HammStars mit hohen Zielen: „Es geht nur als Team“

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Ivan Rosic (Mitte) gilt mit seinen TuS 59 HammStars als Aufstiegsfavorit in der Basketball-Oberliga.

Hamm - Die TuS 59 HammStars haben Großes vor. Am Ende der am Samstag beginnenden Oberliga-Saison wollen die Basketballer den Aufstieg feiern. Der Mann, der sie dorthin führen soll, ist Trainer Ivan Rosic. Im Interview spricht er über die Vorbereitung, die Favoritenrolle und selbstkritische Spieler.

Herr Rosic, Ihre Mannschaft hat gleich im ersten Pflichtspiel der Saison ein höherklassiges Team aus dem Pokal geworfen. Sind Sie ein glücklicher Trainer?

Ivan Rosic: Es ist schön, dass wir gewonnen haben. Wir freuen uns darüber, denn Wuppertal ist eine ambitionierte Mannschaft, die in der 2. Regionalliga oben mitspielen möchte. Von der Spielklasse her war es ein Unterschied, aber spielerisch nicht. Trotzdem war bei uns nicht alles gut.

Was hat Sie gestört?

Rosic: Manchmal ist das Oberliga-Verhalten noch drin. Wir haben teilweise mit acht, neun, zehn Punkten geführt, und anstatt das Spiel ruhig über die Bühne zu bringen, ist das Team hektisch geworden. Das sind alles Dinge, an denen wir arbeiten. Das zu ändern, geht nicht von heute auf morgen. Das ist ein Prozess. Aber ich bin da sehr optimistisch.

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Sie haben zuletzt 1. Regionalliga trainiert, die Testspielgegner waren fast alle höherklassig. Besteht nicht die Gefahr, dass die Spieler nur noch Regionalliga im Kopf haben, wenn am Samstag die Oberliga-Saison beginnt?

Rosic: Nein. Wer mich kennt, wird wissen, dass es nicht so sein wird (lacht). Wir haben am Montag nach dem Pokalsieg angesprochen, was alles nicht gut war. Und die Jungs haben gut zugehört. Die Spieler sind heiß; das merkt man im Training. Sie werden gegen Breckerfeld bereit sein – auch im Kopf. Sie haben in der Vorbereitung zu viel investiert, um jetzt nachzulassen.

"Erfolg geht nur über das Kollektiv"

Wie zufrieden sind Sie mit dem Kader?

Rosic: Sehr zufrieden. Wir haben Wert darauf gelegt, dass die Spieler charakterlich passen. Das tun sie. Sie sind selbstkritisch, sie wollen aus eigenem Antrieb besser werden und nicht deshalb, damit der Trainer nicht schimpft (lacht). Und, ganz wichtig, sie zeigen nicht mit dem Finger auf andere, wenn etwas nicht so funktioniert hat wie geplant. Das gefällt mir. Der Teamgedanke ist der entscheidende Faktor für Erfolg. Zehn gute Spieler sind noch lange keine gute Mannschaft. Erfolg geht nur über das Kollektiv, nur über das gegenseitige Helfen. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Der Kader, die Ergebnisse der Vorbereitung, die Professionalisierung des Umfelds – das Ziel kann nur Aufstieg heißen.

Rosic: Ja. Da gibt es kein Vertun, dass wir aufsteigen wollen. Die Spieler selbst wollen hoch. Aber sie müssen es nicht, und das ist ein wichtiger Unterschied. Dass wir aufsteigen wollen, heißt aber nicht, dass wir auch aufsteigen werden. Wer so etwas ankündigt, kennt den Sport nicht. Es gibt so viele Unwägbarkeiten, Verletzungen zum Beispiel. Niemand kann sportlichen Erfolg garantieren. Nehmen wir die vergangenen Saison. Bis eine Sekunde vor Schluss waren die Baskets Lüdenscheid Meister. Die Feier war vorbereitet. Dann wirft Iserlohn einen Korb, und alles war vorbei.

Gutes Stichwort. Vorjahresmeister Barop ist aufgestiegen, der Zweite Lüdenscheid hat wichtige Spieler verloren – darunter mit Semir Albinovic einen an Hamm. Wer soll den TuS 59 jetzt stoppen?

Rosic: Die Konkurrenz sieht, dass wir gut aufgestellt sind, dass wir das Umfeld professionalisieren, dass wir vier-, fünfmal die Woche trainieren und den nächsten Schritt gehen wollen. Wir müssen damit leben, dass wir der Aufstiegsfavorit sind, wenn alle Spieler gesund bleiben. Aber es gibt immer Gefahren. Gleich im zweiten Spiel müssen wir zu den Iserlohn Kangaroos II. Das ist ein dicker Brocken. Auch Soest ist nicht zu unterschätzen. Das sind zwei Mannschaften, gegen die wir ans Limit gehen müssen. Aber grundsätzlich gibt es keinen Gegner, von dem wir sagen können: Den schlagen wir mit links.

"Wir brauchen noch etwas Zeit"

Wie weit ist das Spiel der Mannschaft von Ihrer Idealvorstellung entfernt?

Rosic: Wir sind sicherlich noch nicht da, wo wir hinwollen. Das werden wir auch am Samstag gegen Breckerfeld noch nicht sein. Das muss ich auch auf meine Kappe nehmen. Ich habe den Stand der Spieler vernachlässigt. Ich war in der Regionalliga gewohnt, dass der Fitnessstand zu Beginn der Vorbereitung ungefähr gleich gut ist und dass man die sechs Wochen in erster Linie für Taktik und Zusammenspiel nutzen kann. Ich muss umdenken, weil ich in den vergangenen Jahren anders gearbeitet habe. Das ist eine neue Erfahrung für mich, die mir aber unheimlich viel Spaß bereitet.

Wann sehen wir Rosic-Basketball? Und wie sieht der aus?

Rosic: Ich denke, dass wir bis zu den Herbstferien versuchen müssen, die Schwachpunkte zu kaschieren. Nach der Pause, hoffe und glaube ich, sind wir dann soweit, dass das meiste ineinandergreift und wir nur noch an Details arbeiten müssen. Gerade die defensive Rotation braucht Zeit. Die Jungs müssen verinnerlichen, wie ich Defense spielen lassen möchte. Das Abwehrverhalten ist das A und O: Was ich hinten verhindere, muss ich vorne nicht unter Druck treffen. So gesehen waren die 84 Punkte, die wir gegen Wuppertal kassiert haben, inakzeptabel. Auch wenn der Gegner eine Liga höher spielt.

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