Sportchef Hickmann im Interview 

Hammer SpVg hat positive Rückrunde fest im Visier

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HSV-Sportchef Achim Hickmann (rechts), hier im Gespräch mit Torwart-Trainer „Mano“ Zielinski, hofft, dass die Spieler in der Rückserie ihre Qualitäten abrufen.

HAMM - Mit einem Testspiel am Samstag um 14 Uhr gegen den TV Jahn Hiesfeld beginnt für den Fußball-Oberligisten Hammer SpVg die heiße Phase der Vorbereitung auf die Rückrunde. Mit welchen Erwartungen die Mannschaft das neue Jahr angeht und warum es in der Hinserie nicht immer nach Wunsch ließ, verriet HSV-Sportchef Achim Hickmann in einem Interview mit Patrick Droste.

Herr Hickmann, die Vorrunde lief keineswegs optimal bei der Hammer SpVg. Lag es nur an den vielen verletzungsbedingten Ausfällen oder was gab es Ihrer Meinung nach noch für Gründe?

Hickmann: Mit dem Verlauf der Vorrunde sind wir alle – Trainer, Spieler und ich – nicht zufrieden. Das lag in erster Linie an den vielen Verletzten und dadurch bedingt später an einer nicht so guten Stimmung, in der jeder Spieler sehr viel mit sich selbst zu tun gehabt hat.

Die Mannschaft ist im vergangenen Sommer komplett neu zusammengestellt worden. Liegen die Probleme eventuell auch darin begründet, dass vielleicht die falschen Spieler geholt wurden oder dass die Spieler nicht zusammenpassen? Oder braucht es einfach Zeit, bis aus den guten Einzelspielern eine funktionierende Einheit wird?

Hickmann: Wir haben definitiv keine falschen Spieler geholt. In den Vorbereitungsspielen hat die Mannschaft gezeigt, dass sie sehr gut funktioniert. Da waren aber auch fast alle gesund und ohne Trainingsrückstand.

In der Winterpause gab es wieder einen personellen Umbruch. Drei Spieler haben die HSV verlassen, inklusive Miguel Dotor Ledo sind fünf neue Akteure dazugekommen. Warum waren diese Verpflichtungen nötig?

Hickmann: Wir sind in diese Saison mit 18 Feldspielern und zwei Torhütern gestartet. Nun haben drei Spieler aus privaten Gründen den Verein verlassen; da ist es normal, diese durch neue Spieler zu ersetzen. Miguel Dotor Ledo hat einen Stand-by-Status, da er aus beruflichen Gründen nur unregelmäßig trainieren kann.

Haben Sie Sorge, dass die HSV lange um den Klassenerhalt kämpfen wird oder sind Sie eher zuversichtlich, dass die Mannschaft schnell die Kurve kriegt und ins gesicherte Mittelfeld klettert?

Hickmann: In unserer Situation muss man auch auf die Abstiegsränge achten. Wenn die Spieler gesund bleiben und wir gut aus den Startlöchern kommen, schauen wir lieber nach oben.

Die Arbeit von Goran Barjaktarevic war bislang wenig erfolgreich. Im ersten Jahr unter seiner Regie reichte es gerade einmal zu Rang 13, jetzt steht das Team gar auf Platz 14. Was spricht für den Coach? Und wie wichtig wird Goran Barjaktarevic in der Zukunft noch für die Hammer SpVg?

Hickmann: Wenn man nur den Tabellenplatz beurteilt, aber nicht die Arbeit, kann man nicht zufrieden sein. Goran ist ein sehr akribischer Arbeiter und extrem erfolgsorientiert. Unser Saisonziel war ein einstelliger Tabellenplatz, aber nicht Platz neun, und das ist es immer noch. Es fehlen uns sechs Punkte bis zum achten Platz – und das ist noch zu schaffen.

Gab es überhaupt mal einen Zeitpunkt, wo Sie überlegt haben, den Trainer zu wechseln?

Hickmann: Nach jedem verlorenen Spiel überlege ich den Trainer, die Spieler und mich zu entlassen.

Was sind die Ziele der Hammer SpVg für die Rückrunde?

Hickmann: In der Rückrunde wollen wir vor allem in den Heimspielen erfolgreicher sein. Die Leidenszeit unserer Zuschauer muss endlich vorbei sein. Mein persönlichen Wunsch ist, dass die Spieler die Qualität abrufen, die sie wirklich drauf haben.

In Sachen Trainer setzen Sie auf Kontinuität. Sollte es diese auch mal in der personellen Besetzung der Mannschaft geben?

Hickmann: Kontinuität ist auf allen Ebenen wünschenswert; nicht nur in Bezug auf den Trainer und die Mannschaft.

Waren die Verpflichtungen der beiden Stürmer Danny Radke und Roman Maciejak schon im Hinblick auf die neue Saison getätigt worden, da es Gerüchte gibt, dass Torjäger Jochen Höfler die HSV im Sommer verlassen wird?

Hickmann: Danny Radke und Roman Maciejak haben einen Vertrag bis Ende der nächsten Saison. Sie sind die ideale Ergänzung zu Jochen Höfler. Mit Jochen wollen wir selbstverständlich verlängern. Hierzu steht das Gespräch aber noch an, wie auch mit den anderen Spielern, deren Verträge Ende dieser Saison auslaufen.

Im Umfeld der HSV wird immer wieder von der Regionalliga geträumt – eine Liga, die dem Verein und auch der Stadt Hamm sicher gut zu Gesicht stehen würden. Wann und wie ist dieser Traum zu realisieren?

Hickmann: Im Umfeld jedes Vereins wird immer von einer höheren Liga geträumt. Das ist völlig normal. Für Hamm wäre selbst die Regionalliga zu wenig. Wenn wir jetzt aufsteigen, würden wir wahrscheinlich im nächsten Jahr wieder absteigen. Es fehlen noch viele Grundlagen, um auch gesund in eine höhere Liga gehen zu können. In diesem Jahr wurden bereits viele Rahmenbedingungen verbessert. Wir arbeiten kontinuierlich an den Basics und stellen uns immer professioneller auf. Wir haben ein tolles, einsatzfreudiges Team hinter der Mannschaft, auf das wir stolz sein können.

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