Hammer Oberliga-Derby

Folgenschwerer Patzer entscheidet Hammer Oberliga-Derby

Rhynerns Lucas Arenz (links) im Duell mit Dennis Klossek
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Rhynerns Lucas Arenz (links) im Duell mit Dennis Klossek

Ein folgenschwerer Patzer von Jarno Peters, Torwart der Hammer SpVg, hat das Derby der Fußball-Oberliga entschieden. Lucas Arenz war der Nutznießer, der in der Nachspielzeit Rhynerns Sieg sicherte und für eine Menge Frust bei der HSV sorgte.

Hamm – Eigentlich hatten sich die Fans und auch die Spieler mit einem torlosen Remis abgefunden. Einige Zuschauer hatten sich, als Schiedsrichter Waldemar Stor die Nachspielzeit anzeigte, sogar schon auf den Weg nach Hause gemacht. 

Dann aber bekam der SV Westfalia Rhynern noch einmal einen Einwurf, den der Kapitän wie immer weit in den Strafraum der Gäste warf. Jarno Peters, seines Zeichens Keeper der Hammer SpVg, rief laut „Torwart“ und wollte seinen Mitspielern damit signalisieren, dass er das Spielgerät fangen will. Doch er hatte Lucas Arenz übersehen, der vor ihm an den Ball kam und per Kopf den entscheidenden Treffer zum 1:0 (0:0)-Sieg für die Westfalia erzielte (90.+1). 

Gedämpfte Freude bei Rhynerns Coach

„Durch einen individuellen Fehler werden wir bestraft. Jarno hatte eigentlich bis dahin alles weggefischt und Sicherheit ausgestrahlt hat. Ich hatte nie das Gefühl, dass wir hier einen fressen werden. Ich weiß nicht, was wir der Fußballwelt angetan haben, dass wir so brutal bestraft werden“, ärgerte sich HSV-Trainer René Lewejohann, während sich sein Gegenüber Torsten Garbe über den knappen Sieg gar nicht so recht freuen wollte: „Ich verstehe auch die schwierige Situation, in der sich die Hammer SpVg aktuell befindet. Deshalb bin ich jetzt nicht ganz so voller Jubelstimmung. Ich hoffe, dass die HSV noch ein paar Punkte holt und in der Liga bleibt, dass das Derby in der nächsten Saison auch wieder stattfinden kann.“ 

Fußball Oberliga: Westfalia Rhynern - Hammer SpVg 1:0

Die Gäste aus dem Osten hatten die Partie vor 1380 Zuschauern recht vorsichtig begonnen, bauten bei Ballbesitz der Rhyneraner zwei Viererketten vor dem eigenen Tor auf, machten die Räume sehr eng und setzten im Umschaltspiel vor allem auf lange Bälle. Die Westfalia versuchte derweil ihre Aktionen von hinten geordnet aufzubauen, fand aber kaum ein Durchkommen gegen die gut stehende und konzentriert zu Werke gehende Abwehr der HSV. 

Jan Kleine verpasst Führungstreffer

So dauerte es bis zur 22. Minute, ehe die Platzherren das erste Mal gefährlich vor dem Gehäuse der Hammer auftauchten. Akhim Seber hatte sich auf der linken Seite bis zur Grundlinie durchgesetzt und auf Jan Kleine zurückgelegt. Dessen Schuss war aber zu unplatziert und daher eine leichte Beute für Peters. Im Laufe des ersten Durchgangs wurde die HSV aber immer aktiver und forscher. Zwingende Chancen sprangen bis zum Seitenwechsel allerdings nicht heraus. Die beste Einschussmöglichkeit hatte noch Niklas Nölle, doch Seber und Christopher Stöhr blockten mit vereinten Kräften zur Ecke ab (33.). 

Nach dem Wechsel knüpften die Hammer überraschenderweise nicht dort an, wo sie in Durchgang eins aufgehört hatten, sondern zogen sich wieder weit in ihre Hälfte zurück und überließen Rhynern das Spiel. Lediglich einmal sorgte der agile Joel Grodowski noch für Gefahr, aber Tim Neumann blockte im letzten Moment seinen Schuss nach einem energischen Alleingang über das halbe Feld ab (54.). 

Rhynern übernimmt die Spielkontrolle

Ansonsten bestimmte die Westfalia das Geschehen, agierte aber zu umständlich, zu unentschlossen oder zu ungenau, um die HSV-Abwehr ernsthaft in Gefahr zu bringen, so dass sich die Gastgeber keine klare Einschussmöglichkeit erarbeiteten. „Das Spiel war geprägt von taktischen Zwängen. Keine Mannschaft wollte einen Fehler machen. Der Gegner hatte sich aufs Umschaltspiel verlegt. Und wir hatten gefühlt 75 Prozent Ballbesitz, haben trotzdem nicht genug gefährliche Situationen hinbekommen“, sagte Garbe. 

„Und als das Spiel am Ende nach einem 0:0 aussah, bin ich natürlich froh, dass Lucas noch beim Frisör war.“ Während die Westfalia, die nach dem Tor Tarik Baydemir wegen einer Tätlichkeit mit Rot verlor, am Ende ausgelassen den Sieg feierte, schlichen die Gäste mit hängenden Köpfen vom Platz, denn ihre Lage am Tabellenende wird immer prekärer. 

Leidenschaft, Kampf und Einsatz werden nicht belohnt

„Wir haben eine Hammer Mannschaft gesehen, alles mitgebracht hat, was ein Derby ausmacht: Leidenschaft, Kampf und Einsatz. Fußballerisch war es vielleicht nicht das beste, aber für uns zählen derzeit nur Ergebnisse. In Schönheit sterben bringt uns nichts“, meinte Lewejohann, zeigte sich aber weiter kämpferisch: „Ich kann meinen Jungs nicht absprechen, dass sie alles versucht haben“, so der HSV-Coach. „Ich bin Trainer dieser Mannschaft, ich werde weiter vorweg marschieren. Ich glaube nach wie vor daran, dass wir die Klasse halten werden. Aufgeben ist für uns überhaupt keine Option.“

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