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Gelb-Rot und Elfer verschossen - Rhynern unterliegt RW Ahlen mit 0:2

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Von: Rainer Gudra

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Gianluca Di Vinti und Eduard Probst werden von der Ahlener Abwehr gebremst.
Gianluca Di Vinti und Eduard Probst werden von der Ahlener Abwehr gebremst. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Fußball-Oberligist SV Westfalia Rhynern hat im Achtelfinale um den Westfalenpokal eine Überraschung wie beim Zweitrunden-Erfolg über den Regionalligisten SC Wiedenbrück nicht wiederholen können.

Hamm – Gegen dessen Ligakonkurrenten RW Ahlen verlor das Team von Michael Kaminski trotz einer starken Leistung am Papenloh mit 0:2 (0:0) durch Gegentore von Joker David Mamutovic (64.) und Gianluca Marzullo (81.). Es war vor 517 Zuschauern nicht der Abend von Hakan Sezer. Rhynerns Spielmacher verschoss in der Anfangsphase einen Foulelfmeter und schwächte sein Team nach der Pause entscheidend, als er sich zu einer Unsportlichkeit hinreißen ließ und dafür Gelb-Rot sah.

„Hut ab vor Rhynern. Ich bin heilfroh, dass wir weitergekommen sind. Spielerisch waren wir heute nicht so toll“, meinte Ahlens Trainer Andreas Zimmermann. „Dass es nach der Gelb-Roten Karte, wo Haken einfach weg bleiben muss, richtig schwer wird, war ja klar. Wir haben aber auch mit zehn Mann nicht aufgegeben. Ahlen macht aber zum richtigen Zeitpunkt die Tore und der Sieg ist dann aufgrund der letzten 35 Minuten auch verdient“, meinte Kaminski.

Der Westfalia-Trainer änderte gegenüber dem 6:0 gegen Verden auf drei Positionen. Christopher Stöhr übernahm für Tim Neumann in der Innenverteidigung, Mazlum Bulut besetzte für Jonas Michler die zweite Sechs neben Sezer Toy und Gianluca Di Vinti kam auf der rechten Seite für Michael Wiese, der sich kurzfristig krank gemeldet hatte, zum Einsatz.

Von einem Klassenunterschied war vor der Pause nichts zu sehen. Die Gastgeber waren deutlich aktiver und kamen in der fünften Minute zur ersten guten Annäherung. Nach einer Kombination mit Eduard Probst kam Sezer aus spitzem Winkel zum Schuss, doch Martin Velichkov war rechtzeitig unten und parierte den Schuss auf das lange Eck. Vier Minuten später klatschte der Ball nach einem 20-Meter-Versuch von Sezer rechts unten an den Innnpfosten, und keine 180 Sekunden später gab‘s Elfmeter für die Gastgeber. Toy hatte den Ball 25 Meter vor dem Tor erobert und auf Di Vinti durchgesteckt, der von Oktay Dal nur noch mit einem Foul zu bremsen war. Zur Führung reichte das aber nicht, denn Sezers Schuss vom Punkt aus nach unten links wurde Beute von Velichkov, der sich bei der Rettungstat verletzte und ausgewechselt werden musste (13.).

Erst danach kamen die Gäste besser ins Spiel, besaßen bis zum Seitenwechsel aber nur eine erwähnenswerte Gelegenheit. Romario Wiesweg versuchte sich aus 30 Metern, verzog aber den Ball, der deshalb glücklich vor die Füße von Terence Groothusen fiel. Dessen Schuss aber parierte Alexander Hahnemann reaktionsschnell.

Nach 36 Minuten spielte sich der SV Westfalia erneut über die rechte Seite über Di Vinti und Sezer durch. Bei dessen flach gespielter Hereingabe bekam Probst den Körper aber nicht richtig über den Ball und schauftelte diesen über das Tor.

Nach dem Seitenwechsel waren acht Minuten gespielt, als sich die entscheidende Szene abspielte. Hakan Sezer, der bereits vor der Pause Gelb gesehen hatte, weil er bei einem Freistoß den Abstand angeblich nicht eingehalten hatte, protestierte nach einer Gelben Karte für Probst aus Sicht von Schiedsrichter Florian Exner zu heftig und sah dafür Gelb-Rot.

Rhynern war angezählt, und Alexander Hahnemann rettete sein Team zunächst mit zwei guten Reaktionen bei Kopfbällen von Groothusen und Francis. In der 58. Minute war der Keeper ein weiteres Mal gefordert, parierte Dolldacks Flachschuss mit einer Fußabwehr.

Nach 62 Minuten brachte Gästetrainer Andreas Zimmermann mit David Mamutovic für Groothusen eine frische Offensivkraft – mit durchschlagender Wirkung. Ahlens Nummer 17 traf nicht einmal zwei Minuten nach seiner Einwechslung zum 0:1. Nach dessen Linksschuss aus 15 Metern in halbrechter Position konnte sich Hahnemann noch so strecken, der Ball war einfach zu platziert geschossen.

Rhynern wehrte sich nach Kräften gegen das drohende Aus, doch am Ende fehlten ein paar Körner gegen physisch stärkere Gäste. Zunächst scheiterte Holldack in der 76. Minute noch völlig freistehend an Hahnemann, doch Gianluca Marzullo machte schließlich nach 81 Minuten mit einem Gewaltschuss alles klar und schoss Ahlen ins Viertelfinale, in dem Oberligist SpVgg. Vreden wartet.

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