Rollhockey

Der SK Germania Herringen ist erneut Deutscher Meister - das sind die Reaktionen

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Grund zur Freude: Der SK Germania Herringen ist zum dritten Mal in Folge deutscher Rollhockey-Meister.

Die Corona-Krise sorgt für den Abbruch der Rollhockey-Bundesliga. Für den SK Germania Herringen bedeutet das: Er ist nach 2013, 2014, 2018 und 2019 zum fünften Mal Deutscher Meister.

Hamm – Rieseneuphorie im Hammer Westen, ausgelassene Freude in der Glückauf-Halle, spontane Party mit den Fans bis in die Nacht. So hätten die Verantwortlichen und Spieler des Rollhockey-Bundesligisten SK Germania Herringen am liebsten gemeinsam mit ihren Anhängern die fünfte Deutsche Meisterschaft und den dritten Titeltriumph in Serie gefeiert. Doch die Corona-Pandemie hat all dies zunichte gemacht.

So erfuhr der Vorsitzende des Sportklubs, Michael Brandt, am Samstagabend per Mail, dass der Verband die aktuelle Saison 2019/2020 für beendet erklärt hatte und der Titelverteidiger aus Herringen als Tabellenerster erneut die Meisterschaft nach Hamm geholt hat.

Die Ungewissheit hat ein Ende

Entsprechend zurückhaltend fiel dann auch die Reaktion Brandts aus. „Das Ende der Saison hatten wir uns natürlich schon anders vorgestellt. Das hätte alles schöner sein können, aber wir akzeptieren den Beschluss so“, meinte Brandt dann am Sonntag. „Wir sind natürlich froh, dass endlich eine Entscheidung gefallen ist und die Ungewissheit ein Ende hat. Aber finanziell ist das schon ein schwerer Schlag für uns, da gerade die Einnahmen aus den Playoff-Heimspielen sehr fehlen werden.“

Der Titel ist für Brandt nur die logische Konsequenz „einer überragenden Saison“. „Sowohl national als auch international hat unser Team super gespielt. Alles hat gepasst“, meinte der SKG-Vorsitzende. Für Lucas Karschau, Kapitän der Meistermannschaft, ist der Titel die gerechte Würdigung der laufenden Saison. „Es war zwar die einzig richtige Entscheidung, die Saison abzubrechen, aber uns den Titel zuzusprechen, ist die passende Anerkennung für unsere tollen sportlichen Leistungen“, sagte er.

Die Nachricht vom erneuten Triumph der Herringer verbreitete sich in Spielerkreisen rasend schnell per Whatsapp. Lucas Karschau, der in seiner Funktion als Aktivensprecher und Kapitän der Nationalmannschaft bei der Beschlussfindung der Kommission sogar zugeschaltet war, musste die Nachricht zunächst sogar zurückhalten. „Das war natürlich etwas blöd“, meinte er lachend, „doch als die Mail vom Verband raus war, konnte ich auch unsere Jungs vom Titelgewinn informieren“, sagte er. Auch bei den Spielern sei die Freude zwar nicht ganz so wie auf dem Spielfeld gewesen, „doch im Laufe des Abends haben wir noch geschrieben ohne Ende. Das war echt witzig“, erzählte Lucas Karschau.

Die Feier wird nachgeholt

Sowohl für Brandt als auch Karschau ist natürlich klar, dass eine gemeinsame Feier für alle am Erfolg Beteiligten ,sobald es wieder geht“, nachgeholt wird. „Dann stellen wir den Pokal auf den Tisch – den haben wir ja noch aus dem letzten Jahr bei uns stehen – und werden ein schönes Bierchen trinken“, freut sich Brandt bereits jetzt auf weitere Lockerungen in der Corona-Krise.

Der Vorstand der Sportkommission Rollhockey hatte am Samstag in einer Sitzung per Videokonferenz die Beendigung der Rollhockey-Saison 2019/2020 für den Senioren-Bereich beschlossen. Alle im Spielplan noch offenen Begegnung der 1. und 2. Rollhockey-Bundesligen der Damen und Herren wurden abgesagt und werden nicht nachgeholt, hieß es dann in einer am Abend veröffentlichten Mitteilung.

Vor der Beschlussfindung wurde ein Meinungsbild aus den Bundesligen und ihren Vereinen eingeholt. Dabei sprach sich eine deutliche Mehrheit aller Bundesliga-Teams für eine sofortige Beendigung der Saison aus. Die Vereine votierten dann mehrheitlich für den Vorschlag des Vorstandes Spielbetrieb, die Saison anhand eines Quotienten aus tatsächlich errungenen Punkten und der Anzahl der absolvierten Begegnungen zu werten (Punkte je Spiel). Damit konnte die unterschiedliche Anzahl an Spielen berücksichtigt werden, heißt es in der Verbandsmitteilung. Auch die Herringer hatten für den Abbruch und die Anwendung der Quotientenregel gestimmt.

Pokalspiele wird es nicht geben

So bedauerte Thomas Ullrich, der Vorsitzende der Kommission, auch die Tatsache, dass die Spielzeit nicht zu Ende gespielt werden konnte: „Die vorzeitige Beendigung einer Spielzeit stellt ein außergewöhnliches Ereignis dar. Uns allen wäre es lieber gewesen, wir hätten alle noch fehlenden Spiele zeitnah nachholen können und könnten in diesen Tagen spannende Playoff-Spiele und rassige Pokal-Fights sehen.“

Und auch Michael Brandt ist etwas traurig, dass es keine Pokalspiele in dieser Saison mehr geben wird. „Immerhin standen wir im Halbfinale und hatten durchaus realistische Chancen auf den Pokalerfolg und damit das Double“, trauert er dieser Möglichkeit etwas hinterher. „Wir hatten den Vorschlag gemacht, den Pokalwettbewerb in den September zu schieben, um dann in Turnierform die letzten Spiele auszutragen. Doch das wurde abgelehnt, was dann aber auch okay ist“, so Brandt. Wobei Karschau den Pokalabbruch sogar als „einzig vernünftige Lösung“ bezeichnete.

Der dritte Titel in Folge soll, laut Karschau, noch nicht das Ende der Herringer Meisterschaftsträume gewesen sein.

„RESG Walsum hat es in den 1970er-Jahren mal geschafft, fünfmal am Stück zu triumphieren. Das ist bis heute Rekord. Den würden wir natürlich gerne knacken“, kündigte Karschau weiterhin Großes an. Die Herringer Fans wird es freuen, dass der Erfolgshunger ihres Teams offensichtlich noch nicht gestillt ist.

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