Nur ein Punkt für Westfalia Rhynern in Herne

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Rhynerns Mathieu Bengsch (rechts) im Luftkampf mit den Hernern Hansmann und Antwi-Adjej.

HERNE - Es war ein Bild des Jammers: Felix Bechtold lag im Mittelkreis, Jan Apolinarski saß gut zehn Meter von ihm entfernt und schaute ins Nichts. Michael Maier stand und schüttelte den Kopf. Zum dritten Mal in Folge hatten die Oberliga-Fußballer des SV Westfalia Rhynern eine 1:0-Führung verspielt und mussten sich nun auch beim SC Westfalia Herne mit einem 1:1 (0:1) zufrieden geben.

Björn Mehnert fiel das schwer: „Das kotzt mich an. Und ich hoffe, dass es auch die Jungs ankotzt, damit sich jeder fragt, woran es liegt, dass wir es zurzeit nicht schaffen, die Konzentration über 90 Minuten aufrecht zu erhalten“, sagte der Trainer, der das vierte Unentschieden in Folge als leistungsgerecht bezeichnete.

Mehnert hatte seine Start-Elf gegenüber der Vorwoche nur leicht verändert. Neben Burak Yavuz stürmte diesmal nicht Sergej Petker, sondern Denis Rödel. Zeit zur Akklimatisierung bekam er nicht. Die bekam niemand, denn die zuletzt dreimal siegreichen Herner begannen, als ob Schlussoffensive angesagt sei. Mit hektischen und ungestümen Angriffsbemühungen zerschossen sie jede Ordnung auf dem Feld, doch in Not brachten sie Rhynerns Abwehr nicht. Die Gäste hatten sogar die besseren Chancen: David Schmidt köpfte den Ball in die Arme von Hernes Keeper Michael Strzys (8.), der wenig später auch den Versuch von Mathieu Bengsch (15.) parierte.

Mit zunehmender Spieldauer beruhigten die Gäste das Geschehen auf dem Platz und kontrollierten es. „Rhynern hat defensiv sehr gut gestanden und war vorne mit den flinken Offensivspielern immer gefährlich“, sagte Hernes Trainer Hansi Bruch und meinte damit Rödel, Yavuz und Tobias Urban. Ihre Angriffe scheiterten entweder am unpräzisen letzten Pass oder am Torwart (Yavuz/36.). Als die Partie nach einer von nicht wenigen Entscheidungen des Schiedsrichters Marcel Neuer gegen das Heimteam hitzig zu werden drohte, kühlte Rödel die Stimmung der lautstarken Herner Fans mit einem Tor aus spitzem Winkel zum verdienten 0:1 (43.) schlagartig ab.

Spiel kontrolliert, Tor geschossen – so hätte es nach dem Geschmack der Gäste gern weitergehen dürfen. Doch es kam, wie von Mehnert befürchtet: Herne drängte sein Team nach der Pause mit großem Einsatz zurück. Die Gäste kamen mit ihren spielerischen Mitteln kaum noch durch und passten sich der Spielweise der Gastgeber an. „Fußballerisch hatte die Partie kein Oberliga-Niveau. In der zweiten Halbzeit war es ein reines Kampfspiel mit vielen Fehlpässen auf beiden Seiten. Der schlechte Platz entschuldigt nicht alles“, meinte Mehnert.

Weder das Anrennen der Herner noch die Entlastungsangriffe der Rhyneraner brachten ernsthafte Gefahr für beide Tore. Das änderte sich in der 63. Minute. Nach einer weiten Freistoßflanke von Semih Güler stand Dennis Kündig einsam und verlassen am langen Pfosten und trat den Ball volley zum 1:1 ins lange Eck. „Im Training sieht der Ball in 15 von 20 Fällen nicht mal die Nähe des Tores“, ärgerte sich Rödel. In der letzten halben Stunde wogte die Partie hin und her. Das stellenweise verwaiste Mittelfeld überbrückten beide Teams meist mit langen Bällen.

Rhynern boten sich die besseren Chancen. Adem Cabuk schoss frei über das Tor (79.), kurz darauf traf Rödel mit einem fulminanten Schuss den eigenen Mann, Sergej Petker (85.). Auf der Gegenseite feuerten Marc Schröter (86.) und Tobias Tumbrink (89.) Fernschüsse ab. Doch es blieb beim 1:1. - sst 

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