Hammer SpVg verliert in Siegen mit 1:4

+
Hugo Magouhi erzielte den einzigen HSV-Treffer.

Siegen - Oliver Gottwald machte äußerlich einen ruhigen und gelassenen Eindruck, doch innerlich brodelte es bei dem Coach der Hammer SpVg mächtig. Schließlich galt es, die gerade erlittene 1:4 (1:1)-Niederlage des Oberligisten bei den Sportfreunden Siegen zu verarbeiten. Eine, die für den Hammer Trainer vor allem eines war: unnötig.

„Ich glaube nicht, dass ich blind bin – das Spiel darfst du im Leben nicht verlieren“, sagte er. „Wir haben wieder einen Big Point verpasst, hätten uns mit einem Sieg oben festbeißen können. Jetzt gucken wir wieder nach unten.“ Sein Siegener Kollege Ottmar Griffel zeigte sich wesentlich besser gelaunt. „Wir haben verhalten begonen, und die HSV ist nicht unverdient in Führung gegangen, räumte er zwar ein. „Danach haben wir Gott sei Dank aber relativ schnell reagiert, sind ganz anders aus der Pause rausgekommen, waren gallig, wollten den Sieg. Unterm Strich ist das 4:1 zwar hoch, aber klar verdient.“

Gottwald hatte seine Startformation auf drei Positionen verändert. Für Dursun Akdag rückte Kapitän Faysel Khmiri wieder in die Defensivzentrale, der nach einem Muskelfaserriss genesene Amadeus Piontek stand für Kevin Thume auf dem Feld und Marcel Ramsey ersetzte Jochen Höfler. So waren die Personalien zunächst einmal spannender als das Geschehen auf dem Platz. Siegen begann erwartet defensiv, stand tief und lauerte auf Konter, während die HSV versuchte, über Ballbesitz zur nötigen Sicherheit und zu Treffern zu kommen. Was tatsächlich gegen die mit sechs Gegentoren bislang sehr stabile Sportfreunde-Deckung gelang. Semih Yigit scheiterte zwar noch mit seinem Versuch, doch den Abpraller verwertete Hugo Magouhi zur Gästeführung (17.) – die allerdings nur zwei Minuten hielt. Ein versuchter Seitenwechsel von Tayfun Cakiroglu landete vor den Füßen von Philipp Frisch, und dessen Hereingabe verwertete Abdellhamid Sabiri zum Ausgleich (19.). Sehr zum Ärger von Oliver Gottwald: „Du kommst gut rein, gehst in Führung und wirfst diesen Vorteil in zwei Minuten mit dem Allerwertesten um“, ärgerte er sich. „Obwohl es gar keine Notwendigkeit für diesen langen Ball gab, den Tayfun da rüber spielt. Zumal klar war, dass Siegen sehr tief steht und auf Konter bedacht war.“

Zwar bestimmte die HSV danach wieder das Geschehen und hatte kurz vor der Pause durch Ramsey erneut die Chance zur Führung, doch nach dem Wechsel waren alle Hoffnungen binnen weniger Minuten besiegelt.

Ein kollektiver Tiefschlaf im Defensivverhalten ermöglichte Siegen die entscheidenden Treffer durch Björn Jost (48.) und Haluk Arslan (50.), Sabiri legte zehn Minuten vor dem Ende sein zweites Tor nach. „Ich weiß nicht, was von der 48. bis 52. Minute bei uns hinten los war. DieTore haben wir doch aufgelegt – da muss ich mich sammeln, sonst sage ich noch etwas, was ich heute nich sagen möchte“, war Gottwald restlos bedient. „Wie sich der eine oder andere präsentiert hat – das geht nicht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare