Darts

Darts boomt auch in Hamm

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Inzwischen stehen beim 1. DC Garfield Hamm sechs Boards zur Verfügung.

Es geht weitaus ruhiger zu als im berühmten Londoner Ally Pally, dem Mekka des Darts. Unweit der Boards wird in Pinter’s Pinte in Herringen an der Holzstraße natürlich auch Bier ausgeschenkt. Doch die Mitglieder des 1. Dart-Clubs Herringen nehmen ihren Sport durchaus ernst. 

 Hamm – Seine rauchige Stimme ist unverkennbar. Wenn Russ Bray, der kultige Ansager der Dart-WM im Londoner Ally Pally, sein berühmtes „Onehundredandeigthy“ anstimmt, toben die Massen, fließt das Bier in Strömen. Die Live-Übertragungen aus dem Mekka das Dart-Sports über den Jahreswechsel haben auch in Herringen Spuren hinterlassen. 

„Durchaus positive“, wie Helmut Seegert, Vorsitzender des 1. DC Garfield Hamm, bestätigt. Doch in Pinters‘s Pinte an der Holzstraße in Herringen geht es an den Übungsabenden ruhig und beschaulich zu. Den Spielstand sagt niemand laut an, Kopfrechnen ist gefragt. Konzentriert stehen die inzwischen 37 Mitglieder des ständig wachsenden Vereins an den Boards. Denn sie haben den Ehrgeiz, besser zu werden. Schließlich soll irgendwann der lang ersehnte Sprung in die Regionalliga gelingen, der dritthöchsten Liga im Nordrhein-Westfälischen Dart-Verband (NWDV). Zur Saisonhälfte belegt die erste Mannschaft in der Bezirksliga Rang drei. „Der Aufstieg ist das Ziel“, beteuert Dennis Ringkamp, TC (Teamcaptain) der Mannschaft und gleichzeitig auch 2. Vorsitzender des Klubs.

Darts in Pinters Pinte

Den durch die Dart-WM ausgelösten Boom sehen sie in Herringen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Natürlich profitieren wir davon“, erklärt Seegert. „Doch wir wollen weg von diesem Kneipen-Image.“ Dabei sind die Garfielder ihrem Wirt Andreas Pinter äußerst dankbar. Der hat dem Klub einen weiteren Raum angeboten. Inzwischen stehen sechs Boards zur Verfügung, auf denen jeweils mittwochs (ab 19 Uhr) und freitags (ab 20 Uhr) in Herringen trainiert werden kann.

 „Wir sind zuletzt auf Grund der großen Nachfrage, was die Trainingskapazität angeht, an unsere Grenzen gestoßen, sind froh, dass wir hier weitere drei Spielmöglichkeiten einrichten konnten“, erzählt Ringkamp. „Wenn die Leute zum Training kommen, dann wollen sie auch spielen und nicht lange darauf warten müssen.“ Der Wirt stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung, die Vereinsmitglieder bauten in Eigenregie um. Mittlerweile könnten in Pinter‘s Pinte sogar zwei Ligenspiele gleichzeitig stattfinden. Deshalb kann der DC Garfield jetzt auch weitere Mitglieder aufnehmen. „Wer Interesse und Lust hat, soll einfach einmal vorbei kommen und bei uns etwas schnuppern“, sagt der Vorsitzende, der mit seinem Führungsteam für das jetzt angelaufene Jahr auch einige Aktionen geplant hat.

Der 18-jährige Marvin Schönfeld wurde schon in der ersten Mannschaft eingesetzt.

 Seegert möchte in Hamm eine Stadtliga gründen. Praktisch eine offizielle Runde mit Hobbyspielern, die sich in dieser Sportart versuchen wollen. „Wir werden die heimischen Sportvereine anschreiben. Es können sich dann bei uns Zweierteams melden, die in einer offiziellen Runde regelmäßig um Punkte spielen werden“, erklärt der DC-Vorsitzende. „Wir werden das organisieren und in unseren Räumen veranstalten. Wenn Vereine später bereit sind, in ihren Klubhäusern zwei Dartscheiben aufzuhängen, dann können die Spieltage auch dort stattfinden.“ 

 Neben der Stadtliga soll in der zweiten Jahreshälfte in Herringen auch ein großes Jedermann-Turnier stattfinden, das für alle Interessenten offen sein wird. „Natürlich geht es uns darum, weitere Freunde für unseren Sport zu gewinnen“, bestätigt Seegert. „Es ist klar, dass wir auch darauf hoffen, dass der eine oder andere sich unserem Verein anschließt“, meint Ringkamp. 

So wie Marvin Schönfeld, mit 18 Jahren der Youngster im Klub. Zehn Jahre lang spielte er Fußball beim SVF Herringen, bis ihn Freunde einmal mit zum Dart-Training in Pinter‘s Pinte nahmen. „Ich bin hier gleich sehr gut aufgenommen worden. Das hat mir von Anfang an großen Spaß gemacht“, bestätigt Schönfeld, der die Fußballschuhe an den berühmten Nagel gehängt hat. Die Dart-WM in London hat er über den Jahreswechsel am Rande verfolgt. „Ich haben nur ein paar Spiele der Vorrunde im Fernsehen gesehen. Ich spiele lieber selber“, sagt Schönfeld, der inzwischen schon seine ersten Meisterschaftssbegegnungen in der ersten Mannschaft des DC Garfield bestritten hat.

 Dass er dort nicht an seine starken Trainingsleistungen anknüpfen konnte, ist laut TC Ringkamp nichts Ungewöhnliches: „Wenn man erstmals unter Wettkampfbedingungen am Board steht, dann zittert schon einmal die Hand.“ Auch Schönfeld gab zu, dass er doch sehr nervös war. Diese Nervosität will er jetzt in der zweiten Mannschaft, die der Bezirksklasse angehört, bekämpfen, weil er dort öfter zum Einsatz kommen kann. Die ersten Früchte

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