Gereizte Stimmung: HSV verliert 1:2 gegen Roland Beckum

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Der eingewechselte Ersin Kusakci (links) belebte das Flügelspiel der HSV, doch für ein Tor reichte es nicht.

BECKUM - Die Stimmung nach dem Schlusspfiff war gereizt. Die Oberliga-Fußballer der Hammer SpVg waren frustriert, weil sie zum fünften Mal in Folge nicht gewonnen hatten.

Die Akteure des SC Roland Beckum hätten nach ihrem 2:1 (0:0)-Heimsieg feiern können, mussten aber erst einmal verhindern, dass ihr Teamkollege Joseph Laumann vor dem Kabinenhäuschen auf Hamms Ferhat Cerci losgeht. Und die Schiedsrichter waren sauer, als sie hörten, wie SCR-Trainer Ismail Atalan in der Pressekonferenz die Rote Karte gegen Laumann und weitere Entscheidungen des Gespanns kritisierte.

Am gründlichsten verhagelt war jedoch die Laune von Goran Barjaktarevic. „Ich bin sauer, dass wir immer auf die selbe Art Gegentore kassieren und verlieren“, schimpfte der sichtlich angefressene HSV-Trainer auf dem Weg in die Kabine und stellte nachher die Qualitätsfrage: „Nach so vielen Erklärungen und Trainingseinheiten muss ich mich fragen, ob die Spieler es nicht können oder nicht wollen. Ich sehe die Fehler und muss an der Seitenlinie die ganze Zeit wie ein Hund bellen. Manchmal ist es mir peinlich, welche Sachen ich reinrufen muss.“

Zu Beginn der Partie war seine Laune noch im grünen Bereich gewesen. Mit der selben Taktik wie zuvor gegen den SV Rödinghausen (1:3) – also einem defensiven Dreiermittelfeld – und nur einer personellen Änderung (Ferhat Cerci für den leicht angeschlagenen Emre Demir) hatte er sein Team ins Nachbarschaftsduell geschickt. Was er sah, war eine schwache Oberliga-Begegnung. Aber immerhin eine, in dem seine Akteure den heimstarken Gastgebern kaum Chancen gestatteten. Laumann war beim HSV-Hünen Albert Alex bestens aufgehoben. In den über weite Strecken langweiligen ersten 45 Minuten gab es nur zwei Chancen, die diesen Namen verdient hatten. Die erste vergab Hamms Daniel Schaffer (17.) nach einem schnellen Angriff aus der eigenen Hälfte über Alex und Jochen Höfler, an dem die Partie ansonsten vorbei lief. Fünf Minuten später klatschte ein abgefälschter Laumann-Schuss gegen die Latte.

Nach der Pause war es vorbei mit der Ruhe im HSV-Strafraum. Direkt nach Wiederanpfiff zischte ein Eckball ungehindert in den 16er und erreichte Erdal Kaleoglu, der aus nächster Nähe zum 1:0 traf – 32 Sekunden waren da erst wieder gespielt. Der in der Halbzeit eingewechselte Joachim Mrowiec verpasste nur zwei Minuten später um Haaresbreite das 2:0, was ihm kurz darauf in der 53. Minute gelang – nach einem Ballverlust von Hamms Dursun Akdag.

Dem Zerfall seiner Elf versuchte Barjaktarevic mit Einwechslungen entgegenzuwirken, doch auch das half nicht. Laumann (62./67.), der nun über rechts kam, und Mrowiec (69., 72.) ließen „1000-prozentige Chancen“ (Atalan) ungenutzt. Die Beckumer durften sich daher nicht wundern, dass in der Partie noch einmal so etwas wie Spannung aufkam, nachdem Laumann im Mittelfeld Cerci von hinten in die Beine gefahren war und Rot sah (74.). Die HSV warf alles nach vorn; Alex stürmte nun neben Höfler. Zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit gelang Demir das 2:1-Anschlusstor, doch eine weitere klare Chance erarbeiteten sich die Gäste in der fast vierminütigen Nachspielzeit nicht mehr. - sst

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