Fall Kurtovic

Hammer SpVg lässt es "auf Spruchkammersitzung ankommen"

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Auf der Suche nach charakterlich passenden Akteuren: HSV-Trainer René Lewejohann (mitte)

Rund zwei Wochen nach Ablauf der Spielzeit 2018/19 und dem bejubelten Klassenerhalt der Hammer SpVg nach einem 3:0 beim FC Gütersloh warten die Verantwortlichen noch immer auf eine Entscheidung im Fall Kurtovic - und gehen weiterhin hartnäckig in die Offensive.

Hamm – Wie ein grauer Schleier schwebte der drohende Punktabzug über dem Hammer Osten und dem Fußball-Oberligisten Hammer SpVg. Kräftezehrender Abstiegskampf bis zur letzten Minute hier, Rechenspielchen über die endgültige Punktausbeute dort. Rund zwei Wochen nach Ablauf der Spielzeit 2018/19 und dem bejubelten Klassenerhalt der Hammer nach einem 3:0 beim FC Gütersloh (der WA berichtete) warten die Verantwortlichen noch immer auf eine Entscheidung. 

Selbst im Falle eines möglichen Punktabzugs ist ein Abstieg nicht mehr möglich, dennoch gehen sie weiterhin hartnäckig in die Offensive. „Das Urteil ist nach wie vor noch nicht rechtskräftig“, kommentierte HSV-Abteilungsleiter Dirk Blumenkemper. Die Verantwortlichen des Fußball-Oberligisten hatten fristgerecht Einspruch gegen das Urteil eingelegt, wonach die Hammer SpVg drei Punkte aus dem 3:0-Erfolg über den SV Schermbeck verlieren würde, weil sie den nicht spielberechtigten Verteidiger Damir Kurtovic eingesetzt hatte. 

Sitzung soll der grundsätzlichen Klärung der Thematik dienen

„Wir werden es jetzt auf die Spruchkammersitzung ankommen lassen“, kündigte Blumenkemper an. Es gehe ums „Prinzip“. „Die Sitzung dient der grundsätzlichen Klärung dieser Thematik. Es geht um eine endgültige Entscheidung darüber, wie man auch in den kommenden Jahren mit dem Thema Spielberechtigung umzugehen hat. Als Verein will man nicht die Entscheidung des Verbands überprüfen müssen“, so der Abteilungsleiter weiter, der eine Lösung für die Allgemeinheit anstrebt: „Es geht nicht nur um die Hammer SpVg, sondern um alle Vereine.“ 

Wann eben solche Spruchkammersitzung stattfinden wird, konnte Blumenkemper nur mutmaßen: „Jetzt ist der Verband wieder am Zug. Sie sollte wohl in den kommenden zwei bis drei Wochen stattfinden. Es besteht keine zeitliche Dringlichkeit mehr.“ 

HSV-Abstieg trotz möglichem Punktabzug nicht mehr möglich

Weil die Truppe von Trainer René Lewejohann mit der vollen Punktausbeute aus den letzten vier Ligaspielen aus sportlicher Sicht einen fulminanten Endspurt hinlegte. Fünf Zähler trennen die HSV vom ersten Abstiegsplatz 17, den der FC Brünninghausen belegt. Wird der drohende Punktabzug rechtskräftig, rutscht die HSV auf Rang 16 – und hält dennoch die Klasse.

Umbruch bei der HSV bereits eingeleitet

Nach bereits zehn feststehenden Abgängen feilt Lewejohann am Team für die kommende Saison. Vier Neuzugänge wurden bereits verpflichtet, weitere sollen folgen, die den Kern der Mannschaft, bestehend aus zurzeit „14 Feldspielern und zwei Torhütern“, individuell verstärken: „Wir haben keinen Zeitdruck“, sagte Lewejohann, der deshalb langfristige Gespräche führen wird, um potenzielle Neuzugänge „auch auf privater Ebene“ kennenzulernen. 

„Wir legen viel Wert darauf, dass es charakterlich passt. Der Nichtabstieg war gefühlt wie eine Meisterschaft für uns, der eine neue Mentalität hervorgerufen hat. Die Jungs sollen bereit sein, uns auf dem Weg des Umbruchs zu begleiten“, so der Coach, der bereits Akteuren mit „zu hohen Gehaltsforderungen“ den Weg zur Tür zeigte.

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