„Die sind unglaublich schlau“

Spiele gegen Barcelona sind gute Lehrstunden

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Im Hinspiel in Barcelona waren Nils Halfmann und Stefan Gürtler beide nur Zuschauer und erlebten von außen, wie stark die Spieler des FC Barcelona auftrumpften.

HAMM - Im Hinspiel waren sie beide nur als Zuschauer dabei gewesen und mussten Anfang November des vergangenen Jahres tatenlos zuschauen, wie der SK Germania Herringen im ersten Auftritt seiner Vereinsgeschichte in der European League beim FC Barcelona mit 4:14 verlor.

Doch während Nils Halfmann weiter mit seiner Rolle als Mannschaftsbetreuer vorlieb nehmen muss, kann der im Hinspiel verletzte Stefan Gürtler nun wieder aktiv ins Geschehen eingreifen. „Das ist für mich eine tolle Sache. Denn jetzt kann ich auch mal gegen das beste Team der Welt antreten“, sagt Gürtler.

Für Nils Halfmann ist seine Position als Betreuer allerdings kein Problem. Er fungiert beim SK Germania als Spielertrainer der zweiten Mannschaft, gehört in der Bundesliga seit dem Weggang von Philipp Michler zum Kader der Ersten und agiert bei den internationalen Spielern als Helfer im Hintergrund. „Das ist natürlich Stress pur“, gibt der 29-Jährige zu. „Aber ich mache das gerne für unseren Verein. Ohne fleißige Hände funktioniert so ein Klub eben nicht.“

Umso mehr staunte er im Hinspiel beim FC Barcelona, wie professionell dort alles organsiert war. „Die hatten einen Arzt, einen Materialwart, einen Masseur und zahlreiche Betreuer in den Katakomben herumwuseln, das war schon beeindruckend“, hat sich Halfmann damals eine Menge abgeschaut. Nur umsetzen kann er die vielen Eindrücke und Ideen aufgrund des begrenzten Budgets des SKG noch nicht einmal in Ansätzen.

Gürtler hatte derweil im Hinspiel genau beobachtet, wie clever und abgezockt die Akteure des FC Barcelona auf dem Feld auftrumpften. Und wie ausgeglichen der Kader der Spanier besetzt ist. „Auch wenn einer aus der Stammformation runtergeht, gibt es da keinen Bruch im Spiel. Da sieht man keinen Unterschied, die powern alle die ganze Zeit im gleich hohen Tempo durch“, sagt der 28-Jährige. Und Halfmann fügt hinzu: „Das sind alles unglaublich schlaue Spieler, denen man in jeder Aktion die Erfahrung ansieht. Da erkennt man: Das sind eben Profis und wir Amateure.“

Dennoch glauben die beiden Herringer, dass sich der Deutsche Meister heute besser verkaufen wird als vor drei Monaten. „Wir haben durch diese internationalen Spielen gegen die besten Mannschaften Europas eine Menge dazugelernt“, meint Halfmann. „Das sieht man zum Beispiel bei den Penaltys, wo wir inzwischen viel besser geworden sind. Und auch unsere Torhüter haben sich von den gegnerischen Keepern eine Menge abgeschaut.“ Dass er selbst nicht mitwirken kann, findet Halfmann übrigens gar nicht mal so schlimm. „Ich denke, ich kann der Mannschaft in so einem Spiel als Betreuer besser helfen als wenn ich als Akteur dabei wäre. Das muss ich ehrlich zugeben.“ Und Gürtler fügt hinzu: „Jeder von uns ist froh, einen wie Nils an der Bande zu haben, der uns dann wieder runterholt, wenn es auf der Bahn mal hektisch wird.“

Daher kann es gut möglich sein, dass Halfmann in ein paar Jahren endgültig die Seiten wechselt und dann vielleicht sogar mal als Trainer des Herringer Erstliga-Teams arbeiten wird. Die nötige Lizenz dazu hat er bereits erworben. Aber derzeit verschwendet er daran noch keinen Gedanken. „Mein Sohn ist jetzt ein Jahr alt. Und ich werde die Rollschuhe noch so lange selbst an den Füßen haben, bis er von sich aus auf den Gedanken kommt, mal Rollhockey zu spielen“, schmunzelt Halfmann – und will heute ab 18 Uhr wieder von der Bande ganz genau hinschauen, wie die Spieler und Betreuer des FC Barcelona auf und neben der Bahn ihren Job erledigen. - –pad–

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