Rollhockey

So will der SK Germania Herringen den historischen Sieg einfahren

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Gegen Juventude Viana gelang dem SK Germania Herringen um Kapitän Lucas Karschau vor fünf Jahren nach einer begeisternden Vorstellung beim 8:8 der bislang einzige Punktgewinn in der Euroleague. Entsprechend groß war an diesem Tag der Jubel.

Der  SK Germania Herringen träumt vom ersten Sieg in der Euroleague. Am Samstag will der Deutsche Meister das Team von Hockey Sarzana schlagen. 

An das Datum kann sich Lucas Karschau nicht mehr erinnern. An das Spiel gegen Juventude de Viana im Herbst 2014 aber umso besser. „Da haben wir beim 8:8 den ersten Punkt und bislang einzigen in der Champions League geholt. Viana war damals klarer Favorit, und wir haben denen einen Zähler abgeluchst. Das war ein geiles Gefühl“, sprudelt es aus Lucas Karschau, dem Kapitän des deutschen Rollhockey-Meisters SK Germania Herringen, heraus. Dass er an diesem 22. November gegen das portugiesische Spitzenteam auch noch das letzte Tor der Partie erzielte, macht dieses Spiel für ihn unvergesslich.

Erster und einziger Punktgewinn vor fünf Jahren

Doch am Samstag wollen die Herringer erneut Historisches schaffen. Nach dem ersten Punktgewinn vor fünf Jahren wollen die Germanen im Heimspiel gegen Hockey Sarzana (18 Uhr, Glückauf-Sporthalle) den ersten Sieg in der Euroleague, der Königsklasse des Rollhockey-Sports, einfahren. „Das wird wahrscheinlich ein Spiel auf Augenhöhe. Und daher ist die Hoffnung groß, dass wir mit dem Heimvorteil das Spiel gewinnen“, betont der SKG-Vorsitzende Michael Brandt.

Und die Chancen stehen nicht einmal schlecht, dass der SKG dieses Vorhaben in die Tat umsetzen kann. Die Italiener haben im bisherigen Saisonverlauf recht schwankende Leistungen gezeigt und stehen in der Liga lediglich auf Platz zwei. Und in den ersten beiden Begegnungen der Euroleague kassierte das Team von Cheftrainer Alessandro Bertolucci genauso wie die Herringer zwei Niederlagen, verlor gegen den FC Barcelona mit 0:10 und gegen Benfica Lissabon mit 2:7. „Seitdem wir wissen, dass wir gegen Sarzana spielen, verfolgen wir die Ergebnisse. Wir sind nicht euphorisch, aber der Glaube ist da, dass wir gewinnen können“, sagt SKG-Trainer Christian Zarod vor dem Aufeinandertreffen mit dem 1993 gegründeten Hockey-Klub von der Mittelmeerküste, der in der vergangenen Spielzeit in der Meisterschaft im Viertelfinale an Forte dei Marmi und im Pokal im Finale an Breganze gescheitert war.

Auf nationaler Ebene läuft alles nach Wunsch

Bei den Herringern läuft es dagegen derzeit nach Wunsch. In der Bundesliga hat das Team von der Schachtstraße alle Partien gewonnen und steht souverän auf dem ersten Platz. „Wir sind aktuell ganz gut drauf“, bestätigt Lucas Karschau, der auch den schweren Kopftreffen nach dem Schuss seines Bruders Kevin aus der Pokalpartie gegen RESG Walsum verdaut hat, sich am Samstag im Spitzenspiel bei der ERG Iserlohn wieder in bester Spiellaune präsentierte und beim 5:2-Erfolg zwei Treffer beisteuerte.

Dabei hatte er in der vergangenen Woche auf die Teilnahme am Training verzichtet, entschied dann aber am Freitag nach Rücksprache mit Zarod, dass er in Iserlohn auflaufen wird. „Ich hatte das anfangs noch ein bisschen im Hinterkopf. Aber ich bin dann so wie immer vor das gegnerische Tor gegangen, habe meine Spielweise nicht verändert. Die Angst war schnell wieder weg“, sagt Karschau, ehe er lapidar hinzufügt: „So was wie gegen Walsum, dass man einen Ball abbekommt, passiert halt mal.“

Der Matchplan der Herringer steht

Passieren soll auch am kommenden Samstag eine ganze Menge. Allerdings eher im positiven Sinn für die Herringer, die seit ihrer ersten Teilnahme an der Euroleague in der Saison 2013/14 auf eine Sieg hoffen. Den entsprechenden Plan, wie der SKG die Gäste aus Italien besiegen will, haben sich Karschau und Zarod bereits zurecht gelegt. „Hinten müssen wir kompakt stehen und dann auf unsere Konterstärke setzen“, sagt der Kapitän. Und der Coach fügt hinzu: „Wir haben Sarzana schon auf Youtube gesehen und wissen durch diese Videos, wie sie spielen. Sie versuchen die Außen frei zu bekommen und agieren recht körperbetont. Aber wir können uns ja auch ganz gut wehren.“ Daher sind die Zuversicht und die Entschlossenheit bei den Herringern entsprechend groß. „Ich habe mir fest vorgenommen, dass wir das hinbekommen“, betont Zarod.

Ähnlich optimistisch gibt sich Lucas Karschau. „Ich glaube, dass da zuhause was geht. Ich habe jedenfalls ein richtig gutes Gefühl“, sagt der Mannschaftsführer, nach dessen Meinung ein Sieg über die Italiener auch in der Außenwirkung wichtig ist: „Wenn wir gewinnen und vielleicht die Gruppenphase nicht als Letzter, sondern als Dritter hinter Barcelona und Lissabon beenden, würde das den anderen Nationen zeigen, dass wir nicht nur mitspielen und Fallobst sind, sondern auch Siege einfahren können.“

Und sollte dies am Samstag gelingen, wird Lucas Karschau an den 14. Dezember 2019 mindestens genauso gute Erinnerungen haben wie an den 22. November 2014. Vielleicht sogar noch bessere.

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