14 frische Kräfte für die HSV

Lewejohann: "Er ist der Zlatan Ibrahimovic der Oberliga" 

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Hatte am Anfang leichte Probleme bei der HSV: Mohammed El Gourari (links).

Vor dem Punktspiel-Auftakt am Sonntag gegen Preußen Münster II stellt HSV-Trainer René Lewejohann seine Neuzugänge vor.

Hamm – Die personelle Fluktuation bei der Hammer SpVg war in diesem Sommer einmal mehr groß. 

Viele Stammkräfte haben den Klub aus dem Hammer Osten verlassen, hinzugekommen sind mehrheitlich junge, aber auch einige etablierte, in Hamm teils nicht ganz unbekannte Akteure.  

Ali Gülcan 

Bei den SF Baumberg kam der 20-Jährige in der vergangenen Saison auf zehn Einsätze in der Oberliga Mittelrhein. „Er hat schon einmal Luft in dieser Klasse geschnuppert“, betont Lewejohann daher – wohl wissend, dass das nicht für alle seine Neulinge gilt. „Ali ist ein flinker, wuseliger, zweikampfstarker Spieler mit enormem Zug zum Tor, aber auch defensiv stark“, charakterisiert der Coach den Mittelfeldmann. 

Seongsun You 

Den Südkoreaner hat die HSV aus der U 19 des Regionalligisten RW Essen losgeeist, wo You in der abgelaufenen Serie 19 Mal in der A-Junioren-Bundesliga aufgelaufen war. „Bei RWE hat er im Nachwuchsleistungszentrum eine gute Grundausbildung genossen. Für ihn gilt es, den nächsten Schritt bei den Senioren zu machen“, lobt Lewejohann den 19-Jährigen, dem er „enormes Weiterentwicklungspotenzial“ attestiert. Die Notwendigkeit, You behutsam aufzubauen, sieht der Trainer nicht zwingend. „Den kannst du auch ins kalte Wasser schmeißen“, hält Lewejohann Einsätze in der Startelf auf Anhieb für denkbar. 

Ismail Icen 

29 Partien und fünf Treffer für Westfalia Wickede in der zurückliegenden Westfalenliga-Spielzeit – für einen ebenfalls erst 19-Jährigen keine schlechte Marke. Doch Lewejohann mahnt zur Geduld: „Aufgrund der Tatsache, dass er noch nie Oberliga gespielt hat, muss er sich die Zeit nehmen, das Ganze zu verstehen. Er verschleppt manchmal noch das Tempo, ist in vielen Situationen zu ballverliebt.“ Allerdings schätzt der Coach Icen als „Box-to-Box-Spieler“, also als Akteur, der die Räume zwischen den Strafräumen beackert, und betont: „Ismail ist einer, der auch mal den tödlichen Ball spielen kann.“ 

Frederic Westergerling 

Der Torwart hat mit seinem mutmaßlichen Vorgänger als Stammkeeper, Jarno Peters, den Klub getauscht: Westergerling kam vom FC Gütersloh nach Hamm, Peters trat den umgekehrten Weg an. „Frederic ist unheimlich stark auf der Linie und im Eins-gegen-Eins, strahlt eine gewisse Ruhe aus. Fußballerisch hat er aber Luft nach oben“, beschreibt Lewejohann den 25-jährigen Schlussmann, der unter anderem in der Jugend des FC Schalke 04 ausgebildet wurde. Und das, so ist dem Hammer Coach aufgefallen, merkt man auch: „Er verfügt über eine hohe körperliche Präsenz und coacht verbal viel. Da siehst du die Schule von Norbert Elgert.“ Ob Westergerling oder der bisherige Ersatzkeeper Ivan Mandusic in der Liga den Zuschlag bekommen, wollte Lewejohann zwar noch nicht verraten. Da Mandusic in den Testspielen aber nur selten zum Zuge kam, deutet vieles darauf hin, dass der ehemalige Gütersloher die Nummer eins zwischen den Pfosten der HSV sein wird. 

Mergim Deliju 

Noch einer, der sich in der Oberliga schon ein wenig auskennt – und einer, der in Hamm bislang vor allem durch seine technischen Qualitäten beeindruckt hat. „Das ist ein richtiger Straßenfußballer“, schwärmt Lewejohann: „Gib ihm die Murmel, und er dreht sich auf dem Bierdeckel ein und aus.“ Der 35-Jährige sieht bei Deliju Parallelen zu Gülcan. „Ungewöhnlich für diesen Spielertyp ist, dass er auch defensiv richtig gut mitarbeitet.“ Darüber hinaus bringe Deliju, der genau wie Westergerling aus Gütersloh kam, „eine gewisse Torgeilheit“ mit. 

Mohammed El Gourari 

„Am Anfang“, räumt Lewejohann ein, „hatte Mo leichte Probleme“. Die waren allerdings nicht in Verletzungen begründet, die es dem 19-Jährigen erschwert hätten, Anschluss im HSV-Aufgebot zu finden. Es handelte sich eher um soziale Anlaufschwierigkeiten. „Er ist eben ein introvertierter Typ“, ist seinem Trainer aufgefallen. Inzwischen hat El Gourari, der zuletzt in der A-Jugend von Preußen Münster kickte, aber besser Fuß gefasst im Hammer Osten. „Da ist eine stetige Weiterentwicklung zu erkennen“, sagt Lewejohann. 

