Fußball

Fußball-Oberligist Westfalia Rhynern startet in die Vorbereitung - ohne Tom Franke

Saisonauftakt bei Westfalia Rhynern
+
Zum offiziellen Saisonstart stellten sich Trainer Michael Kaminski (hinten von links) und die Neuvorstellungen Finn Schubert, Co-Trainer Torsten Skerra, sowie Merlin Zweimann (unten von links), Tim Lorenz und Brian Wolff zum Foto.

Erst Fotos, dann Training: Das Lächeln für den Fotografen behielten einige der Spieler des SV Westfalia Rhynern beim offiziellen Trainingsauftakt am Tünner Berg einfach gleich im Gesicht. Die Vorfreude beim Fußball-Oberligisten auf die Saison ist groß – nachdem die vergangene Serie coronabedingt bereits Ende Oktober abgebrochen worden war.

Hamm – Michael Kaminski strahlte ein ordentliches Maß an Zuversicht aus. Nur drei Abgänge, vier Neuzugänge und mit Torsten Skerra ein zusätzlicher Coach für das Trainerteam – so lässt es sich arbeiten. „Was wünscht man sich mehr aus Trainersicht?“, fragte der 37-Jährige, der in seine dritte Saison als Cheftrainer der Westfalia geht. „Daran, dass der Großteil der Spieler bleibt, sieht man, dass wir einen intakten Kader haben.“

Der hat bereits den ersten Trainingsblock hinter sich. Vor vier Wochen hat Kaminski seine Spieler erstmals auf den Trainingsplatz gebeten – und das nicht nur, um ein wenig zu kicken. „Wir haben zwölf Einheiten hinter uns, viel mit dem Ball gemacht. Ab jetzt geht es dann richtig los und wird intensiver“, sagte der Coach, der vorerst auf Tom Franke verzichten muss, der sich Mitte der Woche bei einem häuslichen Unfall eine Fingerverletzung zugezogen hat und im Krankenhaus behandelt wurde.

Der Schwerpunkt liegt nun auf den Basics: „Die Basis wird in den ersten zwei Wochen gelegt“, weiß der Trainer. „Daher werden wie jetzt konditionelle Schwerpunkte setzen und in den ersten drei Testspielen nicht so viel Wert auf die Ergebnisse legen.“ Wichtig sei nach der langen Pause eine gut dosierte Belastungssteuerung, „damit wir mit wenig Verletzungen bis Ende August rauskommen“.

Am 29. steht der Oberliga-Auftakt auf dem Terminplan. Und dann muss die Mannschaft auf den Punkt fit sein. Denn durch den neuen Spielmodus – es wird eine einfache Runde ausgetragen, nach der die Liga in Auf- und Abstiegsgruppe aufgeteilt wird – ist es wichtiger als je zuvor, einen guten Start zu erwischen. Wer anfangs patzt, wird es schwer haben, am Ende der Hinrunde zu den zehn Teams zu gehören, die den Aufstieg in die Regionalliga ausspielen werden. Ein ungewohnter Modus, der von der Konkurrenz zwiespältig aufgenommen wurde, bei der Westfalia aber auf Zustimmung traf. Und das nicht nur, weil sich das Team in den vergangenen zwei Jahren jeweils zum Saisonbeginn in blendender Verfassung präsentiert hat. „Momentan sehe ich aufgrund der unsicheren Corona-Lage gar keine andere Möglichkeit, wenn wir die reelle Chance haben wollen, dass die Saison zu Ende gebracht wird“, sagt Rhynerns Sportlicher Leiter Andreas Kersting, der bereits vor der vergangenen, nach acht Partien abgebrochenen Serie für diesen Modus plädiert hatte.

Dass sich der Kader nicht groß verändert hat, sieht Kaminski als hilfreich an, einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz sieht er allerdings nicht. „Dieser Aspekt wäre wichtiger, wenn die Zeit nach der vergangenen Saison wie sonst nur sechs Wochen gedauert hätte“, sagt er. „Jetzt, nach der Monsterpause ist das anders. Klar kennen sich die meisten Spieler schon lange, aber trotzdem sind wir wieder in der Findungsphase. Der einzige Vorteil könnte sein, dass wir die Sicherheit, den Flow der acht Spiele ohne Niederlage aus der Vorsaison mitnehmen. Alles andere müssen wir uns in den nächsten Wochen hart erarbeiten.“

Rückkehrer Tim Lorenz

Um so wichtiger, dass die Neuen im Kader fast alle Rhynern-Erfahrung haben. So hat Defensivmann Tim Lorenz seine Jugendzeit bei der Westfalia verbracht, wechselte dann zur SG Holzwickede, spielte während seines Studiums beim Würzburger FV in der Bayern-Liga und ist seit einigen Monaten zurück am Papenloh. „Für ihn war es sehr gut, dass er in den vergangenen vier Wochen schon dabei war – auch, weil er aus einer Verletzung heraus zu uns gekommen ist. Er hat sich in Würzburg gut entwickelt, wird den Konkurrenzkampf anheizen“, sagte Kaminski, Und auch der 28-Jährige, der mit einigen seiner Mitspieler in der Jugend zusammen gespielt hat, ist zuversichtlich: „Wir wollen keine schlechtere Rolle spielen als in den acht Partien, die letztes Jahr stattgefunden haben. Das sollte der Anspruch sein. Die Qualität ist da. Der Wille ist da. Über die Abstiegsrunde mache ich mit persönlich jedenfalls keine Gedanken.“

Für Innenverteidiger Finn Schubert und Offensiv-Allrounder Merlin Zweimann, die aus der eigenen A-Jugend kommen, geht es erst einmal darum, dass sie „gierig sind, ihre Einsatzzeiten nutzen“, erwartet Kaminski. „Sie haben durch Corona viel Zeit verloren, müssen lernen, ohne sich dabei unter Druck zu setzen.“ Der einzige Externe ist Offensivmann Brian Cedric Wolff. „Auch er ist noch sehr jung, in seinem zweiten Seniorenjahr“, wird der Coach dem Nachwuchsmann, der vom Werner SC kommt, Zeit geben. „Er hat einen guten Eindruck hinterlassen und wird sich weiter entwickeln.“

Wer im Ende im Kampf um den Aufstieg die Nase vorne dabei haben wird, „kann ich gar nicht einschätzen“, hält sich der Coach bedeckt. „Gütersloh macht eine tolle Arbeit, hat den Kader beisammen gehalten. Ansonsten werden es die üblichen Verdächtigen. Aber ich gucke gar nicht so auf die anderen Mannschaften. Fest steht aber: Aufgrund der Umstellung des Spielplans haben wir jetzt nur 30 bis 32 Spiele. Daher werden wir alle drei Wettbewerbe – Liga, Kreis- und Westfalenpokal – sehr ernst nehmen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare