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Rhynerns schwerer Abschied vom Papenloh

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Von: Patrick Droste

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die spieler des sv westfalia rhynern verbaschieden sich von den fans
Abschied vom Papenloh nehmen die Spieler des SV Westfalia Rhynern. © Reiner Mroß/Digitalbild

Seit der Wiedereröffnung der Anlage nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1950 war der Platz am Papenloh die sportliche Heimat des SV Westfalia Rhynern. Am Sonntag findet nun gegen die TSG Sprockhövel (15 Uhr) das letzte Spiel der ersten Mannschaft an diesem geschichtsträchtigen Ort, wo der Verein zahlreiche Aufstiege gefeiert hat, statt. Spieler aus verschiedenen Jahrzehnten erinnern sich nur zu gerne an die Partien, die sie auf diesem Sportplatz bestritten haben.


Wilfried Ramacher (Spieler in Rhynern von Ende der 1950er bis Anfang der 1980er Jahre): „Der Platz wird uns sicherlich fehlen. Ich denke, wir Älteren werden hier in Zukunft noch öfter sitzen und uns daran erinnern, dass wir hier auf dem Sportplatz im Papenloh gepöhlt haben. Ich habe hier unzählige Spiele absolviert, meine Eltern waren jahrelang Platzwart – das sind schon viele Erinnerungen, die ich an diese Anlage habe. Als ich angefangen habe, war der Platz mit dieser einmaligen Lage mitten im Wald im Vergleich zu vielen anderen Spielstätten ein richtiges Schmuckkästchen gewesen. Und der Platz war bei den Gegnern gefürchtet mit der Matschseite am Wald und dieser knüppeltrockenen Seite vor dem Vereinsheim. Schade, dass wir das Ding jetzt aufgrund der Nachbarn, die immer mehr Rechte bekommen haben, aufgeben müssen. Aber dafür bekommen wir jetzt ein schönes neues Objekt. Das ist ein guter Trost.“

„Ein außergewöhnlicher Platz“

Arnulf Kleine (Spieler der ersten Mannschaft von 1977/78 bis Anfang der 1990er Jahre, jetzt Vorsitzender): „Ich habe schon als A-Jugendlicher in der ersten Mannschaft gespielt und erinnere mich daran, dass wir im entscheidenden Spiel gegen Bönen um den Aufstieg in die Bezirksliga vor über 1000 Zuschauern am Papenloh gespielt haben. Und gerne denke ich auch an die Sportwerbewochen zurück, wenn höherklassige Mannschaften am Papenloh zu Besuch waren und immer eine Bomben-Stimmung herrschte. Es ist einfach ein außergewöhnlicher Platz mit dieser idyllischen Lage mitten im Wald. Leider musste man den Rasen aber in den Herbst- und Wintermonaten kritisch beäugen, denn da war er oft nicht bespielbar.“

Andreas Tewes (Spieler in Rhynern von 1997 bis 2004): „Der Platz am Papenloh war absolut besonders. Es war da eng, die Zuschauer nah dran, die Bäume drumherum. Ich habe es immer genossen, da zu spielen. Das war meine schönste Zeit als Fußballer. Natürlich gibt es da auch die böse Erinnerung an das Jahr 1999, als wir im entscheidenden Spiel gegen den Hövelhofer SV 1:0 führen und mit einem Bein in der Oberliga sind. Und dann verlieren wir im strömenden Regen noch 1:2. Wir hatten da alles für eine Riesenaufstiegsparty geplant – und dann das. Das hing lange nach. Aber natürlich überwiegen die vielen schönen Momente mit Toren, Siegen und den Triumphen in den Derbys gegen die Hammer SpVg.“

„Immer am wohlsten gefühlt“

Dustin Wurst (zuerst Spieler, dann Trainer in Rhynern von 2011 bis 2018): „Ich wusste gar nicht, dass der Umzug jetzt schon ansteht. Das ist krass. Die ganze Anlage mit den Kabinen, in der wir eine Nebelmaschine, Discokugel und Musikanlage hatten, dem Spielfeld, der kleinen Tribüne im Wald und dem Vereinsheim hat ein unfassbares Flair. Auch wenn wir in der NRW-Liga oder Oberliga in größeren Stadien gespielt haben, am Papenloh habe ich mich immer am wohlsten gefühlt. Es gab damals keine Mannschaft, die gerne zu uns gekommen ist. Und das hat sich wohl bis heute nicht geändert. Besonders gerne erinnere ich mich neben unserem Aufstieg in die Regionalliga an ein Spiel gegen Erndtebrück, als wir in der Nachspiel durch einen Elfmeter mit 1:2 in Rückstand geraten und dann nach dem Anstoß Stanislaw Iljutcenko einen langen Ball verlängert und ich den zum 2:2 einköpfe. Hätte es da keinen Zaun gegeben, wäre ich bis zur A2 durchgerannt.“

Tim Neumann (Rhyneraner Junge, seit 2013 im Team der ersten Mannschaft): „Einerseits sind wir traurig, dass das am Sonntag das letzte Spiel sein wird. Denn gerade in der letzten Saison, als wir bis auf die Niederlage gegen Münster zuhause alle Spiele gewonnen haben, haben wir gezeigt, was für eine Festung der Platz am Papenloh ist. Ich habe da unfassbare Dinge erlebt, wie zum Beispiel, da war ich aber nur als Zuschauer dabei, in der Saison 2012/13 das erste Derby gegen die Hammer SpVg, als wir vor über 1500 Zuschauern 4:0 gewonnen haben. Oder unser Aufstieg in die Regionalliga 2017, wo wir 1:0 gegen Kaan-Marienborn gewonnen und danach lange am Platz gefeiert haben. Aber andererseits freuen wir uns natürlich auch auf den neuen Platz und die neue Anlage, wo die Wege kürzer sind und alles moderner ist.“

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