Zwei Gesichter: Rhynern siegt deutlich in Gütersloh

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Christoph Debowiaks Kopfball kurz vor der Pause sorgte für das 1:1.

GÜTERSLOH - Die traditionelle erste Analyse von Björn Mehnert noch auf dem Spielfeld fiel recht umfangreich aus. Kein Wunder nach einer Fußball-Oberliga-Partie mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten seiner Mannschaft, die am Ende einen zwar nicht unverdienten, aber zu hohen 4:1 (1:1)-Erfolg beim FC Gütersloh gefeiert hatte.

„Eine klare Leistungssteigerung“, attestierte der Trainer des SV Westfalia Rhynern seinem Team in den zweiten 45 Minuten. „Da haben wir eine ganz andere Mannschaft mit einer ganz anderen Körpersprache und viel mehr Power gesehen.“

Was auch bedeutete: Der Auftritt des Tabellendritten vor dem Wechsel war unterirdisch. „Schwere Kost – vorsichtig ausgedrückt“, befand Mehnert mit einem leichten Schmunzeln. Die Gütersloher waren enorm engagiert, aggressiv, zweikampf- und laufstark, wirkten auch gedanklich frischer und waren somit fast immer einen Schritt schneller als die Rhyneraner, bei denen praktisch nichts zusammenlief. Der frühe Führungstreffer vor 410 Zuschauern war dennoch ein Zufallsprodukt, bei dem Westfalia-Schlussmann Christoph Hunnewinkel eine äußerst unglückliche Figur abgab. Nach einem Freistoß von Vadim Thomas aus dem rechten Mittelfeld ließ sich Hunnewinkel vom hereinlaufenden Dastin Szymanski irritieren, der den Ball allerdings ebenso wenig berührte wie der Keeper, sodass das Spielgerät ohne „Fremdeinwirkung“ ins Tor kullerte (4.). Eine Alleinschuld gab Mehnert seinem Keeper indes nicht, wies vielmehr auf eine Kette von Fehlern hin. Und von denen gab es im ersten Abschnitt einige auf Seiten der Gäste. Auch wenn die Zahl richtig zwingender Chancen Mangelware war für den FCG – Mehnert wusste, dass der knappe Rückstand kurz vor der Pause nicht den Kräfteverhältnissen entsprach. Bis dahin „hat bei uns wirklich alles gefehlt. Normal mussten wir noch höher zurückliegen“, sagte er. „Wir konnten froh sein über das Unentschieden.“ Für das sorgte wie aus dem Nichts Christoph Debowiak, der vollkommen freistehend einen Freistoß von Felix Bechtold mit dem Kopf ins Tor wuchtete (44.).

Es war der Wendepunkt der Partie – zusammen mit der Halbzeitansprache des Rhyeraner Trainers, die das altehrwürdige Heidewaldstadion in den Grundfesten erzittern ließ. „Ich bin sehr laut geworden“, erzählte Mehnert. Und durfte mit ansehen, wie sein Team plötzlich hellwach war. Nun boten die Gäste Paroli, nahmen den Kampf an – und wurden schnell belohnt. Zwar wehrte Güterslohs Torwart Sebastian Tiszai einen Schuss von Philipp Hanke nach Flanke von Markus Maier zunächst noch ab. Doch der Ball landete wieder bei Hanke, der den für Lennard Kleine (33./Oberschenkel-Verletzung) eingewechselten Matteo Fichera mit einer kurzen Hereingabe bediente, die dieser per Kopf verwertete (49.). Fortan verdienten sich die Gäste die Führung mit hohem Einsatz, wirkten aber in der Abwehr vor allem bei Standardsituationen nicht immer sattelfest und hatten einige brenzlige Situationen zu überstehen – erst recht, nachdem Güterslohs Coach Heiko Bonan das Risiko erhöht hatte. Vor allem der eingewechselte Lars Schröder (71., 77., 86.) ließ gute Möglichkeiten verstreichen.

Auf der Gegenseite ergaben sich für die sehr effektive Westfalia zunehmend Räume, die diese zu nutzen wusste. Hanke sorgte nach einem feinen Konter und dem Zuspiel von Jan Apolinarski für die Vorentscheidung (75.). Fichera legte den vierten Treffer nach, als er den Ball nach Vorarbeit von Hanke nur noch ins leere Tor schieben musste (88.). „Wir“, ärgerte sich Bonan, „sind für unseren hohen Aufwand nicht belohnt worden.“ Die Westfalia für eine klare Leistungssteigerung indes schon. - fh

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