Fußball

Westfalia Rhynern verliert Spiel und Kleine

Auf einer Trage musste Lennard Kleine aus dem Lohrheidestadion gebracht werden.
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Auf einer Trage musste Lennard Kleine aus dem Lohrheidestadion gebracht werden.

Die Spieler des SV Westfalia Rhynern hatten sich die ganze Woche auf ihr Gastspiel im Lohrheidestadion gefreut. Am Ende aber herrschte Frust pur. Durch ein Gegentor in der Nachspielzeit verlor die Papenloh-Elf mit 2:3 (0:1) bei der SG Wattenscheid 09, Lennard Kleine zog sich eine schwere Knieverletzung zu und wird monatelang ausfallen, und Marvin Joswig sah Gelb-Rot.

Wattenscheid – Michael Kaminski benötigte ein paar Augenblicke mehr als sonst, um sich wieder zu beruhigen und das zu analysieren, was in den 100 nervenaufreibenden Minuten zuvor alles passiert war. „Die Verletzung von Lennard trifft uns hart. Noch härter als das Ergebnis“, stellte der Trainer von Westfalia Rhynern klar. „Lennard ist in der Offensive der Kopf der Mannschaft. Das ist unglaublich bitter und ein herber Rückschlag für uns alle.“

Es war in der 15. Minute ein Schuss aus ungefähr 20 Metern, der Lennard Kleine zum Verhängnis geworden war. Ohne dass sein Gegenspieler in der Nähe war, war er mit seinem Standbein so unglücklich weggerutscht, dass er sich das linke Knie verdrehte und seine Kniescheibe heraussprang. Sofort riefen seine Teamkollegen die Betreuer, die umgehend aufs Spielfeld eilten und sich um die Erstversorgung von Kleine, der mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen lag, kümmerten. Zehn Minuten lang war die Partie, die bis dahin klar von den Gästen bestimmt worden war, unterbrochen, ehe Kleine zur Grundlinie getragen und wenig später von einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde, wo am Abend ein Riss der Patellasehne diagnostiziert wurde.

Auch die Wattenscheider Akteure zeigten sich nach dem Abpfiff geschockt von diesen Minuten. „Das tut mir so Leid für Lennard. Wir sind alle mit dem Kopf bei ihm. er ist einer der besten, wenn nicht der beste Offensivakteur der Liga“, sagte SGW-Mittelfeldakteur Nils Hönicke, der nach der Unterbrechung für den ersten Treffer der Partie sorgte und die Begegnung zu diesem Zeitpunkt ein wenig auf den Kopf stellte. Über die linke Seite hatte sich Umut Yildiz durchgesetzt und Hönicke bedient, der mühelos zum 1:0 traf (44.).

Ausgleich durch Sezer

Nach dem Wechsel zeigte sich Rhynern gut erholt und schaffte in der 50. Minute das 1:1. Gianluca Di Vinti hatte sich stark über rechts durchgetankt und maßgenau auf Hakan Sezer gepasst, der zum Ausgleich einschob. „Da muss ich die Moral der Jungs loben, wie sie nach der Halbzeit wieder rausgekommen sind“, meinte Kaminski. Doch die Freude der Westfalia währte nur elf Minuten. Denn dann lag die SG aus Wattenscheid erneut in Front, als Berkant Canbulut zum 2:1 traf (61.).

Aber Rhynern schüttelte sich erneut, drückte mit viel Wucht auf den Ausgleich und hatte durch Eduard Probst die große Möglichkeit zum 2:2, als er alleine auf Wattenscheids Keeper Bruno Staudt zueilte, aber am Keeper scheiterte (65.). Und auch als Joswig wegen wiederholten Foulspiels nur eine Minute später mit Gelb-Rot vom Platz musste (66.), steckte Rhynern nicht auf und schaffte tatsächlich den Ausgleich. Nach einem Handspiel an der Strafraumgrenze markierte Sezer mit seinem bereits sechsten Saisontreffer das 2:2, wobei Staudt dabei eine recht unglückliche Figur abgab (77.). „Wir haben nicht nachgelassen. Das war schon gut“, sagte Kaminski.

Doch aus dem erhofften Punktgewinn wurde am Ende nichts, denn in der Nachspielzeit zeigten sich die Gäste bei einer kurz ausgeführten Ecke viel zu schläfrig, so dass Felix Casalino in der dritten Minute der Nachspielzeit den 3:2-Siegtreffer für die Platzherren erzielte (90.+3). „Das muss man einfach besser verteidigen“, echauffierte sich Kaminski. „Da erwarte ich von den Jungs, dass sie den Kopf einschalten, mehr Einsatz zeigen und da nicht hintraben, sondern spurten. So können wir uns für unseren engagierten Auftritt nichts kaufen. Wie in Ennepetal kassieren wir drei Gegentore, das ist einfach zu viel.“

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