finalisten aus dem Vorjahr standen die Germanen nach guten fünf Minuten zu Beginn durchweg auf verlorenem Posten. „Benfica hat sich noch einmal deutlich verstärkt, da stehen von den besten 40 der Welt neun Spieler unter Vertrag – die haben zwei komplette Top-Mannschaften“, war Brandt beeindruckt von der Klasse der Portugiesen.

Die Gäste hatten sich im Vorfeld für eine mutige Taktik entschieden. „Wir wollten eigentlich pressen, Lissabon überraschen, denn damit rechnen die nicht bei deutschen Mannschaften, die sonst immer hinten drin stehen“, sagte Kapitän Lucas Karschau. „Anfangs hat das gut geklappt. Da habe ich schon gedacht, hier geht was. Dann haben sie uns auseinander genommen.“

Gute Chancen ausgelassen

Ein, zwei gute Chancen erspielten sich die Gäste, bei denen Kevin Karschau zuhause geblieben war, zu Beginn. Sein Bruder Lucas fuhr allein aufs Tor zu, scheiterte aber genauso wie kurz darauf Christoph Rindfleisch an Benfica-Keeper Henriques. Dazu kamen ein Direkter durch Lucas Karschau und nach einer Blauen Karte gegen Lissabon ein Penalty, den Milan Brandt ausführte – zwei Großchancen, die die Gäste ebenso ungenutzt ließen. Und die Trainer Christian Zarod zu dem Schluss kommen ließen, dass „Benfica uns spielerisch und läuferisch überlegen war. Aber in der ersten Halbzeit haben wir eigentlich ganz gut mitgehalten. Das 4:0 war im Rahmen, auch wenn wir ein, zwei Tore hätten machen können.“

Der Rahmen wurde allerdings nach dem Wechsel deutlich gesprengt. Lissabon spulte weiter sein Programm ab, agierte mit viel Tempo und Spielwitz und ließ den Gästen keine Luft zum Atmen. So fielen die Gegentreffer wie reife Früchte.

15 Minuten vor dem Ende musste Torhüter Timo Tegethoff aus der Partie. Für ihn kam Michael Schartner – es stand 9:0. Und nachdem sich Robin Schulz eine Knieblessur zugezogen sowie Karschau einen Schuss in den Rücken abbekommen hatte, entschloss sich Zarod dazu, auch „der zweiten Garde“ Spielpraxis zu gönnen. So freuten sich Luis Hages und Justin Klein über ihren Einsatz. „Allerdings kamen wir dann gar nicht mehr klar“, sah Zarod, wie das Team in der Schlussphase auseinanderbrach und noch fünf weitere Tore kassierte. „Lissabon hat nicht aufgehört – bis zum Abpfiff“, stellte der Coach fest. „Und die letzten Gegentore haben das Gesamtergebnis ein wenig versaut. Aber vor allem sind wir enttäuscht, dass wir es selbst nicht hingekriegt haben, zwei, drei Tore zu schießen. Wenn wir da mit 10:4 rausgehen, dann wäre das in Ordnung gewesen.“

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