Rhynern muss sich mit einem 2:2 begnügen

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Markierte den Ausgleich per Elfmeter: Lennard Kleine.

Hamm - Als die Partie beendet war, die Spieler beider Mannschaften völlig ausgelaugt auf den trockenen Rasen plumpsten und der SV Westfalia Rhynern mit dem 2:2 (1:1) im Heimspiel der Fußball-Oberliga gegen den TuS Ennepetal die nächste Ernüchterung wegstecken musste, blieb Trainer Björn Mehnert länger als üblich auf seinem Stuhl sitzen.

„Zwei Punkte, das ist weniger als einer im Schnitt. Das wird am Ende nicht reichen. Man sieht, wie schwer es im Moment ist“, meinte der Westfalia-Coach.

Damit warten die Rhyneraner nach drei Spieltagen immer noch auf den ersten Sieg der Saison, rangieren im Tabellenkeller und bleiben damit deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurück.

Daher nahm Mehnert nach dem Abpfiff auch kein Blatt vor den Mund, redete Klartext. „Wir können nicht sagen, wir brauchen noch vier Wochen. Es geht jetzt ans Eingemachte, jetzt muss es knallen“, sagte der Coach und fügte – einmal in Fahrt gekommen – unmissverständlich hinzu: „Wenn man sich die Ergebnisse in der Liga anschaut, dann ist das eine Wundertüte und man muss vorsichtig sein, dass man da nicht zu früh ins Hintertreffen gerät. Wir müssen uns in dieser Saison alles neu erarbeiten, und das haben noch nicht alle verstanden. Bei einigen fehlen ein paar Prozente. So reicht es jedenfalls nicht, so wird es ein ganz hartes Jahr für uns in einer brutal ausgeglichenen Liga.“

Die Rhyneraner hatten im ersten Durchgang wahrlich keine gute Leistung abgeliefert, hatten in der 19. und 25. Minute sogar zweimal Glück, dass zuerst der freistehende Christian Hausmann das Tor verfehlte und dann ein Schuss von Marc Schröter im letzten Moment von Tim Neumann abgeblockt wurde. Umso überraschender ging die Westfalia dann aber in der 32. Minute mit 1:0 in Führung.

Nach einem feinen Pass von Robin Hoffmann, der in seinem ersten Spiel gegen seinen Ex-Club sichtlich motiviert war, kam Torben Menne im Strafraum des TuS Ennepetal an den Ball. Der Rhyneraner Mittelfeldakteur behauptete nicht nur geschickt das Spielgerät, sondern lupfte es auch noch raffiniert über Gästekeeper Marvin Gerding. Doch die Freude der Papenloh-Elf, in der Andrei Lorengel sein Oberliga-Debüt feierte, währte nicht lange.

Nach einem Foul von Martin Zakrzewski an Schröter entschied der Unparteiische Samuel Cabello Perez zurecht auf Freistoß. Als Leon Enzmanns Schuss dann auf die Rhyneraner Mauer zuflog, fiel diese auseinander wie ein Taschenmesser, so dass Alexander Hahnemann den Ball erst wieder sah, als er ihn nach dem 1:1 aus dem Netz holte (38.).

Fußball Oberliga: Westfalia Rhynern - TuS Ennepetal 2:2

Nach dem Wechsel befanden sich die Platzherren noch im Tiefschlaf. Zwar hatte Neumann Schröter noch am Schuss gehindert, doch als der Ennepetaler anschließend in die Mitte passte, stand dort Enzmann völlig blank und markierte ungehindert das 1:2 (46.). Doch dieses Mal gönnten die Rhyneraner den Gästen keine lange Freude über die Führung. Denn schon zehn Minuten später gelang ihnen der Ausgleich.

Nach einem Handspiel entschied Perez auf Elfmeter, den Lennard Kleine souverän zum 2:2 verwandelte (56.). Anschließend hatten beide Teams noch einige heikle Situationen zu überstehen. Die Ennepetaler zum Beispiel in der 60. Minute, als Thanh-Tan Tran nach einer Flanke von Dustin Wurst frei zum Kopfball kam, Weusthoff aber klasse parierte. Oder die Westfalia in der 63. Minute, als Neumann den frei durchbrechenden Schröter festhielt, aber nur Gelb und nicht Rot sah. „Zum Ende hin war es ein offener Schlagabtausch“, sagte TuS-Trainer Imre Renji. „Die Partie hätte hüben wie drüben entschieden werden können.“

Ähnlich sah es auch Mehnert. „Beide Mannschaften hätten den Lucky Punch setzen können. Aber das Unentschieden ist letztlich gerechtfertigt“, meinte Rhynerns Coach, ehe er schon einen kleinen Blick auf den kommenden Sonntag warf, wenn er mit seinem Team bei der Hammer SpVg antreten wird. „Wir haben die HSV in den vergangenen Jahren immer hinter uns gesehen. Jetzt sollen die Hammer das mal punktuell genießen, dass sie vor uns stehen. Aber abgerechnet wird am Ende.“

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