Westfalia-Verantwortliche fassungslos

Rhynern siegt in Neuenkirchen – aber Ärger um Bechtold

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Felix Bechtold

Neuenkirchen - Mit 1:0 (1:0) siegte Fußball-Oberligist Westfalia Rhynern beim SuS Neuenkirchen. Doch die Verantwortlichen vom Papenloh hatten bereits vor Spielbeginn die Betriebstemperatur deutlich überschritten.

Auslöser war die Vorgehensweise der Offiziellen von Rot Weiß Ahlen rund um die Verpflichtung von Westfalia-Mittelfeldspieler Felix Bechtold zur neuen Saison, die beim Sportlichen Leiter der Westfalia, Andreas Kersting, und Trainer Björn Mehnert für Fassungslosigkeit und Wut sorgte. Denn die Ahlener hatten durch vorzeitiges Einreichen der Vertragsunterlagen beim Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) in Duisburg dafür gesorgt, dass Bechtold mit sofortiger Wirkung und bis zum Saisonende nicht mehr für Rhynern spielberechtigt ist. „Ich habe momentan den Eindruck, dass es sich hier um primitivstes Verhalten handelt, um sich Vorteile im Aufstiegskampf zu erschleichen“, wetterte Kersting in Richtung Werse.

Bereits vor Rhynerns Heimspiel gegen den SV Zweckel hatten die Ahlener zu einem für den Konkurrenten ungünstigen Zeitpunkt die Verpflichtung Bechtolds und von Michael Wiese als perfekt gemeldet. Nun wurde der Vertrag von Bechtold bereits vorzeitig zum Verband gesandt, der prompt eine Sperre des Eigengewächses aussprach, da es sich anders als bei Wiese nach Paragraf 23 der Spielordnung um einen Statuswechsel vom Amateur zum Vertragsspieler handle und damit die Spielberechtigung ab sofort verwirkt sei.

Für Westfalia-Coach Mehnert ein unfassbares Szenario. „Ich halte das für eine bodenlose Frechheit. Da wird mitten in den laufenden Saisonbetrieb eingegriffen. Und da braucht mir auch keiner zu erzählen, dass die Herren in Ahlen das nicht wussten. Wenn man so versucht, an uns vorbeizuschleichen, dann hat man die Rechnug ohne meine Truppe gemacht. So kommen sie nicht an uns vorbei.“

Der Verbandsweisung entsprechend trat Rhynern in Neuenkirchen ohne Bechtold, dafür aber nur unter Protest zum 100. Oberliga-Spiel seiner Vereinsgeschichte an. Der dürfte jedoch nach dem 47. Sieg zurückgezogen werden.

Für Joachim Krug handelt es sich um ein bedauernswertes Missverständnis. „Ich war noch nie so froh wie heute, dass Rhynern gewonnen hat“, sagte Ahlens Manager. „Der Verband hat den Spieler gesperrt, nicht wir. Wir wissen nicht, warum. Wir müssen die Verträge schicken, wenn sie fertig sind. Wir werden Monag zusammen mit Rhynern beim Verband vorsprechen, um zu reparieren, was geht.“

Kersting bestätigte allerdings nur ein Gespräch mit RW-Geschäftsführer Gerald Stoffer, der gesagt habe, „dass er noch einmal beim Verband anrufen werde. Von gemeinsam war da aber keine Rede. Aber wir werden da selbst noch einmal tätig.“ Was vor dem Spiel nicht mehr möglich war, denn als Rhynern die Nachricht von der Sperre erreichte, war die Geschäftsstelle des WFLV bereits geschlossen und alle Bemühungen am Samstag, die Sperre aufheben zu lassen, blieben erfolglos. „Das macht mich einfach nur sauer, weil das Ganze auf dem Rücken eines Jungen, der ein tadelloser Sportsmann ist, ausgetragen wird, der gar nicht weiß, wie ihm geschieht“, sagte Kersting, der nicht an Zufall glaubt. „Dafür passen zu viele Puzzleteile zusammen.“

Bechtold selbst war die Enttäuschung über seine Zwangspause deutlich anzusehen. Zum Thema äußern wollte er sich verständlicherweise nicht („Ne, ich sage nichts.“). Schließlich sitzt er momentan zwischen allen Stühlen. Dafür machte sich Mehnert für seinen Spieler stark. „Der Mensch interessiert hier gewisse Leute gar nicht. Felix ist am Boden zerstört. Da scheinen ein paar Kilometer weiter die Leute ihre Nerven nicht ganz im Zaum zu haben.“

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