Halbfinale im Kreispokal

Torsten Garbe will sich mit Titel aus Rhynern verabschieden

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Nils Kisker von der HSV (links) und Lennard Kleine kämpfen heute um den Einzug ins Kreispokalfinale.

Wenn die Hammer SpVg Westfalia Rhynern im Kreispokal-Halbfinale empfängt, könnte die Gefühlslage der beiden Trainer nicht anders sein. Für den einen ist es ein "Bonusspiel", für den anderen die Chance, sich mit einem Titel zu verabschieden.

Hamm - Kreispokal-Abende sind immer eine ganz spezielle Angelegenheiten. Besonders dann, wenn im heutigen Halbfinale der Fußball-Oberligisten (19.30 Uhr, 24nexx Arena) die Hammer SpVg Westfalia Rhynern empfängt und das Derby-Feuer neu entfachen will.

Der erste Finalist des diesjährigen Kreispokals steht bereits fest: Landesligist SuS Kaiserau setzte sich in der Verlängerung gegen den SSV Mühlhausen mit 3:1 (0:1) durch. Dort hin wollen sowohl HSV-Coach René Lewejohann als auch der Trainer der Rhyneraner, Torsten Garbe, wenngleich die Gefühlslage der beiden Coaches vor dem Halbfinale unterschiedlicher nicht sein könnte.

Bonusspiel mittem im HSV-Abstiegskampf 

„Ich bin ganz ehrlich, dieses Pokalspiel kommt für uns sehr ungelegen“, gibt Lewejohann zu. Die Gründe liegen auf der Hand: ermüdender Abstiegskampf hier, der noch sowohl ungelöste als auch nervenaufreibende Fall Damir Kurtovic und der damit einhergehende drohende Punktabzug dort. 

„Es ist ein Bonusspiel. Der Klassenerhalt hat nach wie vor Priorität“, so der HSV-Coach weiter. Dennoch weiß auch Lewejohann um die Wichtigkeit eines Hammer Derbys, nicht zuletzt seit der unglücklichen 0:1-Niederlage vor zwei Wochen am Papenloh in der Nachspielzeit. „Natürlich sind solche Abende immer etwas spezielles. Wir wollen den Schwung aus den beiden Erfolgen gegen Schermbeck und Siegen mitnehmen, zudem mit der entfachten Euphorie und dem Glauben ins Finale einziehen.“ 

Viel Rotation möglich bei der HSV

Es wäre Balsam für das geschundene Seelenleben, schwebt trotz der jüngsten Erfolge ein grauer Schleier über dem Hammer Osten – und über Lewejohann, der aufgrund der aktuellen Situation keine Ruhe findet: „Der Fall Kurtovic geht an die Substanz und die Psyche“, so der HSV-Coach, der wie auch am vergangenen Wochenende auf den erkrankten Damian Lubak verzichten muss. Jarno Peters und Manuel Dieckmann sind weiterhin angeschlagen. 

Nicht nur deshalb spricht vieles für reichlich Rotation bei der Hammer SpVg. Frische Kräfte werden benötigt, soll am kommenden Sonntag beim Holzwickeder SC der nächste notwendige Dreier eingefahren werden. „Wen wir aufs Feld schicken werden, bleibt abzuwarten. Wir befinden uns noch in der Planung“, ließ Lewejohann sich nicht in die Karten schauen. 

Rhynern geht mit Vorfreude in das Duell

Ganz anders blickt sein Gegenüber, Rhynern-Coach Garbe, dem kommenden Duell entgegen. „Wir freuen uns darauf“, sagte Garbe. Zudem herrsche bereits eine gewisse Anspannung in seinem Team, „die ist vor einem Pokal-Halbfinale aber durchaus gesund.“ Gesunde Anspannung auf der einen trifft auf psychischen Druck auf der anderen Seite. Die Favoritenrolle scheint klar verteilt. 

Wahrgenommen hat der 40-Jährige die Unruhen im Hammer Osten. Sich davon beeinflussen lassen werden er und seine Elf nicht. „Natürlich haben wir von Kurtovic gehört. Die Hammer SpVg befindet sich zudem mitten im Abstiegskampf, deshalb bin ich gespannt, wie René Lewejohann seine Truppe aufstellen wird. Trotzdem schauen wir nur auf uns, ich kann die HSV momentan nicht einschätzen“, so Garbe.

Titel zum Abschied wäre für Garbe "optimal"

Der zum Saisonende scheidende Coach könnte sich nicht nur mit einem äußerst zufriedenstellenden Platz vier in der Liga, sondern zudem mit einem Titelgewinn aus Rhynern verabschieden. „Das wäre optimal“, so Garbe. Kein Wunder, dass er deshalb mit der „vollen Kapelle“ antreten wird. „Wir nehmen das Spiel absolut ernst. Nach der Schwächephase in der Liga in den vergangenen Wochen kommt ein eben solches Spiel gegen den Lokalrivalen genau zum richtigen Zeitpunkt“, so der Trainer weiter.

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