Aus dem Nichts heraus:

Hammer Eisbären basteln an Not-Team für die Oberliga

Die Eisbären müssen in der Oberliga antreten, damit der Verein überhaupt überleben kann.

HAMM -  Die Zeit drängt. Fast schon verzweifelt kämpfen derzeit in Werries die Verantwortlichen und Freunde von Lippe Hockey Hamm darum, den Eishockey-Standort in der Lippestadt zu erhalten.

Die Ankündigung der Kenston-Unternehmensgruppe aus Köln, die Eisbären vom Spielbetrieb aus der Oberliga West abzumelden, hat die Eisbären nicht nur vor große Probleme gestellt, sondern gefährdet inzwischen auch die Existenz des Stammvereins.

Durch den Rückzug von Kenston sind die Hammer in die Zwickmühle geraten. Die ursprüngliche Absicht, mit der 1b-Mannschaft weiter in der NRW-Liga zu spielen, mussten die Verantwortlichen inzwischen aufgeben. „Wenn wir das Team aus der Oberliga zurückziehen, dann erlischt automatisch die Spielberechtigung für die NRW-Liga“, erklärte jetzt Werner Nimmert, früherer Geschäftsführer und aktueller Sponsorensprecher der Eisbären, der inzwischen hinter den Kulissen das Ruder für den Kampf ums Überleben in die Hand genommen hat. „Zudem müssten wir einen fünfstelligen Betrag als Strafe an den Landesverband überweisen. Das kann der Verein nicht bezahlen. Das würde den sicheren Tod des Eishockeys in Hamm bedeuten“, bestätigte Nimmert.

Bis zum kommenden Mittwoch soll nun praktisch aus dem Nichts heraus eine Oberliga-Mannschaft zusammengestellt werden. Und Nimmert ist froh, dass ihm inzwischen eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegenschlägt. „Wir haben schon sieben bis acht Spieler aus dem alten Kader, die über Oberliga-Erfahrung verfügen und sich bereit erklärt haben, auf einen großen Teil der finanziellen Zuwendungen zu verzichten“, berichtete Nimmert. Auch andere Vereine haben inzwischen ihre Hilfe angeboten. So hat Hernes Trainer Carsten Plate angerufen, ob und wie er die Hammer unterstützen kann. Zudem haben die Hamburger angekündigt, auch ohne Rückspielverpflichtung zu einer Freundschaftsbegegnung nach Hamm zu kommen und sogar die Schiedsrichterkosten zu übernehmen.

Von großer Bedeutung wird vor allem das Ergebnis der Aufsichtsratsitzung der Maximilian-Park GmbH am Mittwochabend sein. „Ich habe das Gefühl, dass uns auch Stadt und Maxipark entgegenkommen werden, damit in Hamm weiter Eishockey gespielt werden kann“, erklärte Nimmert.

Ein finanzieller Grundstock für die kommende Saison ist durchaus vorhanden. „Es sind Sponsoren-Gelder da“, bestätigte Nimmert. „Doch die befinden sich derzeit auf einem Kenston-Konto. Ich gehe davon aus, dass diese umgehend an den Verein zurücküberwiesen werden“, so der frühere Geschäftsführer Finanzen der Eisbären, der mit seinen Helfern in den kommenden Tagen alles tun wird, um den Standort zu retten: „Wir müssen jetzt dadurch und irgendwie eine Oberliga-Truppe auf das Eis bringen. Sportliche Glanzpunkte werden wir nicht setzten können, aber auch kein Kanonenfutter sein. Es gibt aber keinen anderen Weg, den vielen Jugendlichen weiter in Hamm den Eishockey-Sport zu ermöglichen.“ - P. Sch.

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