HSV ist in Erkenschwick nur krasser Außenseiter

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Ferhat Cerci (rechts) fällt in Erkenschwick wegen einer Verletzung am Zeh aus.

HAMM -  Auf dem Papier sind die Kräfteverhältnisse klar. Schließlich trifft der Tabellenzweite auf den Zwölften der Oberliga Westfalen, immerhin trennen beide Teams mehr als 20 Punkte. „Wir sind nicht Außenseiter“, sagt Goran Barjaktarevic, Trainer der Hammer SpVg, daher mit Blick auf die Partie am Ostermontag (15 Uhr, Stimberg) bei der SpVgg Erkenschwick. „Wir sind krasser Außenseiter.“

Was weitere Indizien untermauern. Die Gastgeber haben in der Rückrunde bislang nur eine Niederlage kassiert, die HSV hat erst einen Erfolg gefeiert. Immerhin in Sachen Torjäger begegnen sich beide Teams fast auf Augenhöhe. Hamms Jochen Höfler hat lediglich vier Treffer weniger auf dem Konto (20) als der derzeit das Ranking anführende Erkenschwicker Stefan Oerterer. Dessen Qualitäten im Abschluss sind allein schon Grund genug für die HSV, auf der Hut zu sein. Aber da ist etwas, „was mir mehr Sorgen macht“, sagt Barjaktarevic. Denn obwohl die Erkenschwicker aus finanziellen Gründen keine Regionalliga-Lizenz beantragten und somit auf den durchaus möglichen Aufstieg verzichten, haben, so der Coach, „die Spieler für sich beschlossen: Wir ziehen das durch, wir geben weiter Gas. Das ist großer sportlicher Ehrgeiz, das ist eine gesunde Einstellung.“

Und genau die vermisst Barjaktarevic ab und an bei seinen Schützlingen. Nicht generell, aber in bestimmten Situationen. Vor allem die Schwäche bei Standards führt der 44-Jährige darauf zurück, dass „der eine oder andere abschaltet“ oder die „falsche persönliche Entscheidung“ treffe. Auch der Umstand, dass sich sein Team zuletzt gegen Heven (2:2) in den bislang oft kritischen Phasen direkt vor und unmittelbar nach der Halbzeit deutlich besser verhielt, dass die HSV dank größerer Präsenz sogar in diesen Minuten ihre beiden Treffer erzielte, stimmte den Coach nur bedingt zufrieden. Denn auf den vermeintlichen Schritt nach vorn folgte prompt einer zurück: Die Hammer verspielten ihre 2:0-Führung – und treten so auf der Stelle. „Wir haben immer Leistungsabfälle durch Fehler, die wir schon in der Vergangenheit gemacht haben. Wir drehen uns da in einem Teufelskreis“, sagt Barjaktarevic und sieht die Grundprobleme für die Instabilität weiter „im mentalen Bereich“.

Dennoch: Der einstellige Tabellenplatz bleibt das Ziel, entsprechend will der HSV-Coach auch in Erkenschwick „punkten. Ohne Wenn und Aber.“ Dabei kann er weitgehend auf den Kader der vergangenen Woche zurückgreifen. Sebastian Krug hat das Training wieder aufgenommen und wird ins Aufgebot rücken, Ferhat Cerci hat sich eine starke Prellung am Zeh zugezogen und fällt aus. Ein Fragezeichen steht hinter Rouven Meschede, dessen Vertrag nach dieser Saison „definitiv nicht verlängert“ werde, so der Coach. - fh

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