1:2 gegen ASC Dortmund: HSV zeigt ihr Heimgesicht

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Ein lichter Moment kurz vor Schluss: Jochen Höfler verkürzt für die HSV auf 1:2.

HAMM - Die Temperaturen klettern, die Hammer SpVg nicht. Eine Woche nach dem eindrucksvollen 1:0-Erfolg beim TuS Erndtebrück zeigte der Fußball-Oberligst beim Debüt von Trainer Oliver Gottwald sein Heimgesicht und rutschte durch ein 1:2 (0:1) gegen den Aufsteiger SC Aplerbeck wieder auf Platz 16 der Tabelle ab.

Von Simon Stock

Es war bereits die achte Saisonniederlage in der Evora Arena. Und sie hätte höher ausfallen können. „Ich habe mir meine Premiere anders vorgestellt“, gab Gottwald, erst sieben Tage zuvor als neuer HSV-Coach präsentiert, nach einer ernüchternd schwachen Leistung in allen Mannschaftsteilen zu.

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„Was wir uns vorgenommen haben, haben wir nur in ganz, ganz wenigen Phasen umgesetzt“, fügte der 45-Jährige hinzu und sprach in der anschließenden Pressekonferenz wie sein Dortmunder Kollege Daniel Rios von einem verdienten Ergebnis.

Der Leistungseinbruch gegenüber dem Erndtebrück-Spiel war umso unverständlicher, als Gottwald nur geringe und zudem nachvollziehbare Änderungen gegenüber der Vorwoche vorgenommen hatte.

Jochen Höfler stürmte wieder von Beginn an, dafür rückte Roman Maciejak ins rechte Mittelfeld auf die Position des verletzten Sven Preissing. In der Innenverteidigung feierte Jens Grembowietz nach vier Monaten sein Comeback. Dursun Akdag saß zunächst auf der Bank.

Die HSV kontrollierte die Begegnung vor 650 Zuschauern – allerdings dort, wo es Aplerbeck nicht weh tat. Nach vorn lief bei den Gastgebern wenig, da Emre Demir, in Erndtebrück einer der besten, auf der linken Seite kaum Bälle bekam und Maciejak auf rechts Vieles misslang.

Die Aplerbecker konzentrierten sich darauf, taktisch diszipliniert das zu tun, was getan werden musste. Sie engten die Kreise der Hammer Doppel-Sechs Mesut Özkaya und Kevin Kisyna ein, gewannen in der eigenen Hälfte die Zweikämpfe und spielten den Ball hoch auf die flinken Offensiven.

In der 16. Minute wurde es für die HSV zum ersten Mal brenzlig, als Solo-Spitze Tim Schwarz nach einem schönen Pass von Daniel Diaz das Laufduell gegen Grembowietz gewann, Damir Kurtovic jedoch rechtzeitig dazwischen ging.

Vier Minuten später zappelte der Ball aber im Netz. Nach einem Ballverlust im HSV-Mittelfeld und einer maßgenauen Flanke stand Michael Seifert frei und köpfte den Ball zum 0:1 ins lange Eck. Kurz darauf feuerte der Ex-Hammer Sebastian Stein, der an alter Wirkungsstätte eine starke Leistung auf der Sechs zeigte, aus der zweiten Reihe knapp übers Tor (23.).

Fotostrecke: Hammer SpVg - ASC 09 Dortmund 1:2

Hammer SpVg - ASC 09 Dortmund 1:2

Auf tiefem Rasen in Rückstand gegen ein Konter-Team der Premium-Klasse – die HSV war nicht zu beneiden. Sie mühte sich zwar, musste aber bis zur 38. Minute warten, ehe sie die erste ernst zu nehmende Chance hatte: Maciejaks Hereingabe fand Höfler, doch der säbelte in der Mitte am Ball vorbei. „Den hätte ich machen müssen“, ärgerte sich der Torjäger nach der Partie selbstkritisch.

Genauso hätte sich wohl auch Dortmunds Schwarz im Falle einer Niederlage über eine Szene kurz zuvor geäußert, als ihm Grembowietz in letzter Sekunde den Ball vom Fuß gespitzelt hatte (33.).

Wer nach der Pause mit dem Frühlingserwachen auch bei der HSV gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Bewegung gab es bei den Gastgebern nur in Ballnähe, die Lücken zwischen den Mannschaftsteilen wurden größer, die unpräzisen Abspiele häuften sich – und als Folge ebenso die gefährlichen Angriffe der Aplerbecker.

Schwarz scheiterte, nachdem Grembowietz ins Leere gegrätscht war, aus spitzem Winkel an HSV-Keeper Manuel Lenz (59.). Drei Minuten später überwand er ihn nach einem Tiefschlaf der HSV-Abwehr per Heber, trat den Ball dann aber aus vier Metern über die Latte.

Auch Diaz (67., 68.) wollte der zweite ASC-Treffer nicht gelingen. Gottwald brachte Danny Radke für den angeschlagenen Kurtovic, stellte auf ein offensiveres 3-4-3-System um. Doch das Tor fiel auf der Gegenseite. Nach einem Ballverlust von Özkaya knallte Diaz den Ball gegen die Latte; den Abpraller drückte der eingewechselte Kagan Atalay zum 0:2 über die Linie (78.) – die Entscheidung.

Oder nicht? Wie aus dem Nichts kam die HSV zum Anschlusstor. Faysel Khmiri, mittlerweile für den enttäuschenden Serafettin Sarisoy in der Partie, spielte den Ball perfekt in die Schnittstelle zu Höfler, der beim 1:2 seine Klasse aufblitzen ließ. Mehr gab es nicht zu bejubeln. Aber das wäre auch nicht verdient gewesen.

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