David Loheider 

Es braucht keine große Fantasie, um dem 28-Jährigen, der zuletzt für Regionalliga-Absteiger SC Wiedenbrück gestürmt hatte, den Status des „Königstransfers“ zuzuschreiben. Und das liegt nicht nur daran, dass Loheider von 2016 bis 2018 schon einmal überaus erfolgreich für die HSV gespielt hat (45 Punktspiele, 22 Treffer). Es liegt vor allem an seiner Klasse, die auch Lewejohann nicht entgangen ist. „Hättest du ihn in der vergangenen Saison schon in der Mannschaft gehabt, hättest du nicht so lange gegen den Abstieg gespielt“, ist der Herner überzeugt und vergleicht Loheider mit einem der Schwergewichte des europäischen Fußballs: „Aufgrund seiner Größe und seiner technischen Versiertheit ist er für mich der Zlatan Ibrahimovic der Oberliga.“ 

Niklas Sewing 

Sieben Einsätze für den SC Verl in der Regionalliga, acht für die Reserve der Ostwestfalen in der Landesliga – zu mehr hat es für den 21-jährigen Außenverteidiger in der abgelaufenen Saison nicht gereicht. In der verhältnismäßig geringen Spielpraxis sieht Lewejohann aber kein Problem, zumal Sewing im Nachwuchs von Borussia Dortmund eine gute Ausbildung genossen habe. Und weil er zu denen zählt, mit denen man sich als Gegner besser nicht anlegen sollte. „Das ist eine richtige Drecksau auf dem Platz“, weiß Lewejohann. 

Jan Apolinarski 

Von den meisten Neuzugängen der HSV unterscheidet Apolinarski, dass Hamm für ihn kein Neuland ist. Denn 2013 wechselte der heute 28-jährige Abwehrspieler zum SV Westfalia Rhynern, für den er mit Unterbrechungen bis zum Abstieg aus der Regionalliga im Frühjahr 2018 kickte. „Jan hat einen unheimlichen Fußballverstand und ist jemand, der die nötige Ruhe auf dem Platz ausstrahlt“, betont Lewejohann. In der Vorbereitung musste der Trainer phasenweise jedoch ohne den gebürtigen Sauerländer, der zuletzt in seiner Heimat beim früheren Westfalenligisten SuS Langscheid/Enkhausen aktiv war, auskommen: Apolinarski nahm in Madrid an der Europameisterschaft für Studenten teil. 

Sinan Özkara 

Die Profi-Ambitionen, die Özkara jüngst beim türkischen Erstligisten Konyaspor versucht hatte zu verwirklichen, will der 23-jährige Abwehrmann dem Vernehmen nach vorerst zu den Akten legen. „Sinan hat sich entschlossen, die Flausen aus dem Kopf zu bekommen“, versichert Lewejohann. In der Vergangenheit hat Özkara des Öfteren die Vereine gewechselt, war in Deutschland unter anderem für RW Ahlen, RW Oberhausen und RW Essen aktiv. „Es spricht für seinen Charakter, dass er Bock auf die Aufgabe bei uns hat, nicht allzu viel Kohle verdient und mal eine Saison beständig irgendwo spielen will“, ergänzt der HSV-Coach. „Sinan bringt eine immense Physis mit, ist kopfballstark“, beschreibt er die Qualitäten des Verteidigers, den die Hammer erst Ende Juli im Paket mit dem Japaner Yuto Aoki unter Vertrag genommen hatten. 

Yuto Aoki 

Seine Heimat ist Tokio, sein sportliches Zuhause hat der 19-Jährige aber vorerst in Hamm gefunden. „Er ist seit der zweiten Woche der Vorbereitung bei uns, spricht überraschenderweise aber schon ein paar Wörter Deutsch“, sagt Lewejohann: „Er ist ein typischer Asiate, fußballerisch gut, taktisch muss er noch dazu lernen.“ Letzteres mache Aoki in gewisser Weise „zu einem Überraschungsei“. Was aber nicht zwingend heißen muss, dass Aoki nur von der Bank eine Alternative ist, wie der Trainer durchblicken ließ. 

Almin Spahic 

Der letztjährige Abwehrchef der U 19 der HSV ist einer von drei Akteuren, die den Sprung aus dem eigenen Nachwuchs in den Kader der ersten Mannschaft geschafft haben. „Und von diesen dreien ist Almin derjenige, der am weitesten ist“, traut Lewejohann am ehesten Spahic den Sprung in die Stammformation zu. „Er dribbelt super hinten aus der Kette heraus, ist taktisch diszipliniert, hat ein gutes Zweikampfverhalten“, zählt er die Qualitäten des Defensivmannes auf. 

Elwin Hadzic 

Das „Eigengewächs“ gehörte schon in der vom Kampf um den Klassenerhalt geprägten Endphase der vergangenen Serie gelegentlich zum Oberliga-Kader. „Da hat Elwin es besser gemacht“, offenbart Lewejohann, dass der Abwehrspieler sich ein wenig schwer tut, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Aufgrund seines jungen Alters – auch Hadzic ist erst 19 – bleibt dem Youngster aber mehr als genug Zeit, eventuelle Defizite wettzumachen. 

Lyobomir Ivanchev 

Körperliche Schwierigkeiten werfen den Angreifer aktuell zurück. „Er hat ein paar Probleme mit den Adduktoren, hat im Training einen doofen Ausfallschritt gemacht“, erzählt Lewejohann. Dass Ivanchev Qualität mitbringt, hat er in der vergangenen U 19-Spielzeit in der Westfalenliga nachgewiesen. Im Kader der „Ersten“ kämpft er mit „Platzhirsch“ Loheider und Winter-Neuzugang Damian Lubak um Einsätze.

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