Gemischte Gefühle bei Hammer Bezirksligisten vor dem Rückrundenstart

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Zufrieden mit der Wintervorbereitung: Thomas Schneider, Trainer des SV Westfalia Rhynern II.

Hamm - Die Fußball-Bezirksliga 7 erwacht am Sonntag aus ihrem Winterschlaf. Und zwar gleich mit zwei Hammer Derbys zwischen SVE Heessen und TSC Hamm sowie TuS Germania Lohauserholz und SG Bockum-Hövel. Nur einer der sechs Hammer Trainer war zufrieden mit der Vorbereitung.

SV Westfalia Rhynern II: „Klar sind wir zufrieden“, sagt Rhynerns U 23-Coach Thomas Schneider. „Wir können ein positives Fazit unserer Vorbereitung ziehen. Die Ergebnisse waren ansprechend. Aber vor allem von der Fitness und der spielerischen Leistung her ist die Mannschaft positiv aufgetreten.“ Einziger Wermutstropfen ist die Verletzung von Maurice Rosemeyer (Verdacht auf Meniskuseinriss). „Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist“, sagt Schneider, der weiß, dass die beste Vorbereitung nicht viel nutzt, wenn anschließend in derMeisterschaft die Punkte ausbleiben. „Der Start in Liesborn ist sehr wichtig“, sagt er. „Von dem, was bisher war, kannst du dir ja nichts kaufen. Daher müssen wir das mit einem Sieg veredeln.“

TuS Germania Lohauserholz: Nicht gerade optimal verlief die Vorbereitung am Daberg: „Aufgrund der Wetter- und Platzverhältnisse war das zum Teil sehr dürftig. Wir mussten hin und wieder in die Soccerhalle ausweichen und haben nicht das geschafft, was wir uns vorgenommen haben“, sagt Trainer Michael Scheffler. „Aber mit diesen Problemen stehen wir nicht alleine da.“ Zu den erfreulichen Dingen der Vorbereitung gehörten die guten Testspielleistungen gegen die klassenhöhere Hammer SpVg II und zuletzt die Rhyneraner U 19. Weniger angenehm war die Tatsache, dass Scheffler durch Ausfälle kaum einmal in voller Besetzung trainieren und spielen lassen konnte. „Wir wissen nicht, wo wir stehen. Aber letztlich ist das alles Schall und Rauch. Wenn wir am Sonntag mit einem Sieg starten, dann haben wir alles richtig gemacht“, sagt der Coach. Heute Abend (19.30 Uhr) kann er sich im Testspiel beim FC Overberge einen letzten Eindruck verschaffen.

TuS Wiescherhöfen: Perfekt waren sie nicht, die vergangenen Wochen beim TuS Wiescherhöfen. Aber auch nicht schlecht. „Insgesamt war die Vorbereitung durchwachsen. Wir waren durch einige Ausfälle leider nicht immer in einer Konstellation, die ein gutes Training ermöglicht. Das war problematisch“, sagt Spielertrainer Steven Degelmann, dessen Mannschaft das wohl schwerste Auftaktprogramm aller Teams hat: Erst fahren die Wiescherhöfener zum Tabellendritten SVW Soest, dann zum Spitzenreiter SpVg Beckum. Immerhin tun sie das mit frischem Selbstvertrauen. Nach einer Niederlage gegen den SV Herbern feierte das Team drei Testspiel-Erfolge gegen Mark, Kaiserau II und Walstedde. „Unser Ziel ist es, den einstelligen Tabellenplatz zu festigen. Wenn das geschafft ist, schauen wir, was noch nach oben geht“, sagt Degelmann.

SG Bockum-Hövel: Stefan Küritz geht mit gemischten Gefühlen in die Rückrunde. „Was Trainingsbeteiligung, Motivation und Eifer der Jungs angeht, hätte ich mir keine bessere Vorbereitung wünschen können“, sagt der SG-Trainer. Allerdings hatte er auch Rückschläge zu verkraften. Zur Ausfallliste kam Keeper Matthias Böings hinzu, bei dem eine Schambeinverletzung diagnostiziert wurde. Umso erfreulicher war es, dass Torwart Thomas Goeke, vom Konkurrenten Hölzken gekommen, in der Testspielserie eine ebenso gute Figur machte wie der andere Neuzugang, Damian Manka. „Die beiden sind voll eingeschlagen“, sagt Küritz. Die Ergebnisse waren durchwachsen. Niederlagen gegen A-Ligisten wechselten sich ab mit Siegen über Bezirksliga-Gegner. „Wir wissen, dass wir einiges können. Wir müssen aber über 90 Minuten die volle Konzentration zeigen“, so Küritz.

TSC Hamm: „Katastrophal“ – mit diesem Wort beschreibt Trainer Erdal Akyüz die Testphase des TSC. „Das war die schlimmste Vorbereitung der letzten Jahre.“ Der Grund liegt in den derzeit schlechten Trainigsbedingungen (WA berichtete): „Seit September sind wir auf Asche. Da vergeht den Spielern die Lust, zum Training zu kommen“, so Akyüz. Die Ergebnisse in den wenigen Tests hoben seine Laune nicht gerade. Drei Spiele, drei Niederlagen, viele Gegentore. „Wir haben wegen fehlender Leute einiges ausprobiert, aber das hat nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Ich hoffe, dass die Jungs am Sonntag in der Liga den Schalter umlegen“, so der Trainer. Das müssen sie, denn für Akyüz geht es in der zweiten Saisonhälfte einzig und allein um den Klassenerhalt. „Alles andere ist utopisch.“

SVE Heessen: Der Verbleib in der Liga ist auch das Ziel von Aufsteiger und Schlusslicht Heessen. Dafür hat das Trainergespann Marian Christel/Frank Sadowsky im Winter der Kader umgekrempelt. „Es war viel Arbeit. Wir mussten die neuen Spieler integrieren, was uns gut gelungen ist. Aber die Abstimmung auf dem Platz muss noch besser werden. Sowas geht nicht auf Anhieb“, sagt Christel. Dass sein Team in den Vorbereitungspartien vor allem Niederlagen kassierte, lässt ihn recht kalt. „Solche Spiele sind dafür da, um zu testen. Wenn man verliert, ist das normal.“ In Kevin Wender hat sich trotz zwischenzeitlicher gesundheitlicher Probleme einer der Neuzugänge in den Vordergrund gespielt. „Kevin ist ein Vollblut-Stürmer und wird uns weiterhelfen. Außerdem haben wir die Positionen jetzt doppelt besetzt, wodurch wir bessere Möglichkeiten haben zu reagieren“, sagt Christel. „Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen, die Bezirksliga halten.“

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