Linker Flügelflitzer

Rhynern freut sich auf den ältesten Oberliga-Spieler

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Schnelligkeit war noch nie die Stärke von Marek Klimczok (links), so auch im Laufduell mit Semih Yigit.

Während andere im Alter von 40 Jahren schon lange die treuen Treter an den Nagel hingen oder bereits das Traineramt an der Seitenlinie ausüben, beackert Marek Klimczok noch immer den linken Flügel der Fußball-Oberliga.

Hamm - Am Sonntag (15 Uhr, Papenloh) gastiert er mit dem SV Schermbeck bei Westfalia Rhynern – mit voraussichtlichem Platz in der Startelf.

Auf der linken Außenbahn ist Marek Klimczok beheimatet, in der Gemeinde Schermbeck fand er sein Zuhause. Mit 21 Jahren verließ er sein Geburtsland Polen und heuerte bei der Eintracht Nordhorn an. Über Cloppenburg, dem damaligen Regionalligisten Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Kleve landete er im Nordwesten Nordrhein-Westfalens. 

Klimczok bereits in seiner neunten Saison beim SV Schermbeck

Ob der Weg seiner aktiven Fußballerlaufbahn dort auch endet, wollte Klimczok nicht so recht zu prophezeien: „Für mich galt schon immer: Sag niemals nie! Ich gucke von Tag zu Tag, auch was mein körperliches Befinden anbelangt.“ Dass er sich beim SV Schermbeck durchaus wohl fühlt, ist in seiner nun neunten Saison im rot-weißen Dress nicht zu leugnen. 

Für sein Verweilen spielen nicht nur sportliche, sondern auch private Gründe eine wesentliche Rolle: „Nach den turbulenten Jahren habe ich mir irgendwann Gedanken über meine Familie und einen festen Wohnsitz gemacht“, so Klimczok. Zwar ertrug er mit seiner Entscheidung zumindest aus sportlicher Sicht erneut ungemütliche Zeiten, als er mit dem SV aus der Ober- in die Westfalenliga abstieg, jedoch führte er sein Team in der Spielzeit 2017/18 zurück nach oben. 

"Ich war nie wirklich der Schnellste"

Nicht erst seitdem ist er fester Bestandteil der Elf von Trainer Thomas Falkowski. Fünf Spieltage wurden in der aktuellen Oberliga absolviert, viermal stand der Routinier von Beginn an auf dem Feld. „Der Trainer weiß, dass ich offensiv variabel einsetzbar bin“, hob er hervor, wenngleich er anfügte: „Die Spritzigkeit der jungen Burschen habe ich schon lange nicht mehr. Ich muss aber zugeben, dass ich nie wirklich der Schnellste war. Wäre ich auch noch mit Schnelligkeit gesegnet, hätte ich wohl noch höher auflaufen können.“ 

Den Vorzug vor der jungen Konkurrenz auf der Position im linken Mittelfeld erhält der 40-Jährige dennoch, weil er kopfballstark ist und „technisch gut“ mit dem Spielgerät umgehen kann. Ausführlich über sich und seine fußballerischen Qualitäten zu sprechen, fällt Klimczok schwer. Er ist ein bescheidener Akteur, der etwaige Einschätzungen Außenstehenden überlässt und sich auf das Wohl seiner Mannschaft konzentriert. 

Kurzfristig Klassenerhalt, langfristig geht der Blick nach oben

Und diese hat am Sonntag am Papenloh eine schwierige Aufgabe zu bewältigen. „Rhynern ist zweikampfstark und sucht immer nach einer spielerischen Lösung“, erinnert sich Klimczok an die knappen Duelle der Vorsaison. 

Einen ähnlichen Spielverlauf erwartet er auch für das anstehende Aufeinandertreffen: „Die Standardsituationen können entscheidend sein. In Rhynern ist es immer schwierig zu spielen. Die Westfalia ist ein unangenehmer Gegner, besonders dann, wenn sie ein Heimspiel haben.“ Zumindest einen Punkt möchte der gebürtige Pole mitnehmen, wenn möglich gar drei. „Das Ziel ist der Klassenerhalt, wir wollen so schnell wie möglich die 40-Punkte-Marke durchbrechen“, so Klimczok. 

Vergleichbare Strukturen mit dem kommenden Gegner

Ist das geschafft, soll es langfristig weiter nach oben gehen – ob mit oder ohne den Kicker der alten Schule, bleibt offen. Das Schermbecker Grundgefüge hatte sich in den vergangenen Jahren zu einer eingespielten Truppe entwickelt. Hinzu kamen „jährlich ein bis zwei sehr starke Neuzugänge“, freut sich Klimczok über die wachsenden Ambitionen seines Vereins, der vergleichbare Tugenden wie der kommende Gegner an den Tag legt: in Ruhe arbeiten und sportlich ambitioniert agieren. 

Ob es langfristig für die Schermbecker für den Aufstieg in die Regionalliga reichen wird, bleibt abzuwarten. Mit Blick auf Sonntag wünscht sich Klimczok erst einmal nur eines: „Dass alle Akteure auf dem Rasen gesund bleiben."

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